DVV-Frauen: Dritter Sieg im dritten Spiel – 3:2!

DVV-Frauen: Dritter Sieg im dritten Spiel – 3:2! Der Block, hier Denise Hanke (links) und Corina Ssuschke, war stärkstes Element der DVV-Frauen in Mühlacker.

Dritte Partie, dritter Sieg: Die DVV-Frauen haben den WM-Sechsten Japan in der Vierer-Länderspielserie gut im Griff und gewannen auch den dritten Vergleich, dieses Mal in Mühlacker vor 700 Zuschauern mit 3:2 (25-20, 17-25, 18-25, 25-18, 15-10). Zuvor hatte es 3:1-Siege in Tübingen und Ulm gegeben, die letzte Partie findet am 24. Juni in Heilbronn (17.00 Uhr) statt. Punktbeste Spielerinnen in Mühlacker waren auf deutscher Seite Corina Sscuschke (12), Tina Gollan (11), Christiane Fürst, Atika Bouagaa und Margareta Kozuch (alle 10), bei Japan punkteten Megumi Kurihara und Saori Kimura (je 19) am besten. Geburtstagskind Imke Wedekind (NA.Hamburg) war am Vormittag nach Hamburg geflogen – Knieprobleme machten einen Einsatz unmöglich.

Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit Mareen Apitz im Zuspiel, Tina Gollan auf der Diagonalposition, Christiane Fürst und Corina Ssuschke im Mittelblock, Atika Bouagaa und Anne Matthes auf den Außenpositionen und Cornelia Dumler als Libero.

Japans Trainer Shoichi Yanagimoto ließ Yoshie Takeshita, Saori Kimura, Yuki Shoji, Miyuki Takahashi, Megumi Kurihara, Asako Tajimi und Yuka Sakurai beginnen.

Nachdem der erste Satz wie in den vorangegangenen Partien mit einer Lufthoheit der DVV-Frauen verlief, kamen die japanischen Gäste in der Folgezeit deutlich besser in die Partie. Zum einen, weil durch mehrere Wechsel mehr Schwung auf japanischer Seite einzog hielt, zum anderen, weil den deutschen Spielerinnen nach dem deutlichen ersten Satz die nötige Anspannung zu fehlen schien. Aufschläge wurden reihenweise verschlagen, ohne dass diese sonderlich risikoreich waren und die Japanerinnen unter Druck gesetzt hätten. Am Ende sollte Deutschland 14 Fehlaufschläge bei nur drei Assen, die Japanerinnen elf Fehler und elf Asse aufweisen. Nach dem Satzrückstand ging ein Ruck durch das deutsche Team, das auch den dritten Vergleich mit dem WM-Sechsten nicht verlieren wollte. Vor allem im Block legte das DVV-Team gewaltig zu, am Ende war mit 19 deutschen gegenüber sieben japanischen Blockpunkten in diesem Element der größte Unterschied festzustellen. So war es auch nicht verwunderlich, dass Tina Gollan das Spiel mit einem Block beendete. Zudem genügte ein Blick auf die Statistik, dass in der deutschen Mannschaft die Last auf viele Schultern verteilt war, gleich fünf Spielerinnen punkteten zweistellig, bei Japan gelang dies nur drei Spielerinnen.

Ausführlicher Spielbericht

1. Satz
Beide Teams agierten zu Beginn des Auftaktsatzes souverän aus der Annahme, das erste „Break“ gelang den deutschen Frauen, als Apitz einen Lob holte und Bouagaa den Ball an den Block schlug (4-3). Nachdem zwei Punktbälle nicht genutzt wurden, vernahm die Halle erstmals lautstarke Äußerungen von Giovanni Guidetti. Ssuschke per knallhartem Einbeiner sowie Gollan aus dem Rückraum steuerten zwei Zähler in Folge bei – mit 8-6 ging es in die technische Auszeit. Als es die 3,90 Meter große Wand aus Fürst/Gollan dunkel gegen Takahashi werden ließ, hatte die DVV-Auswahl erstmals drei Punkte Vorsprung (10-7), nach einem an den deutschen Block gedrückten Ball sowie einem Angriffsfehler von Matthes war es nur noch einer (11-10). Doch die deutschen Spielerinnen waren vor allem im Block hellwach, vor allem die Schnell-Angriffe der Japanerinnen über die Mitte hatten Fürst, Ssuschke & Co unter Kontrolle. Als Ssuschke Tajimi blockte, nahm Japan eine Auszeit (13-10). Zwei Fehler auf Gästeseite (Netzberührung und Übertritt) ließen den deutschen Vorsprung anwachsen – mit 16-11 ging es in die zweite technische Auszeit. Nach der Auszeit kam Margareta Kozuch für Apitz aufs Feld, kurze Zeit später Denise Hanke für Gollan (17-11). Die bediente Bouagaa mittels einer Kombination, und die an diesem Tag fungierende Spielführerin, vollendete (18-13). Fürst erhöhte mit einem Aufsteiger auf 20-15, wie schon am Vortag war sie vom japanischen Block nicht zu kontrollieren, Trainer Yanagimoto nahm seine zweite Auszeit. Das half alles nicht: Hanke vollendete mit toll geschlagenem zweiten Ball zum 22-16. Ssuschke war es schließlich, die den ersten Satzball holte, sie profitierte davon, dass der Ball auf der Netzkante stand – ohne Block (24-17). Nachdem Japan die ersten beiden abwehren konnte, nahm Guidetti eine Auszeit (24-19), doch auch der dritte Satzball wurde verpatzt, Libero Dumler verbaggerte die Annahme. Dann halfen die Gäste, die eingewechselte Itabashi verschlug ihren Aufschlag (25-20).

