Europapokal (M): Friedrichshafen schlägt sich meisterlich
Zweiter Sieg für den VfB Friedrichshafen in der Indesit European Champions League. Gegen den spanischen Pokalsieger und Vizemeister Unicaja Arukasur Almeria (Spanien) setzten sich die Häfler in 68 Minuten mit 3:0 (25:20, 25:20, 25:16) durch. Damit sind sie in dieser Saison weiterhin ohne Satzverlust.
Nach der Partie in Almeria (Spanien) war erst einmal Warten angesagt. Elf Spieler vom VfB Friedrichshafen, Manager Stefan Mau, Trainer Stelian Moculecu mit seinem Staff und natürlich die Medienvertreter – alle waren sie schon versammelt und warteten nur noch auf einen: Everaldo. Der Brasilianer, der in der vergangenen Saison noch für Unicaja Arukasur Almeria gespielt hatte, hatte nämlich hatte noch eine ehrenvolle Aufgabe zu erledigen. Von den Präsidenten des Klubs und des spanischen Volleyball-Verbandes höchstpersönlich wurde der 28-Jährige als bester Ausländer der spanischen Liga 2006/2007 ausgezeichnet. Endlich angekommen, präsentierte Everaldo seinen Preis und sagte schüchtern lächelnd: „Das ist ein schönes Gefühl.“
Noch besser aber gefiel dem Volleyballer die Vorstellung, die sein Team zuvor gegen den spanischen Pokalsieger und Vizemeister abgeliefert hatte. Nur 68 Minuten benötigten die Häfler, um im „Palacio de los Deportes Mediterráneo“ das 3:0 (25:20, 25:20, 25:16) über Almeria und damit den ersten Auswärtssieg in der Indesit European Champions League 2007/2008 perfekt zu machen. „Das war das bisher beste Spiel der Saison“, freute sich Moculescu. „Die Mannschaft hat von Anfang bis Ende ohne Aussetzer gespielt. Das war schon ganz ordentlich.“
Mit Joao José, Juliano Bendini, Lukas Divis, Robert Hupka, Christian Pampel, Markus Steuerwald und dieses Mal Zuspieler Lukas Tichacek in der Startaufstellung legte das VfB-Ensemble sehr gut los. Die Annahme funktionierte und ermöglichte es Tichacek immer wieder, seine Angreifer gelungen in Szene zu setzen. Bei Punktbällen war zudem immer Pampel mit mal wuchtigen, mal aber auch überlegten Schmetterbällen zur Stelle. Über 8:6, 16:10 und 21:13 setzte sich Friedrichshafen ab und entschied den ersten Satz souverän für sich.
„Ich habe mehr Gegenwehr erwartet und hatte das Gefühl, dass Almeria richtig Angst vor uns hatte“, sagte Pampel. „Im zweiten Satz dachte ich: Das muss sich doch mal ändern. Hat es aber nicht.“ Während die Spanier um Ex-Häfler Alexis Valido ihren Respekt nicht ablegten, agierte der VfB auch weiterhin wie aus einem Guss. Über 8:6, 16:10 sowie 21:14 wurde der zweite, über 8:4, 16:10 sowie 21:14 schließlich auch der dritte Abschnitt unter Dach und Fach gebracht. „Wir hatten keine Chance“, musste Valido enttäuscht festsstellen. „Friedrichshafen war immer vorne und wir wussten eigentlich gar nicht mehr, was wir tun sollten.“
Dank des zweiten Dreisatz-Erfolges in der Indesit European Champions League rangiert Friedrichshafen weiterhin vor Dinamo Tattransgaz Kazan (Russland), Almeria und Olympiacos Piräus (Griechenland) auf dem ersten Platz in der Gruppe C. Zugleich verbuchten die Häfler damit das sechste 3:0 im sechsten Spiel. „Wir gewinnen, weil wir gut spielen“, sagte Kapitän José. „Trotzdem werden wir dabei bleiben, in jedes Spiel mit Respekt gegenüber dem Gegner zu gehen.“ Moculescu dürfte dies gern hören. Denn wohl wissend mahnte er zur Vorsicht. „Wir haben eine gute Mannschaft. Aber trotzdem sollten wir diesen Saisonstart nicht überbewerten und den Ball flach halten.“
Nicht nur in Almeria, auch in Friedrichshafen selbst herrschte nach dem zweiten Sieg in der European League Feierstimmung. Etwa 250 Zuschauer hatten sich im Foyer der Arena versammelt, um die Partie live auf der Großbildleinwand zu verfolgen, die dank der Unterstützung von ND SatCom möglich wurde, und bejubelten fast jeden Punkt ihrer Lieblinge. In den Satzpausen wurden ihnen fachmännisch vom Häfler Trainer-Urgestein Helmut Zirk die Geheimnisse und Statistiken des Spiels erläutert. „Die Leute“, freute sich der Organisator des Public Viewings Tobias Baunach von ProMediaKonzept, „waren alle begeistert“.
(VfB Friedrichshafen)