U19-WM Mexiko (m): Nach Sieg gegen Puerto Rico um Platz 9

U19-WM Mexiko (m): Nach Sieg gegen Puerto Rico um Platz 9 Zuspieler Felix Horn überzeugte erneut mit guter Ballverteilung.

Die Mannschaft von Bundestrainer Söhnke Hinz gewinnt mit dem Sieg gegen Puerto Rico das 6. Spiel in Folge und ist damit bereits unter den „Top Ten“ in der „U 19-Welt“. Damit ist ein Minimalziel bereits erreicht. Wie erwartet war Puerto Rico ein schwerer Gegner, der technisch reif und mit hohem spielerischen Potential der deutsche Mannschaft in den ersten beiden Sätzen alles abverlangte. Erneut zeigte sich, dass das Team von Hinz taktisch gut geführt geduldig spielen kann, um dann seine Chancen zu nutzen. Am letzten Spieltag geht es nun um Platz 9 – erneut gegen Russland.

Startsechs Deutschland: Felix Horn (Z), Jonas Umlauft (D), Denis Kaliberda/Christian Fromm (A/A), Lukas Bauer/Felix Isaak) (MB), Fabian Kohl (L)
Startsechs Puerto Rico: Edgardo Gonzales (Z), Emanuel Batista (D), Sequiel Sanchez/Jose Velez (A/A), Omar Rivera/Ulises Maldonado (MB), Dennis Del Valle (L)

Spielverlauf

1. Satz: Das deutsche Team kann sich im Angriff nicht durchsetzen und muss nach einem direkten Annahmefehler schnell einen 0-3 Rückstand hinnehmen. Ein wenig Glück verhilft dem deutschen Team zum Ausgleich: zwei „verunglückte“ Angriffe (Ball nicht richtig getroffen) von Kaliberda und Umlauft, welche die Puerto Ricaner nicht parieren können sowie einen nach einem langen Ballwechsel von Puerto ins Netz versenkten Ball steht es 3-3. Ausgeglichen bis 6-6 und erneut nach langer Rallye kleine Führung für das deutsche Team zum 7-6, die bis zur 1. techn. Auszeit erhalten bleibt. Ein schöner Kaliberda-Angriff sowie ein Isaak-Block bringen dem deutschen Team das erste kleine Break bei 10-8. Der mittlere Teil des Satzes bleibt ausgeglichen. Bei der 2. technischen Auszeit allerdings Puerto Rico mit 16-15 vorn. Im letzten Drittel kann die deutsche Mannschaft mit 20-18 (Umlauft versenkt und Puerto Rico schlägt aus) in Führung gehen. Auszeit von Trainer Carlos Rodriguez. Nach drei deutschen Fehlern (Kaliberda aus, Umlauft Aufschlagfehler und Schlag in den Block) Ausgleich bei 21-21. Hinz beantragt eine Auszeit. Böttcher kommt für Bauer zum Aufschlag. Nach Fehlern von Bauer, Kaliberda und Isaak muss die deutsche Mannschaft den Satz abgeben - bei 23 und 24 noch Gleichstand.

2. Satz: Aufstellung wie im 1. Durchgang. Schnelle 3-0 Führung für das DVV-Team durch Fromm-Angriff, Umlauf/Bauer-Block und einem Netzfehler von Puerto Rico. Bei 6-6 und 7-7 Einstand – eine tolle Abwehr von Kohl nach Puerto Rico Lob wird von Umlauft zur 8-7 Führung „veredelt“. Bis 11-11 bleibt das Spiel ausgeglichen, dann führt eine deutsche Fehlerserie (Trainer Hinz versucht bei 11-13 durch eine Auszeit zu unterbrechen) zum 12-16 Rückstand. Ein erneuter unerzwungener Fehler von Kaliberda bringt einen 14-19 Rückstand. Hinz nimmt Isaak vom Feld und wechselt Böttcher ein. Kaliberda und Umlauft (Angriff) sorgen mit einem Fehler von Puerto Rico für eine Puerto Rico-Auszeit bei 17-19. Bei 18-20 kann Böttcher punkten, dann sorgen zwei Blocks (Böttcher/Umlauft) für die Führung bei 21-20. Gleichstände bei 21, 22 und 23. Bauer punktet zum Satzball – Puerto Rico beantragt die 2. Auszeit. Fromm´s Aufschlagfehler führt zu einem erneuten Einstand, ein Bauer-Angriffsfehler bringt den Satzball für Puerto Rico. Auszeit Hinz folgt. Kaliberda kann zum 25-25 ausgleichen. Hinz wechselt Metelski für Horn auf der Position 2 – der blockt wie bestellt und im nächsten Spielzug kann Kaliberda nach Zuspiel von Böttcher (!) den Satz abschließen.

