smart Grand Slam Berlin: Mischa Urbatzka: „Wir sind auf einem guten Weg!“
Seit der Saison 2007 bildet Mischa Urbatzka ein Duo mit dem zweifachen Europameister Jonas Reckermann. Der 24-jährige Hamburger tritt in die großen Fußstapfen von Markus Dieckmann und peilt mit Reckermann die Olympischen Spiele 2008 an. Vor dem smart Grand Slam in Berlin gab er folgendes Interview.
Seit dieser Saison bildest du mit Jonas Reckermann ein Duo. Wie fällt dein erstes Fazit nach den bisherigen Turnieren aus?
Urbatzka: „Die Ergebnisse sind ganz ordentlich. Es hätte natürlich noch das eine oder andere Turnier besser abgeschlossen werden können. Aber sonst ist es für uns sehr gut gelaufen.“
Fünf Top Ten-Platzierungen zeigen, dass ihr bereits zur erweiterten Weltspitze zählt. Was fehlt aktuell noch, um eine hervorragende einstellige Platzierung unter den Top Vier zu erzielen?
Urbatzka: „Es fehlt manchmal einfach noch die Konstanz. Wir zeigen in vielen Spielen, was für einen überragenden Beach-Volleyball wir spielen können. Jedoch die Fähigkeit, es immer auf einem hohen Niveau abrufen zu können, fehlt vor allem noch bei mir.“
Wie ist die Rollenverteilung auf dem Platz? Wer hat das Sagen?
Urbatzka: „So was geht bei uns immer nach dem Alter… Jonas ist zwar erst 28, ist aber der Ältere auf dem Feld. Nein, von seiner Erfahrungen können wir als Team sehr viel profitieren.“
Wie laufen die Spiele? Bekommst du als „Neuling“ auf der Tour alle Bälle?
Urbatzka: „Ja! Ich würde sagen, dass zu 90% über mich gespielt wird. Aber ich versuche, mich so gut ich kann zu behaupten. Vielleicht kann ich die Quote dann drücken.“
Du hast jahrelang fast ausschließlich auf der nationalen Tour gespielt. Was sind die größten sportlichen Unterschiede zwischen nationaler und internationaler Tour?
Urbatzka: „Weniger Fehler! Die meisten Teams machen sehr wenig Fehler. Standards im Side-out sind oft sehr stabil. Man muss schon viel Risiko im Service investieren, damit man Aussicht auf einen Breakpunkt bekommen kann. Viele Team fighten bis zuletzt, so dass es immer wieder schwierig wird, den nächsten Punkt zu erzielen.“
Wie ist es für dich, seit Ende vergangenen Jahres als Vollprofi deinen Lebensunterhalt mit Beach-Volleyball zu verdienen?
Urbatzka: „Neu! Es ist natürlich ein neues Gefühl. Neuer Partner, neues Trainerteam und neue Stadt. Es hat natürlich auch Vorzüge. Es wird einem aber doch erst jetzt bewusst, wie wertvoll der eigene Körper bei dieser ganzen Sache ist. Kurz gesagt, mein Körper ist mein Kapital. Wenn man nicht volle Leistung gehen kann, wird es in der Internationalen Spitze sehr schnell eng!“
Was war die größte Umstellung für dich?
Urbatzka: „Dass ich nach Köln gezogen bin und ich meine Familie und Freunde aus Kiel und Hamburg oft nur am Telefon sprechen kann.“
Worin bist du schon stärker geworden, was gibt es noch zu verbessern?
Urbatzka: „Athletisch habe ich einen Schritt nach vorne gemacht. Es gibt noch einige Bereich, wo ich Fortschritte gemacht habe. Ich weiß aber auch, dass da noch Ressourcen in mir stecken.“
Was sind die Ziele in diesem Jahr?
Urbatzka: „Wir wollen unsere Ziele nicht über Platzierungen definieren. Wir wollen unser gemeinsames Spiel und einzelne Trainingsaspekte konstanter bekommen. Was sich dann am Ende eben auch auf die Resultate auswirkt.“
Aktuell liegt ihr auf Peking-Kurs, aber der Weg ist noch weit. Wann und wo wird die Entscheidung fallen?
Urbatzka: „Ja, der Weg ist noch weit! Mit dem letzten Turnier weiß man mehr. Wenn man sich die Ergebnisse auf der Tour zurzeit ansieht erkennt man, wie eng es dort zugeht.“
Peking 2008 – Urbatzka ist dabei. Wie findest du die Schlagzeile, und wie realistisch ist sie?
Urbatzka: „Klingt für mich sehr gut! Hört sich ein bisschen nach BILD Zeitung an! Natürlich ist es realistisch, wenn man keine Chance haben sollte, muss man es nicht versuchen. Wir sind auf einem guten Weg.“