2. Satz
Während die DVV-Frauen unverändert blieben, ging Japan mit drei Änderungen (Zuspielerin Itabashi, Mittelblockerin Arakia und Außenangreiferin Oyama)in den zweiten Satz. Der Start gelang Japan (0-2), doch dann packte die weltbeste Blockerin Fürst zweimal in Folge zu (3-3). Die neuen japanischen Spielerinnen brachten frischen Wind und freuten sich diebisch über erzielte Punkte. Als Gollan geblockt wurde, revanchierte sich die 1,99 Meter große deutsche Diagonalspielerin postwendend mit dem gleichen Mittel (6-6), nach einem Übertreten von Apitz (bei Rettungsaktion) ging es mit 7-8 in die technische Auszeit. Kimura erhöhte per Ass, und nach einem Angriffsfehler von Matthes nahm Guidetti – hörbar unzufrieden – eine Auszeit (8-11). Der Dresdner Mittelblock mit Ssuschke und Fürst hielt die deutsche Mannschaft im Spiel: Erst packte Ssuschke zu, anschließend Fürst (10-11). Die deutsche Annahme hatte – wie schon am Ende des ersten Satzes - große Probleme mit den langen Flatteraufschlägen von Itabashi. Die Japanerinnen setzten sich ab (10-15), Kozuch und Hanke kamen (für Gollan und Apitz). Kozuch machte gleich einen Punkt, und nach Angriffsfehler von Arakia sah es nicht mehr ganz so drastisch aus (12-15). Doch die Gäste waren in dieser Phase voll da, Shoji blockte Fürst, ehe Kozuch aus dem Hinterfeld verkürzte (14-18). Dann servierte Kimura ein weiteres Ass, Guidetti holte seine Spielerinnen erneut zu sich und redete auf sie ein (15-21). Der Satz war spätestens weg, als Kozuch zweimal über außen nicht punkten konnte (15-23). Zwar kamen Apitz und Gollan nochmals zurück, doch der Satzausgleich war nur noch japanische Formsache (17:25).

3. Satz
Die deutsche Mannschaft kam nach der zehnminütigen Satzpause mit gleicher Formation aufs Feld zurück, die Leistung war jedoch unverändert gegenüber dem Ende des zweiten Satzes. Die Japanerinnen übten deutlich mehr Druck in Aufschlag und Angriff auf die deutsche Mannschaft aus, der zudem drei Aufschlagfehler unterliefen. Die Quittung war ein 3-8 bei der ersten technischen Auszeit. Nach einem weiteren Fehler brachte Guidetti Heike Beier für Matthes – Kathy Radzuweit war zuvor für Fürst eingewechselt worden - doch es änderte sich zunächst nichts: Nach zwei weiteren Fehlern nahm der Bundestrainer seine erste Auszeit (3-10). Kimura servierte ein lupenreines Ass auf Dumler, ehe Bouagaa endlich wieder ein Punktgewinn gelang (4-12). Weitere Aufschlagfehler von Bouagaa und Ssuschke ließen die Betriebstemperatur von Maestro Guidetti gefährlich steigen, dann gelang Apitz endlich ein Ass (7-15). Beier gelang das 9-16, anschließend konnte sich Oyama in einem Ballwechsel dreimal nicht gegen den Block Radzuweit/Gollan durchsetzen (10-16). Ein Diagonal-Knaller von Gollan sowie ein Block von Ssuschke brachten die DVV-Auswahl weiter heran – die Zuschauer jubelten (12-17). Beim 13-18 erfolgte der obligatorische Doppelwechsel mit Kozuch/Hanke für Apitz/Gollan, doch die nächsten zwei Punkte machte Japan per Angriff und Ass (13-20) – Auszeit Deutschland. Die deutschen Frauen nahmen nun den Kampf an, mussten jedoch für jeden Punkt harte Arbeit leisten, oft gelang erst im dritten Versuch der Punktgewinn (16-22). Diese Aufholjagd war jedoch zu spät, die Gäste spulten ihr Programm - eines WM-Sechsten würdig – herunter (17-24). Beier wehrte den ersten Satzball mit einem gefühlvollen Lob noch ab, der zweite saß dann im deutschen Feld (18-25).