3. Satz: Böttcher in der Startaufstellung. Ausgeglichen bei 3-3, danach kleiner 4-3 Vorteil für das deutsche Team durch Aufstellungsfehler von Puerto Rico. Ein Kanonenaufschlag von Fromm bringt das Break zum 5-3, ein Kaliberda-Angriff und zwei Fehler vom Puerto Rico Team halten Deutschland bei 8-6 vorn. Zwei Fehler Puerto Ricos (techn. Fehler und Angriff ins Aus) sowie ein Umlauft/Böttcher-Block und ein Böttcher/Fromm-Block lassen den deutschen Vorsprung auf eine 12-6 Führung anwachsen. Auszeit Puerto Rico. Fromm, Kaliberda und Umlauft machen weiter Druck und bringen dem Team bei der 2. technischen Auszeit eine komfortable 7-Punkte-Führung. Die deutsche Mannschaft spielt solide weiter und kann bei 24-19, als nochmals Metelskiy für Horn auf´s Feld kommt, mit einem Metelskiy-Angriff (nach Zuspiel von Bauer) den Satz beenden.

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Foto Sabarz: Der deutsche Block, hier mit Umlauft/Bauer, ist die große Stärke bei der WM.

4. Satz: Weiter mit Böttcher. Bis 2-2 ausgeglichen, dann führen zwei Puerto Rico-Fehler und ein Bauer-Abstauber (nach Fromm-Aufschlag) zur 5-2 Führung und der 1. Auszeit von Puerto Rico. 3-Punkte Führung auch bei der 1. technischen Auszeit. Die Mannschaft um Denis Kaliberda ist nun nicht mehr zu bremsen – der Trainer von Puerto Rico wechselt nun fast das ganze Team durch. 16-10 Führung bei der 2. technischen Auszeit. Bei 19-12 für die deutsche Mannschaft versucht der Trainer Puerto Rico´s den drohenden Satzverlust mit einer weiteren Auszeit aufzuhalten. Die Punkte von 20-25 werden ausnahmslos vom deutschen Angriff erzielt (einmal Umlauft, zweimal Kaliberda und zweimal Fromm).

