DVV-Frauen: 1:3-Niederlage gegen Olympia-Gastgeber China – Platz fünf für DVV-Frauen
Am letzten Tage des VolleyMasters in Montreux fand die junge deutsche Mannschaft noch einmal zu einer guten Leistung und bestätigte die positiven Eindrücke aus den ersten drei Spielen im Turnier. Gegen den Olympiagastgeber China zeigte das deutsche Team im 3. Durchgang (nach zwei verlorenen Sätzen) nicht nur eine tolle Moral, sondern vermehrt spielerische Glanzpunkte gegen ein stellenweise furios aufspielendes chinesisches Team. Am Ende hieß es 1:3 (19-25, 19-25, 25-23, 19-25), womit die DVV-Frauen im Endklassement Platz fünf belegten. Ungeschlagener Turniersieger wurde Kuba.
Startaufstellungen:
Deutschland: Denise Hanke – Zuspiel, Margareta Kozuch – Diagonal, Cornelia Dumler und Saskia Hippe – A/A, Christiane Fürst und Corina Ssuschke – M/B, Kerstin Tzscherlich – Libera, Trainer: Giovanni Guidetti
China: Kun Feng – Zuspiel, Suhibg Zhou – Diagonal (auch Annahme), Hao Yang und Yimay Wang (Wang ohne Annahme) – A/A, Ruirui Zhao und Ming Zhue – M/B, Xian Zhang – Libera, Trainer: Chen Zhonghe
Spielverlauf
1. Satz: Bis zum Stande von 4-4 ausgeglichen, dann kommt China nach einem fehlerhaften Hinterfeld-Angriff von Hippe zur 2-Punkte Führung und liegt bei der 1. techn. Auszeit mit 8-5 vorn. Das deutsche Team bleibt jedoch trotz schwächelnder Annahme dran und liegt bei der 2. techn. Auszeit nur zwei Punkte zurück. Eine Netzberührung und ein Ssuschke-Fehler führen zum 14-18 und zur 1. Auszeit von Trainer Guidetti. Fehlender Druck im deutschen Spiel und darauf folgend zwei Traum-Zuspiele von Feng führen zum 14-20 und einer weiteren Auszeit für Deutschland. Bei 18-23 kommt Heike Beier für Hipp – der alte 6-Punkte-Abstand bleibt aber bis zum Satzende bestehen.
2. Satz: Das deutsche Team gerät nach Annahmeproblemen schnell in einen 1-5 Rückstand, kann sich aber fangen und hat bei der 1. techn. Auszeit nur noch einen 2-Punkte-Rückstand. Eine Kozuch-Aufschlagserie bereitet der chin. Annahme nun Schwierigkeiten und bringt nach erfolgreichen deutschen Angriffen den Ausgleich bei 10. China nimmt eine Auszeit, vermag sich danach zu konzentrieren und auf 10-13 davonzuziehen. Guidetti beantragt ein Auszeit. China baut die Führung auf 16-12 aus, spielt erneut einige ganz schnelle Angriffe und zwingt Guidetti bei 17-23 zu 2. Auszeit. Wiederum komm es jedoch zum Satzende zu einem 6–Punkte-Abstand.
3. Satz: Das deutsche Team geht mit 4-2 in Führung und veranlasst den chin. Trainer zu einer Auszeit. Deutschland bleibt bei 8-6 in Führung, muss einen 9-9 und 11-11 Einstand hinnehmen und nach zwei Eigenfehlern bei 14-14 bei der 2. techn. Auszeit einen 2-Punkte-Rückstand registrieren. Deutschland nun kämpferisch sehr stark. Dennoch drei Punkte Rückstand und Auszeit bei 18-21. Dumler kommt für Hippe in die Annahme und dann kommt die „Stunde der Heike Beier“: zwei Beier-Blocks führen zum 21-21 und zur 2. Auszeit der Chinesinnen. Beier erzielt auch Punkt 22 und 23 und legt über Feng zum 24. Punkt für Deutschland. Den 25. Punkt besorgt Kozuch.

Foto Sabarz: Gut zugucken: Chinas Star-Zuspielerin Kun Feng in Aktion, beobachtet von Christiane Fürst und Cornelia Dumler.
