European League 2007: DVV-Männer übernehmen Tabellenführung durch zweiten 3:2-Sieg in Spanien!

European League 2007: DVV-Männer übernehmen Tabellenführung durch zweiten 3:2-Sieg in Spanien!

Die DVV-Männer haben die Tabellenführung in der Gruppe A der European League 2007 übernommen. Die Spieler von Michael Warm siegten auch in der zweiten Partie in Spanien, erneut mit 3:2 (20:25, 21:25, 25:21, 25:19, 15:12), erneut nach 0:2-Satzrückstand. Und da die Niederlande in Belgien nur 1:1 spielte, ist Deutschland mit nunmehr 4:2-Siegen vor Spanien und den Niederlanden (je 3:3-Siege) sowie Belgien (2:4-Siege).

Die Vorgabe war klar. Nach dem nach den ersten beiden Spiel-Wochenende in der Europaliga jeweils ein Sieg und eine Niederlage zu Buche standen, wollten die deutschen Männer gegen Spanien endlich mal einen Doppelspieltag mit zwei Siegen abschließen. Die erste Etappe war am Freitag mit einem 3:2 in Ciudad Real erfolgreich abgeschlossen worden, die zweite endete vor nur 600 Zuschauern in Puertollano ebenfalls mit einem 3:2 (20:25, 21:25, 25:21, 25:19, 15:12). Damit hat die DVV-Auswahl ein perfektes Wochenende hinter sich, wenngleich beide Spiele mit Startschwierigkeiten verbunden waren. „Vielleicht gelingt es uns ja mal, so ein Spiel mit 3:0 zu gewinnen”, sagte Zuspieler Simon Tischer. „Das wäre doch auch angenehm.”

Interims-Trainer Michael Warm hatte lange überlegt, ob er mit der Stammsechs anfangen soll, oder ob er der Sechs vertrauen soll, die am Freitag das erste Spiel erfolgreich abgeschlossen hatte. Letztlich entschied er sich für die Freitag-Variante. Bei den Spaniern stand wieder Israel Rodriguez im Aufgebot, der bei der Niederlage vor zwei Tagen Mitte des 3. Satzes verletzt ausgeschieden war.

Entscheidend für den Spielausgang, so hart es sich anhören mag, war der verletzungsbedingte Ausfall von Libero Thilo Späth (Distorsion im linken Fuß) im 3. Satz bei 11:14. Als Notlösung übernahm Marcus Popp dessen Position, was wesentlich zur Stabilisierung in der Annahme beitrug und für den Satzausgleich sorgte.

Im 5. Satz liefen die Deutschen aber lange Zeit einem Rückstand hinterher, der bei 5:9 schon bedrohlich wirkte. Erst eine starke Aufschlagserie von Stefan Hübner brachte das DVV-Team wieder ins Match zurück. So wurde aus einem 7:10 eine 12:10-Führung. Den Matchball verwandelte Björn Andrae zum 15:11. Punktbester Spieler war Jochen Schöps mit 19 Punkten, vor Björn Andrae (18).


Deutschland hatte mit folgender Startsechs begonnen: Frank Dehne (Zuspiel), Björn Andrae (Außen), Max Günthör (Mitte), Jochen Schöps (Diagonal), Stefan Hübner (Mitte), Eugen Bakumovski (Außen).
Spanien begann mit Miguel Falasca (Zuspiel), Israel Rodriguez (Außen), Jose Subiela (Mitte), Guillermo Falasca (Diagonal), Enrique de la Fuenta (Außen), Jose Molto (Mitte.

1. Satz: Spanien hatte sich in der deutschen Annahme wieder Libero Thilo Späth ausgeguckt, der denn auch mächtig unter Druck stand. Der für den VCO Zurich Team Berlin spielende 20-Jährige hatte im Auftaktsatz seines erst 15. Länderspiels kaum eine gute Aktion, so dass die Deutschen nie richtig in den Rhythmus kamen.

2. Satz: Beide Teams mit der Aufstellung wie im 1. Durchgang.
Guter Start für die DVV-Auswahl mit einer 3:0-Führung. Bis zum 14:11 hinterließ das Team einen besseren Eindruck, es gelangen auch mal Blockpunkte, anders als im 1. Satz. Doch wieder kippte das Spiel, die Annahme wurde von Ball zu Ball unsicherer und bei 15:14 ging Spanien erstmals in Führung. Ein Aufschlag von Miguel Falasca, den die deutschen Spieler im Aus wähnten, wurde zum 21. Punkt der Spanien, die den Satz dann leicht mit 25:21 zu Ende brachten.

3. Satz: Deutschland jetzt mit Simon Tischer im Zuspiel, Andrae und Bakumovski auf Außen, Schöps diagonal, und in der Mitte mit Hübner und Günthör.
Wieder fing der Satz aus deutscher Sicht gut an, die bis zum 10:8 die Nase vorn hatten. Aber es war nur ein Strohfeuer, denn die Spanien machten in der Folge sechs Punkte, die DVV-Männer nur noch einen. Bei 14:11 fiel dann auch noch Libero Späth verletzt aus und musste durch Marcus Popp ersetzt werden. Ein Wechsel mit Wirkung, da Popp die Annahme wesentlich stabilisierte. So wurde aus einem 13:15 eine 24:21-Führung. Den zweiten Satzball zum 25:22 verwandelte Stefan Hübner.

4. Satz: Deutschland weiter mit Simon Tischer im Zuspiel, Andrae und Bakumovski auf Außen, Schöps diagonal, und in der Mitte mit Hübner und Günthör.
Es war offensichtlich, dass die Spanier ihr Konzept auf das „Abschießen” des deutschen Liberos angelegt hatten. Weil der nun nicht mehr im Spiel war, wurden sie zunehmend ratloser. Auf deutscher Seite klappte es dagegen jetzt in allen Bereichen besser, auch im Angriff und im Block. Von 8:7 über 11:7, 17:12, 21:19 fuhr die DVV-Auswahl den Durchgang mit 25:19 ein.

5. Satz: Deutschland weiter mit Simon Tischer im Zuspiel, Andrae und Bakumovski auf Außen, Schöps diagonal, in der Mitte mit Hübner und Günthör und Marcus Popp als Libero.
Drei Punkte zurück (2:5), drei aufgeholt (5:5), vier zurück (5:9), zwei aufgeholt (7:9), Ausgleich (10:10), Führung (12:10), nach starken Aufschlägen von Hübner. Den Matchball nutzte Björn Andrae zum 15:12.

Stimmen zum Spiel
Trainer Michael Warm: „Respekt, die Mannschaft hat zum zweiten Mal einen 0:2-Rückstand und das auswärts umgedreht. Das zeigt, welche spielerische Reife inzwischen im Team steckt. Auch in den Krisen wurde Ruhe bewahrt und selbst der Ausfall von Thilo Späth wurde kompensiert. Vielleicht war es sogar der entscheidende Negativ-Kick, um neue Kräfte zu mobilisieren.“

Jochen Schöps: „Wir haben uns wieder reingekämpft und das hat die Spanier sicher an das Freitagspiel erinnert. Das zeigt, welches Potenzial wir haben und das ist hier in Spanien noch längst nicht alles abgerufen worden. Es läuft noch nicht alles rund, aber daran werden wir arbeiten.“

(Quelle: Klaus Wegener)