Jugend-EM (m): Bernard: „Wir müssen nicht traurig sein, Fünfter geworden zu sein!“

Jugend-EM (m): Bernard: „Wir müssen nicht traurig sein, Fünfter geworden zu sein!“ Bundestrainer Stewart Bernard inmitten seiner Spieler.

Die männliche Jugend erreichte bei der EM in Wien/Österreich Platz fünf und erfüllte damit die Vorgabe von Bundestrainer Stewart Bernard (41 Jahre), der vor dem Turnier einen Platz unter den ersten sechs Teams als Ziel ausgegeben hatte. Im Interview äußert sich Bernard zum Niveau des Turniers, zum Abschneiden seiner Mannschaft und zur Zukunft.

Mit nur einer Niederlage gegen Polen (2:3) wurde Platz 5 belegt. Überwiegt die Trauer über die vergebene Medaillen-Chance oder die Zufriedenheit über das avisierte Ziel, unter die ersten sechs Teams zu kommen?
Bernard: „Wir hatten gegen Polen unsere Chance, aber in diesem Spiel waren nicht alle Spieler in Bestform, um erneut gegen Polen zu gewinnen. Deswegen müssen wir nicht traurig sein, Fünfter geworden zu sein.“

Unmittelbar vor der EM gab es drei Testspiele in Polen. Alle drei wurden gewonnen (3:0, 3:0, 3:2). War es im Nachhinein ein Fehler, gegen den Viertelfinal-Gegner gespielt zu haben?
Bernard: „Nein. Ich denke, dass die Testspiele gegen Polen wichtig für uns waren. Wir wussten natürlich, dass wir auf die Polen treffen können. Aber wenn man Europameister werden will, muss man immer gegen gute Mannschaften spielen. Dann dürfte man in Zukunft gegen keine Top-Teams spielen.“

War die Enttäuschung nach der Niederlage groß?
Bernard: „Natürlich, alle hatten von einer Medaille geträumt. Die Spieler haben sich aber zusammen gerauft und wollten danach unbedingt Platz fünf erreichen, um die Qualifikation zur WM zu schaffen.“

Es fiel auf, dass viele Spiele über vier oder gar fünf Sätze (17 von 28 Spielen) ausgingen. War das Niveau so ausgeglichen oder sind das die normalen Schwankungen im Nachwuchsbereich?
Bernard: „Das Niveau war sehr ausgeglichen, die Emotionen waren in jedem Spiel da. Jedes Team hat bis zum Ende um seine Chance gekämpft.“

Wie haben Sie das Niveau der EM empfunden?
Bernard: „Dieses Jahr war das Niveau so, dass viele Teams näher gerückt sind. Auch die Mannschaften auch Platz 7, 8 hätten höher kommen können. Das Finale war auf einem sehr hohen Niveau mit sehr guten Abwehrleistungen und guten taktischen Elementen.“

Gab es irgendwelche Tendenzen, Entwicklungen, die neu oder auffällig waren?
Bernard: „Alle Mannschaften agieren mit einem Statistikprogramm, alle spielen mit viel mehr Emotionen als früher.“

Gab es Spieler in ihrem Team, die sie positiv überrascht haben?
Bernard: „Marvin Prolingheuer hat positiv überrascht. Bei seinen Einsätzen hat er gezeigt, dass er mithalten kann. Markus Steuerwald hat als Außenangreifer überzeugt, und das, obwohl er drei Monate lang diese Position nicht trainiert hat. Zudem ist er bester Aufschlagspieler des Turniers geworden. Generell gilt: Ich möchte mich bei den Landes- und Stützpunkttrainern für die gute Vorbereitung der Spieler und die Zusammenarbeit bedanken.“

Ihre Mannschaft hat sich für die Jugend-WM in Mexiko qualifiziert. Allerdings ist nicht klar, ob ihr Team dort teilnehmen kann (Förderung fraglich). Wären Sie enttäuscht, falls es nicht klappen sollte?
Bernard: „Ich denke, dass die Mannschaft die Chance bekommen sollte, die WM zu spielen. Wir haben nur ein Spiel verloren, deswegen konnten wir keine Medaille gewinnen. Es wäre schade um die Perspektive der Spieler. Jeder internatonale Wettbewerb ist für diese Mannschaft und Spieler wichtig. Vor allem, weil es in Zukunft immer schwieriger wird, sich zu qualifizieren.“

Wie geht es weiter mit der Mannschaft?
Bernard: „Wir haben im Sommer das Acht-Nationen-Turnier in Gotha, vorher Vorbereitungsspiele gegen Brasilien und eine weitere Nation.“

Die Jugend-EM 2007