4. Satz
Fürst kehrte für Radzuweit zurück aufs Feld, Beier und Kozuch blieben für Matthes und Gollan auf der Platte – der Satz begann verheißungsvoll (2-0). Kozuch wurde zu Beginn von Apitz gesucht – und gefunden. Die Hamburgerin machte den dritten und vierten Punkt per Angriff, Bouagaa erhöhte auf 5-2. Als Ssuschke den Ball nach gutem Aufschlag von Fürst versenkte, nahm Japan die erste Auszeit (6-2). Ein Block gegen Ssuschke sowie ein erfolgreicher Gegenangriff verschaffte Japan den Anschluss (6-5), ehe Oyama ihren Aufschlag hinter die Linie setzte und Ssuschke am Netz zupackte (8-5). Der erarbeitete Vorsprung war kurze Zeit später dahin: Ein Annahme- sowie Angriffsfehler (Kozuch aus dem Hinterfeld ins Netz) bedeuteten das 10-10. Fürst per Schnellangriff, Apitz mit einem Ass sowie Fürst per Block holten sich die drei Punkte zurück – ein auf und ab (13-10), das zumindest bis zur zweiten technischen Auszeit außer Kraft gesetzt war (16-13). Die Zuschauer forderten den fünften Satz, und kamen diesem nach einem Angriffsfehler von Kimura ein Stück näher (17-13) – Auszeit Japan. Beim 19-15 schickt Guidetti Hanke/Gollan für Apitz/Kozuch aufs Feld, ein Fehler der Japanerinnen sowie der nächste Block von Ssuschke sorgen für die Vorentscheidung (21-15). Gollan und Beier holen mit Schmetterschlägen die Punkte 22 und 23, Beier per Block Satzbälle (24-17). Den ersten wehren die Japanerinnen noch ab, beim zweiten greift die „Fürstin“ am Netz zu (25-18).

5. Satz
Guidetti vertraute den Spielerinnen, die den vierten Satz stark gespielt hatten. Beier und Fürst egalisierten mit ihren Angriffen die jeweilige Führung der Konkurrentinnen (2-2), ein Aufschlagfehler Fürst und ein Annahmefehler Beier brachten das erste Mini-Break zugunsten der Asiatinnen (2-4). Bouagaa hielt die deutsche Mannschaft mit zwei Angriffspunkten im Spiel (4-5), das notwendige Break gelang jedoch in dieser Phase nicht. Das war Beier vorbehalten, die zum wiederholten Mal im Block erfolgreich war (6-6), Ssuschke setzte per Ass noch einen drauf (7-6) – Auszeit Japan. Mit einem Punkt Vorsprung wurden die Seiten gewechselt, an den Emotionen, die auch die Japaner zeigten, war zu sehen, dass der Sieg auf beiden Seiten angestrebt wurde. Kozuch hielt diese Führung, nachdem sie einen „Notball“ mutig und gekonnt versenkte (9-8), Bouagaa machte es ihrer Kollegin mit etwas Glück (Block gespalten) nach (11-10). Gollan/Hanke kamen für Apitz/Kozuch, Kimura sorgte mit einem verschlagenen Angriff für ein weiteres Break (12-10) – Auszeit Japan. Gollan erhöhte per Block auf 13-10, Beier holte mit einem Rückraumangriff an den gegnerischen Block Matchbälle (14-10). Gleich den ersten verwandelte erneut Gollan, die wiederum unüberwindbar war (15-10).

Stimmen zum Spiel

Giovanni Guidetti: „Wir sind sehr leicht gestartet, anschließend waren wir zu locker. Unsere Annahme war schlecht heute, vor allem gegen die langen Flatteraufschläge. Dies haben wir nicht trainiert. Wenn die Annahme nicht perfekt ist, hat Mareen Apitz nicht immer optimal die Angreifer bedient. Wir haben wieder mit anderer Formation gespielt, da ist es schwer, eine Abstimmung zu finden. Anne Matthes hat sehr gut in der Annahme gespielt, aber Probleme im Angriff gehabt, auch weil sie technische Probleme im Angriff hat. Bouagaa hat mir im Angriff gut gefallen, ich hoffe aber, dass wir morgen wieder besser spielen.“

Christiane Fürst: „Wir haben gut angefangen, dann fingen wir an in der Annahme zu wackeln, das übertrug sich auf die anderen Elemente. Auch ich wurde sehr unsicher. Nach dem Satzrückstand haben wir wieder mehr Ruhe rein bekommen und auch den Kampf angenommen. Das Spiel war insgesamt sehr ausgeglichen.“

Margareta Kozuch: „Es war ein auf und ab. Man hat gesehen, dass wir locker spielen müssen, am Anfang war alles etwas verkrampft. Zwischendurch hatte ich ein paar Fehler, die nicht sein müssen, aber insgesamt war es in Ordnung.“