Fazit: Die deutsche Mannschaft gewinnt das 6. Spiel in Folge – erneut mit einer guten taktischen Anpassung an die anfängliche Überlegenheit des Gegners und einer gehörigen Portion Geduld. Puerto Rico zeigte die von Trainer Söhnke Hinz prognostizierte technische Reife und spielerische Klasse. Nach dem knapp verlorenen 1. Satz wurde es in der Mitte des 2. Durchgangs (14-19 Rückstand!) doch etwas brenzlig für das DVV-Aufgebot. Puerto Rico spielte druckvoll und konnte mehrfach erfolgreich Lobs (sehr gefühlvoll nach schnellem Armzug) platzieren – häufig aus einer Mittelposition heraus nach außen. Hier verdient Libero Fabian Kohl ein Sonderlob, der in Annahme und Abwehr tadellos arbeitete. Gegen Ende des 2. Satzes dann das „Glück des Tüchtigen“ für Trainer Söhnke Hinz, der sich erst bei dem 2. Satzball für das deutsche Team entschloss, den Block mit der Einwechslung von Metelskiy (für Horn) zu verstärken – zur Belohnung gab es den wichtigen Satzgewinn. Interessant, dass Puerto Rico in der Folge (Durchgang 3 und 4) mehrfach am vermeintlichen schwachen Block auf der Pos. 2 (Zuspieler Horn) scheiterte – der blieb konzentriert, hatte die Nerven für das richtige Timing und tat nach erfolgreichen Blocks so als wäre nichts geschehen. Eine insgesamt wiederum gute Leistung des deutschen Teams, dem man auch nach guten Bällen aus der Abwehr eine etwas schnellere Gangart am Netz wünscht, damit die Angreifer nicht so oft gegen einen Doppelblock agieren müssen. Ein Sieg, der auch deshalb hoch eingeschätzt werden muss, weil Zuspieler Jonas Hemlein im Hotel bleiben musste: Magenverstimmung.

Stimmen

Bundestrainer Söhnke Hinz (zunächst an den Trainerkollegen aus Puerto Rico gewandt): „Ich habe tiefen Respekt vor Ihrer Mannschaft – sie verfügen über sehr gute Spieler und haben auf diesem Turnier vielen Mannschaften gezeigt wie es geht.“ Weiter: „Wir hatten eine sehr genaue Video-Analyse und haben unsere Taktik danach ausgerichtet. Allerdings hat es auf Grund der spielerischen Stärke unseres Gegners etwas gedauert, bis wir alles umsetzen konnten. Das war schon schwer für das Team. Am Ende des 2. Satzes haben wir auch etwas Glück gehabt.“

Mannschaftsführer Denis Kaliberda: „Nach diesem knappen 1. Satz war der Gewinn des 2. Satzes ungeheuer wichtig für uns. Der war sehr hart zu gewinnen, aber das war der Schlüssel zum Sieg. Puerto Rico hat sehr gut gespielt, wir sind dann über unseren Aufschlag besser geworden.“

Efgeniv Metelskij: „Ich hatte die klare Ansage, dass ich (Ende des 2. Satzes) die Linie zumachen soll. Das habe ich getan und es war gut. Im 1. Satz hat bei uns etwas der Druck gefehlt, die Puerto Ricaner konnten zu oft schnell über die Mitte kommen. Später ging das nicht mehr.“

Johannes Delinsky: „Wie waren heute richtig heiß auf das Spiel, weil wir wussten, dass es vorentscheidend für die endgültige Platzierung war. Die zwei Tage Pause waren gut für uns – wir waren gut eingestellt und dann war der Kampfgeist wieder einmal entscheidend. Vor allem haben wir die Mitte besser in den Griff bekommen.“

Felix Horn: „Wir haben uns am Anfang etwas schwer getan, weil wir wohl auch wussten, dass es jetzt definitiv um die Plätze geht. Je länger es dauerte, desto besser sind wir reingekommen - auch durch unsere Abwehr haben das Spiel schließlich an uns gerissen. Ich bin froh darüber, dass ich einige Male außen so richtig schön „zu“ gemacht habe.“

Carlos Rodriguez, Trainer der Nationalmannschaft Puerto Ricos: „Im 1. Satz sind wir gut gestartet und haben auch gut gespielt. Als wir im 2. Satz unsere große Führung verspielt hatten, musste ich mich Sorgen machen. Unsere Annahme hatte zunehmend Probleme und wir hatten nicht mehr so viele Optionen. Dann war der starke deutsche Block wohl der Schlüssel zum Erfolg meines Kollegen.“

Mannschaftsführer Edgardo Gonzales: „Es ist ganz einfach: nach dem 1. Satz bekamen wir Probleme in der Annahme, weil der deutsche Aufschlag besser wurde. Morgen wird es hart für uns – wir müssen schnell vergessen, was heute passiert ist."

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(Sabarz)