Zurich Team VC Olympia Berlin: Ohne Stammblock gegen Leipzig chancenlos!
Der Gästetrainer blieb unerbittlich, seine Spieler ebenso konzentriert: Das logische Resultat war am Samstagabend ein klares 3:0 (25:13, 25:19, 25:21) des danach Tabellensechsten VC Leipzig beim Tabellenletzten Zurich Team VC Olympia Berlin.
Was den Junioren von Bundes-Nachwuchstrainer Manfred Steinbeißer - zumindest ein Satzgewinn - sogar gegen Friedrichshafen und gegen den SC Charlottenburg in der ersten Volleyball-Bundesliga gelungen war, blieb diesmal kaum erreichbar. Weil Leipzigs Bankchef Michael Mücke keinen Millimeter von seiner Linie abwich. Und die besagt: "Die Leute von der Bank kommen nur rein, wenn es irgendwie nötig erscheint. Eine Maschine, die läuft, sollte man nicht mittendrin stoppen." Da könne leicht ein Bruch im Spiel einer Mannschaft entstehen. Und das wollte Mücke auf keinen Fall riskieren, denn mit dem deutlichen Erfolg war "die Play-off-Teilnahme 100 prozentig sicher". Und da wäre ihm am liebsten, als Vorrundensechster- oder siebenter "gegen den SCC oder Düren" antreten zu müssen. Und nicht als Achter "voraussichtlich gegen Friedrichshafen". Das mache ihm und seinen Jungs gar keinen Spaß...
Wenig Freude an der rund 66-minütigen Darbietung seiner Schützlinge vor einer spärlichen Kulisse in der Halle am Saefkow-Platz hatte der Gastgebercoach. Allerdings wusste Manfred Steinbeißer vorher, dass "es ohne unsere Mittelblocker-Achse Tim Broshog und Roy Friedrich sehr schwer" werden würde. Den nach einer heftigen Bronchitis angeschlagenen Broshog setzte er nur kurzzeitig ein, der verletzte Friedrich half bei der Statistik. Den Block-Part, sonst eine Stärke im ZTVCO-Team, übernahmen Sven Kellermann und Klaus Kunert aus der zweiten (jüngeren) Regionalliga-Truppe des ZTVCO. Sie gaben sich redlich Mühe - wie alle anderen an diesem Tag -, aber "der Riesenunterschied zur Bundesliga" machte sich doch bemerkbar. Steinbeißer wechselte daher im Gegensatz zu Mücke, der seine erste Formation von Steller Nico Riese bis Ex-SCC-Akteur Jan Günther durchspielen ließ, in seiner ungewohnten Besetzung fleißig. Und durfte als Teilerfolg einen Zuwachs an Ertrag registrieren: Von 13 stiegt die Punktequote über 19 bis auf 21 im dritten Durchgang. Und wer weiß, was noch hätte kommen können, wenn Junioren-Auswahlspieler und Hauptangreifer Jan Umlauft nicht bei einer 9:7-Führung in jenem Abschnitt nicht auf dem Fuß eines Leipziger gelandet wäre und ausgewechselt werden musste. Nach ersten Diagnosen dürften die Stützschienen am Sprunggelenk einen Bänderriss verhindert haben.
Indirekt war aber das 0:3 auch eine Bestätigung für das VCO-Modell, denn im Kader der Leipziger standen fünf ehemalige (neben Günther und Riese auch Dirk Mehlberg, Hannes Höpfner und Michael Neumeister) VCOler sowie der aus Berlin stammende Igor Wiederschein und der einst bei Post Berlin in der Bundesliga tätige Trainer Mücke.
(Quelle: epo)