Beach-WM Gstaad (F): Goller/Ludwig schlagen Pohl/Rau – Pohl/Rau müssen zittern!
Sara Goller/Laura Ludwig stehen wie sechs andere deutsche Teams in der Ko-Runde: Mit ihrem 2:1-Sieg (26-24, 17-21, 15-13) gegen Stephanie Pohl/Okka Rau sicherten sich die Weltranglisten-Neunten den zweiten Platz in der Gruppe hinter Helke Claasen/Antje Röder, die sich sogar eine 1:2-Niederlage (13-21, 21-14, 15-17) gegen die Italienerinnen Momoli/Gioria leisten konnten. Für Pohl/Rau (1:2-Siege und 3:4-Sätze) bedeutet es nun, abzuwarten und zu hoffen, als einer der besten acht Gruppendritten ebenfalls in die Ko-Runde einzuziehen.
Die Taktiken beider Teams waren schnell offensichtlich: Goller/Ludwig platzierten ihre Aufschläge auf Rau, Pohl/Rau variierten ihre Aufschläge, mal auf Ludwig, mal auf Goller. Den besseren Start erwischten die Routiniers, die nach einem Zuspielfehler von Ludwig mit 2-5 vorne lagen. Goller konterte, mit ihrem harten Sprungaufschlag hatte Rau Probleme, den Angriff bekam sie nicht über das Netz (6-6). Goller/Ludwig übernahmen beim 8-7 erstmals die Führung, Ludwig setzte den zweiten Ball auf die Seitenlinie. Einen Moment später hatten Pohl/Rau wieder einen Vorsprung inne, der Angriff von Goller wurde von Rau entschärft und verwertet (9-10). Der Wechsel ging munter weiter, Ludwig baggerte ihren Abwehrball direkt in das gegnerische Feld, unerreichbar für die aufgerückten Pohl/Rau (12-11). Der erste Block im Spiel, Goller hatte die Netzhoheit gegen Rau, brachte das 14-12 – Pohl/Rau nahmen eine Auszeit. Doch auch den nächsten Zähler machten die Weltranglisten-Neunten Goller/Ludwig. Einen Angriff aus dem Stand von Ludwig unterschätzte Pohl (15-12), ehe Rau wieder per hartem Angriff punktete (15-13). Ein Angriffsfehler von Rau ließ den Vorsprung von Goller/Ludwig weiter anwachsen (17-13), dann nahm Pohl eine medizinische Auszeit und ließ sich von Teamarzt Michael Tank behandeln. „Eine Blockade in der Halswirbelsäule, das hat sie selber gemerkt“, sagte Tank nach der erfolgreichen Behandlung. Das war es wohl auch, denn Pohl machte mit einem schönen Cut den nächsten Punkt (17-14). Als Rau einen Block gegen Ludwig setzte, war das Spiel wieder offen (18-17). Ludwig erhöhte anschließend per „Ableger“ auf 19-17, doch Pohl/Rau waren wieder besser in der Partie. Rau erzielte erneut den Anschluss und glich danach aus (19-19). Dann ein deutlicher Zuspielfehler von Goller, Satzball Pohl/Rau (19-20), den Goller/Ludwig durch einen Netzfehler von Pohl abwehrten. Rau holte den nächsten Satzball (20-21), Ludwig wehrte nervenstark ab und holte danach den ersten Satzball für Goller/Ludwig, indem sie mit viel Geschick den Block von Pohl anschlug. Pohl wehrte mit Übersicht ab (22-22), Goller machte per Cut den zweiten Satzball für ihr Team klar (23-22). Ein Fehlaufschlag von Goller bedeutete erneut den Ausgleich, doch Pohl verzog ebenfalls ihren Service (24-23) wie auch Ludwig danach. Durch einen Cut mit Netzkante und Linienkontakt machte Ludwig das 25-24, anschließend setzte Rau ihren Diagonalangriff ins Netz – Goller/Ludwig holten den ersten so wichtigen Satz.
