Stand-Volleyball (M): Perfekter Start beim World Cup in Kambodia

Stand-Volleyball (M): Perfekter Start beim World Cup in Kambodia Bundestrainer Athanasios Papageorgiou spricht in einer Auszeit zu seinen Spielern.

Zur Eröffnungsfeier des 4. Volleyball Worldcup for Disabled 2007 in Phnom Penh hieß es für alle bald aufzustehen, da bereits um 7:00 Uhr Abfahrt zum Olympic Stadium war. Nach Ankunft des Stellvertreters des Primeministers Mr. H.E Sok An begann die Eröffnungsfeier mit einer buddhistischen Zeremonie, Vorstellung der Teams (Kambodscha, Kanada, Deutschland, Indien, Polen, Slovakei), der Offiziellen sowie der anwesenden Delegationen verschiedener Länder, einem traditionellen Apsara-Tanz und den Begrüßungsreden.

24. Nov.: 1. Spieltag
Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Behinderten hatte ihr erstes Spiel am Abend gegen das Team der Slowakei (Svk : Ger). Trotz anfänglich hoher Nervosität begannen die Spieler den ersten Satz sehr konzentriert. Sie gingen von Anfang an in Führung und setzten den Gegner mit einem guten Spielaufbau und starken Angriff unter Druck, so dass er im ersten Satz nicht in das Spiel kam, und der Satz 16:25 an Deutschland ging. Zu Beginn des 2. Satzes war das Spiel dann ausgeglichen, doch auf deutscher Seite ließ der Druck nach und es schlichen sich immer mehr Fehler ein. Dies setzte sich auch im dritten Satz fort. In beiden Sätze fand die Mannschaft nicht zurück ins Spiel und konnte keinen druckvollen Angriff aufbauen. Beide Sätze gingen mit 25:18 und 25:16 an die Slowakei. Im vierten Satz änderte der Bundestrainer Athanasios Papageorgiou die Aufstellung und Pavo Grgic kam für Stefen Wygasch. Das Spiel wurde nun wieder konzentrierter und druckvoller. Bis zur Mitte des vierten Satzes stand das Spiel immer wieder auf der Kippe, bis der Punkteabstand etwas größer und der Satz 18:25 gewonnen wurde. Im fünften Satz ging das deutsche Team von Beginn an mit zwei Punkten Vorsprung in Führung und konnte diesen bis zum Feldwechsel halten. Je weiter der Satz fortschritt, um so stärker wurden die Slowaken, so dass unsere Mannschaft nach drei Satz- und Spielbällen schließlich den nervenaufreibenden Satz mit 17:15 gewannen.

Ergebnisse:
CAM – IND 3:0 (25.11, 25:16, 25:16)
POL – CAN 1:3 (19:25, 25:21, 16:25, 22:25)
SVK – GER 2:3 (16:25, 25:18, 25:16, 18:25, 15:17)

25. Nov.: 2. Spieltag
Mit Spannung erwartete die deutsche Mannschaft das Spiel gegen Weltmeister Kanada. Durch schwierige und gezielte Aufschläge sollte von vornherein verhindert werden, dass der Gegner einen sauberen Angriff über seine zwei Hauptangreifer Greg Stewart und Chris Rodway aufbauen kann. Das deutsche Team setzte von vornherein die Taktik des Bundestrainers um und ging bei allen drei Sätzen von Beginn an in Führung. Aufgrund des druckvollen und variantenreichen Spiels konnte die Führung über alle drei Sätze gehalten und insbesondere im zweiten Satz zu einem Vorsprung von zwölf Punkten ausgebaut werden. Entgegen dem ersten Spiel brach die Mannschaft diesmal im zweiten Satz nicht ein, machte nur wenige Fehler und zeigte viel Einsatz und Spielfreude. Die Annahmeschwäche der Kanadier wurde von der deutschen Mannschaft sehr gut herausgespielt, so dass diese nur selten einen punktsicheren Angriff aufbauen konnten. Die auf beiden Seiten gezeigten Block- und Abwehreinsätze führten immer wieder zu langen und spektakulären Ballwechseln, so dass dem zahlreich vorhandenen Publikum trotz des eindeutigen Ergebnisses ein sehr interessantes Spiel geboten wurde. Beide Seiten kämpften bis zum Schluss um jeden Punkt.

Ergebnisse:
IND – POL 0:3 (19:25, 18:25, 20 :25)
GER – CAN 3:0 (25:16, 25:13, 25:15)
CAM – SVK 0:3 (20:25, 21:25, 21:25)

26. Nov.: 3. Spieltag
Dass die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Behinderten gegen den Gastgeber spielte, kündigte sich schon beim Aufwärmen vor dem Spiel an, denn es füllten sich langsam die Ränge der Halle. Während des Spiels waren dann über 1.000 Zuschauer anwesend und bis auf eine kleine deutsche Ecke alle für das kambodschanische Team. In der Halle war eine riesige Stimmung. Jeder Punkt der heimischen Mannschaft, aber auch jede gute Aktion beider Mannschaften wurde gefeiert. Ausgestattet mit Fähnchen und leeren Wasserflaschen, die beim Schlagen auf den Boden zwischen den Sitzen eine laute Kulisse ergaben, gingen die Zuschauer richtig mit. Den Zuschauern wurde von beiden Mannschaften ein kämpferisches Spiel mit stuntfähigen Szenen in der Abwehr, platzierten Angriffen, abwechslungsreichen Lops und Kampf um jeden Ball geboten. Oft jubelte das Publikum bereits, während der Ball doch noch gerettet und ein neuer Angriff aufgebaut werden konnte. In den ersten beiden Sätzen ging die deutsche Mannschaft schnell mit zwei bis vier Punkten in Führung und konnte diese immer wieder verteidigen. Im dritten Satz holte die kambodschanische Mannschaft aufgrund vieler Fehler bei unserer Mannschaft einen 5-Punkte-Rückstand auf und ging mit sechs Punkten Abstand in Führung. Das Publikum feuerte seine Mannschaft begeistert an und es begann ein Kampf um jeden Punkt. Doch letztendlich konnte unsere Mannschaft aufgrund der größeren Routine zum Schluss die entscheidenden Punkte machen und den Satz mit 25:23 und das Spiel mit 3:0 gewinnen.

Ergebnisse:
IND – CAN 1:3 (13:25, 25:25, 28:26, 18:25)
SVK – POL 3:0 (25:11, 25:17, 25:21)
CAM – GER 0:3 (20:25, 17:25, 23:25)

Weitere Informationen zur deutschen Volleyball-Nationalmannschaft der Behinderten finden Sie unter www.dbs-volleyball.de

(Nanette Hänsel)