European League 2007: Stefan Hübner: „Wir wollen guten Volleyball zeigen und beide Spiele gewinnen!“
Die deutschen Männer haben die Chance, bei der vierten Auflage der European League zum zweiten Mal nach 2004 die Finalrunde der besten vier Teams zu erreichen. Dazu sind am letzten Vorrunden-Wochenende in Trier (29. Juni um 19.00 Uhr, live auf Eurosport und 1. Juli um 12.00 Uhr) zwei Erfolge über Belgien Pflicht, zudem müssen die Spanier und Niederländer „mitspielen“, die zeitgleich in Spanien aufeinander treffen. DVV-Mittelblocker Stefan Hübner zählt laut Expertenmeinung zu den drei Weltbesten auf seiner Position und ist auch aktuell in der European League der statistisch bester Blocker (1,0 Blockpunkte pro Satz). Im Interview äußert sich der 32-jährige Italien-Profi (Trento, ab nächster Saison beim Meister Treviso) zum finalen Vorrundenwochenende sowie die bisherigen Partien.
Das letzte Vorrunden-Wochenende steht an. Wie beurteilst du die Aussichten vor den Partien gegen BEL?
Hübner: „Es liegt natürlich nicht zu 100 Prozent in unserer Hand, ob wir den Sprung zur Finalrunde schaffen. Wir werden versuchen, die beiden Spiele deutlich zu gewinnen. Wir haben in dieser Woche nicht so intensiv im Kraftbereich trainiert, von daher sollten wir fit und ausgeruht in die beiden Partien gehen - jeder von uns will alles geben. Es ist aber so, dass die Mannschaft, die in Spanien die erste Partie verliert, aus dem Rennen ist. Und da ist die Gefahr groß, dass auch die zweite Partie abgegeben wird.“
Wie ist es zu erklären, dass ihr alle vier Niederlagen im zweiten Spiel eines Wochenendes kassiert habt? Ist es Überheblichkeit, ein Kopfproblem oder liegt es im körperlichen Bereich?
Hübner: „Das waren ganz unterschiedliche Gründe. Zu Beginn gegen Belgien haben wir die zweite Partie mit einer komplett anderen Aufstellung gespielt - da sollte jeder spielen und sich präsentieren. In den anderen Partien waren wir auch noch nicht so eingespielt. In Bielefeld gegen die Niederlande und in Dessau gegen Spanien waren wir körperlich im Keller, dies ist auf den athletischen Aufbau und die Umstellung im Krafttraining zurück zu führen. Wir haben mit Christian Verona (er war mit Hübner in Trento und geht jetzt mit ihm nach Treviso, Anm. d. Red.) einen neuen Mann, der andere Übungen und eine andere Steuerung praktiziert. Wir haben viel Kraft, Schnelligkeits- und Ausdauerläufe gemacht, der Aufbau zielt bereits auf die EM. Das ist richtig und wäre fahrlässig gewesen, wenn wir dies nicht so gemacht hätten. In den Niederlanden haben wir aber zwei sehr gute Spiele gemacht.“
Was muss bei Belgien beachtet werden?
Hübner: „Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen. Die spielen einen guten Streifen und werden auch stärker sein als am ersten Wochenende. Sie haben mit Depestele einen guten, erfahrenen Zuspieler, der jetzt von Thessaloniki nach Russland wechselt. Zudem schlagen sie – ähnlich wie die Niederländer - sehr gut auf, den Druck müssen wir in der Annahme kontrollieren und ihnen unser Spiel aufzwingen.“
Worauf können sich die Zuschauer in Trier freuen?
Hübner: „Auf eine Mannschaft, die fit ist, guten Volleyball zeigt und zwei Spiele gewinnen will. Wir wollen an die Leistung vom vergangenen Wochenende anknüpfen. Es werden zwei interessante Spiele, weil die Belgier sich gut verkaufen wollen.“
Wie groß wäre die Enttäuschung bei einer Nicht-Qualifikation?
Hübner: „Die wäre schon groß. Man hat sechs Wochen Zeit und Arbeit investiert, und wir spielen alle, um zu gewinnen. 2005 und 2006 diente die European League als Aufbau für WM- bzw. EM-Qualifikation, in diesem Jahr sind wir mit dem Ziel rangegangen, den Wettbewerb zu gewinnen. Es wäre aber natürlich kein Weltuntergang, schließlich ist unser Hauptziel eine gute EM. Aber schade wäre es auf jeden Fall.“