4. Satz: Der 4. Satz startet mit Beier und Hippe in der Annahme. Über 3-3, 5-5 und 7-7 sehr ausgeglichen, minimaler Vorteil bei China bei der 1. techn. Auszeit. Im 2. Drittel des Durchgangs fabriziert das deutsche Team nach einem 11-13 Rückstand drei Fehler in Folge und verschafft China bei der 2. technischen Auszeit einen komfortablen 5-Punkte-Vorsprung. Bei 12-16 erfolgt ein Doppelwechsel: Möller und Matthes rücken für Kozuch und Fürst auf´s Feld. Bei 13-18 Auszeit von Guidetti, bei 16-19 wird der Doppelwechsel rückgängig gemacht. Bis 18-21 kann das deutsche Team den 3-Punkte-Abstand halten (Fürst sorgt für den 17. und 18. Punkt), muss dann aber die Chinesinnen ziehen lassen.
Fazit: Gegen die Weltklassemannschaft China zeigte das junge deutsche Aufgebot nach dem Einbruch gegen die Niederlande am Vortage erneut eine starke Leistung. Über weite Phasen konnte das deutsche Team mithalten, musste aber wegen zu hoher Eigenfehlerzahl – wenn die Chinesinnen Druck machten – zurückstecken. Vor allem mit dem stellenweise rasanten Zuspiel von Feng hatte die deutsche Abwehr ihre liebe Not. Nach anfänglichen Annahmeschwächen fing sich die deutsche Mannschaft, konnte aber nach hohen Angriffen (entweder zu sicher gespielt von Hanke oder aber nach eigener Abwehr hohes Zuspiel notwendig) gegen den chinesischen Doppelblock zu wenig ausrichten. Absolut begeisternd, mit welcher Leichtigkeit und Unaufgeregtheit das chinesische Team oft in der Abwehr und im Angriff (schnell!!!) agierte.
Stimmen:
Trainer Giovanni Guidetti: „Ich bin zufrieden – das war ein gutes Niveau heute und wir haben oft mithalten können. Alle Spielerinnen haben gut gespielt – Lena und Denise (die beiden Zuspielerinnen im Team) haben heute gesehen wie es geht und konnten besonders viel lernen. Für unsere Verteidigung war es schwer, Feng auszurechnen. In den ersten beiden Sätze haben wir zu viele unerzwungene Fehler gemacht, dann lief es besser. Nach diesem Spiel und diesem Turnier blicke ich optimistisch in die Zukunft.“
Mannschaftsführerin Cornelia Dumler: „China hat wirklich gut gespielt und wir haben oft mithalten können. Im 1. Satz haben wir einfach zu viele Eigenfehler gemacht, das wurde dann aber besser. Ich hatte eigentlich für dieses Turnier mit dieser jungen Mannschaft mehr Schwankungen erwartet – aber außer gegen Holland haben wir gute Spiele abgeliefert. Ich finde, wir haben uns hier gut präsentiert.“
Maren Brinker: „Ich kam erst später ins Spiel und ich glaube, es ist ganz gut gelaufen. China stellt schon eine sehr starke Mannschaft. Ich finde, wir haben uns zu keiner Zeit irgendwie durch einen Rückstand oder Fehler stören lassen – das war heute unsere Stärke. Wir haben immer an uns geglaubt und bis zum Abpfiff gekämpft.“
Team Manager Jan Lindenmair: „Das war heute deutlich besser als gestern. Wir haben über Verbesserungen gesprochen und uns vorgenommen, an den Satzenden mutiger zu spielen. Das hat die Mannschaft heute gemacht und damit sind wir im 3. Satz belohnt worden. Die Mannschaft ist immer dran geblieben und hat gekämpft. In der Mitte des 4. Satzes ist es etwas unglücklich gelaufen – da war noch mehr drin.
Abschluss-Tabelle
1. CUB - 5:0-Siege
2. CHN - 4:1-Siege
3. ITA - 3:2-Siege
4. NED - 2:3-Siege
5. GER - 1:4-Siege
6. SRB - 0:5-Siege
Das Turnier in Montreux in der Übersicht
(Jürgen Sabarz)