Europapokal: Die Mannschaft ist der Star beim VfB!

Europapokal: Die Mannschaft ist der Star beim VfB! Zog gekonnt die Fäden beim Triumph in Moskau: Simon Tischer.

Nach dem Gewinn der Champions League ist von allen Beteiligten gebetsmühlenartig betont worden, dass die mannschaftliche Geschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg gewesen sei. Die SZ-Redakteure Bernd Hüttenhofer und Gunnar M. Flotow haben dennoch eine Einzelkritik der Spieler vorgenommen.

Juliano Bendini, Nummer 1: Hat über zwei Partien hinweg eine solide und fehlerfreie Leistung abgeliefert. Der Brasilianer, der mit Joao José einen kongenialen Partner im Mittelblock hat, brachte mit druckvollen Aufschlägen sowohl Maceratas als auch Tours" Annahme in Bedrängnis.

Lukas Divis, Nummer 2: Wurde zurecht als bester Annahmespieler des Turniers ausgezeichnet. Der 21-Jährige bekam die meisten Aufschläge und war dadurch gebunden für Angriffsaktionen. Wirkte auch vielleicht deshalb am Netz in manchen Phasen zu hastig oder auch zu verspielt - man kann nicht vier Mal versuchen, einen Weltklasse-Mittelblocker wie Andrija Geric zu überlobben.

Simon Tischer, Nummer 5: Hat sowohl gegen Macerata als auch Tours zwei überragende Vorstellungen gezeigt. Auch in kritischen Situationen blieb der Zuspieler variabel und spielte sich nicht "fest", so wie es früher öfters mal passierte. Für sein Alter ist der 24-Jährige erstaunlich weit - als Regisseur hat er die besten Jahre erst noch vor sich.

Robert Hupka, Nummer 7: In der Annahme wirkte der Slowake am Wochenende in manchen Situationen wackelig, dafür schaffte er im Finale eine sehr gute Angriffsquote -und das gegen die Abwehrkünstler von Tours VB. Hat auch schon besser aufgeschlagen, dennoch gilt: einer der Besten am Wochenende beim VfB.

Joao José, Nummer 12: Wie immer vorbildlich und zuverlässig. Führt das Team, beruhigt und pusht, wenn es nötig ist. Schulnote 1 mit Sternchen.

Jochen Schöps, Nummer 10: Mit seinem Auftritt am Wochenende ist ihm endgültig der Durchbruch auf internationaler Ebene gelungen. Der Diagonalangreifer hat, nach einer kurzen Anlaufzeit von anderthalb Sätzen gegen Macerata, die Verantwortung übernommen. 56 Punkte in zwei Spielen - Schöps ist ein würdiger MVP.

Markus Steuerwald, Nummer 13: Mit einem Wort: sensationell. Agierte nicht wie ein 18-Jähriger, sondern abgeklärt wie ein 28-Jähriger, der schon seit zehn Jahren auf diesem Niveau spielt. Belohnung für die starke Leistung: Auszeichnung als bester Libero des Turniers.

Ergänzungsspieler: VfB-Trainer Stelian Moculescu hatte am Wochenende in Moskau nicht viel Grund zum Wechseln. Änderungen hielt der Cheftrainer nur sporadisch für angebracht: Zum einen im vierten - abgeschenkten - Satz gegen Macerata, als er Simon Tischer und Lukas Divis gegen Ende eine Denkpause verordnete und Lukas Tichacek sowie Sebastian Schwarz brachte. Zum anderen im Finale, als Peter Nagy für zwei Aufschläge ran durfte.

(Quelle: Schwäbische Zeitung)