Grand Prix Qualifikation Ankara (F): DVV-Frauen trotz Niederlage überzeugend
Ankara - Die deutschen Volleyball-Damen verloren erwartungsgemäß ihr Auftaktspiel bei der Europa-Qualifikation für den Grand Prix 2008 mit 1:3 (22-25, 21-25, 25-22, 21-25 ) gegen Weltmeister Russland in Ankara, zeigten aber dennoch eine überzeugende und kämpferische Leistung. Die DVV-Mannschaft hatte am Montag ihren spielfreien Tag und muss nun bis Sonntag jeden Tag antreten. Am Mittwoch ist Bulgarien der Gegner (14.30 Uhr MESZ, live auf Eurosport), am Donnerstag Vize-Europameister Italien (14.30 Uhr), am Freitag Aserbaidschan (14.30 Uhr), am Samstag Gastgeber Türkei (17.00 Uhr) sowie am Sonntag (14.30 Uhr) Serbien.
Russland steht nun mit zwei Erfolgen an der Spitze der Tabelle. Der Olympia-Zweite hatte am Montag mit seiner zweiten Mannschaft (ohne Sokolova, Godina, Gamova, Safronova) bereits Bulgarien mühelos mit 3-0 bezwungen. Gegen ein gutes deutsches Team taten sich die Russinnen sehr schwer, lagen in den ersten beiden Durchgängen fast immer zurück, spielten dann aber ihre größere Routine aus. Vor allem gegen die harten Angriffe der 2,02 m langen Ekaterina Gamova fanden die Deutschen kein Konzept. Der dritte Satz verlief genau entgegengesetzt: Deutschland lag zurück, übernahm erstmals bei 19-18 die Führung und gab sie dann nicht mehr ab. Im vierten Satz wechselte die Führung nach einem schnellen deutschen 4-0 ständig hin und her, bei 17-16 für Deutschland gelangen den Russinnen dann aber vier Punkte hintereinander, die letztendlich Spiel entscheidend waren.
Kapitän Angelina Grün (Foppapedretti Bergamo) war - wie immer - beste Punktesammlerin mit 15 Punkten: "Wir hatten in Ankara wie bei der EM 2003 auf ein kleines Wunder gehofft. Damals schlugen wir die Russinnen 3:0 und zogen ins Halbfinale ein, gewannen schließlich Bronze. Leider ist uns das heute nicht gelungen." Bundestrainer Giovanni Guidetti, seit rund 16 Monaten im Amt: "Meine Mannschaft hat sehr gut gespielt. Diese Niederlage hatte ich insgeheim einkalkuliert, schließlich war das unser erstes offizielles Spiel in diesem Jahr. Es ist nicht gut, wenn man so lange international nicht auftritt. Ich hoffe, wir qualifizieren uns für den Grand Prix im nächsten Jahr, dann passiert uns das nicht mehr. Allerdings wird es sehr, sehr schwer in dieser Woche gegen so hochkarätige Gegner, neben Russland noch Vize-Europameister Italien, den EM-Vierten Aserbaidschan, Gastgeber Türkei, Vize-Europameister von 2003, Bulgarien und Serbien. Die Mannschaft darf sich eigentlich keinen Aussetzer mehr leisten."
Nachdem der internationale Volleyball-Verband FIVB kurzfristig entschieden hatte, Europameister Polen eine Wild Card für den World Grand Prix im nächsten Jahr zu geben, musste der europäische Verband CEV den Austragungsmodus für die Qualifikation in Ankara in letzter Minute ändern. Die sieben Mannschaften spielen nun in einer Runde "jeder gegen jeden", die drei bestplatzierten Teams nehmen am Grand Prix teil.
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(Kollbach)