Ein Ass von Pohl auf die Grundlinie ließ Pohl/Rau mit 1-3 in Führung gehen, nach einem Block von Goller gegen Pohl (Zuspiel zu dicht) hieß es Ausgleich (3-3). Der Ausgleich blieb, weil Rau im dritten Versuch den Angriff unterbrachte (5-5). Ein Block von Pohl gegen Goller brachte die Führung zu Pohl/Rau zurück (6-7), ein Poke von Pohl (nach eigenem guten Sprungaufschlag) bedeutete Auszeit Goller/Ludwig (7-9). Ein Aufschlagfehler von Pohl sowie ein Angriff von Rau, der neben die Seitenlinie ging, ließen Goller/Ludwig schnell ausgleichen (9-9), nach einem Angriffsfehler von Goller war der Zwei-Punkte-Vorsprung für Pohl/Rau wieder hergestellt (9-11). Rau hielt mit überlegtem Cut den Vorsprung (11-13), ein weiterer Angriff mit dieser Technik (nach guter Abwehr gegen Angriff Goller) brachte das 11-14. Als Goller einen verstellten Ball hinter die Grundlinie setzte, war der Vorsprung auf vier Zähler angewachsen (12-16). Ludwig verkürzte nach Abwehr gegen Rau, Pohl nahm sofort eine Auszeit (14-16). Rau erhöhte per extremem Cut auf 14-17, ehe Goller mit einem Linien-Angriff wieder auf zwei Zähler verkürzte (15-17). Beide Teams agierten in dieser Phase sehr sicher aus der eigenen Annahme, sodass die Zwei-Punkte-Differenz blieb (17-19). Ein Fehlaufschlag von Goller brachte Satzbälle für Pohl/Rau (17-20), gleich der erste wurde verwertet, weil Goller den „Notball“ an die Antenne baggerte.
Ein langer Ballwechsel – abgeschlossen mit einem gefühlvollen Cut von Rau – ließ Pohl/Rau mit 1-3 in Führung gehen. Der Konter kam sofort, Ludwig servierte einen Aufschlag-Winner auf Pohl (3-3). Nach einem weiteren Ass, Gollers Aufschlag prallte von der Netzante unerreichbar ins Feld, hatten Goller/Ludwig erstmals die Führung im Entscheidungssatz inne (5-4). Die Führung wechselte kurz danach wieder, weil Rau den Ball aus der Abwehr verwertete. Pohl/Rau hatten umgestellt, Pohl lief nun auch vom Aufschlag ans Netz zum Block. Der große Kampfgeist von Pohl/Rau wurde im anschließenden Ballwechsel belohnt, als das Duo zweimal ganz stark in der Abwehr agierte und Goller den „Angriffsbagger“ nicht unter Kontrolle brachte (5-7). Mit 7-8 wurden die Seiten gewechselt, die beiden Duos schenkten sich im Kampf um den zweiten Platz in der Gruppe nichts. Ein guter Aufschlag von Goller war Grundlage für den Ausgleich (8-8), Pohl hatte unter Bedrängnis, das Zuspiel übers Netz ins Aus gebaggert. Die Führung wechselte erneut, als Ludwig mit großartigem Reflex in der Abwehr glänzte und Goller das „Drückduell“ am Netz gegen Pohl gewann (9-8). Die revanchierte sich kurze Zeit später per Block gegen Goller und sorgte somit für die eigene Führung (9-10). Ludwig holte erneut den Minimalvorsprung zurück, ihr Angriff klatschte auf die Linie (11-10). Das Wechselspiel ging munter weiter, Rau wehrte den Angriff von Goller ab und vollendete (11-12). Rau hielt den Vorsprung per Poke (12-13), Goller glich per Diagonalknaller aus (13-13). Matchball Goller/Ludwig, als Pohl ihren Angriff ins Netz setzte (14-13), Ludwig verwertete gleich den ersten nach starker Abwehr gegen Rau und gefühlvollem Cut.
Laura Ludwig sagte danach: „Geil. Es war ein Spiel auf hohem Niveau, beide Teams waren stark. Ich bin froh, dass es gereicht hat und wir als Zweiter sicher in der Ko-Runde sind und nicht rechnen müssen.“
Stephanie Pohl meinte: „Schade, es war ein gutes Spiel. Wir hätten den Sieg wahrscheinlich nötiger gehabt, ich weiß nicht, ob es reicht. Goller/Ludwig hatten ein bisschen mehr Aufschlagdruck als wir. Sobald es uns gelang, sie mit den Aufschlägen unter Druck zu setzen, hatten sie auch etwas Probleme.“