„Eine wertvolle Woche“ - Sonderlehrgang A-Beach-Volleyball-Trainer in der Sportschule Ruit
Am 02.10.2007 trafen sich in der Sportschule in Ruit zum Ende der Beach-Volleyball-Saison einige Größen der deutschen Beach-Volleyball-Szene. Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hatte zu einem einwöchigen Sonderlehrgang zum A-Beachtrainer mit Jörg Ahmann (U23-Beach-Volleyball-Bundestrainer) eingeladen. So kamen u.a. internationale Top-Spieler wie Eric Koreng (EM-Dritter 2007 und Führender der Europa-Rangliste), Beach-DM-Teilnehmer und Bundesliga-Spieler Stefan Schmeckenbecher, aber auch Beach-Volleyball-Landestrainer aus allen Ecken der Bundesrepublik und sogar Österreich nach Ruit.
Lehrgangsleiter Jörg Ahmann freute sich über die große Teilnehmerzahl zu diesem ersten Sonderlehrgang. Der DVV will damit die Qualität im BeachVlleyball steigern, um weiterhin auf internationalem Niveau zu spielen. Deutsche Beach-Volleyball-Teams gehören zurzeit zu den professionellsten Teams der Welt, dennoch ist es wichtig, die Strukturen weiterzuentwickeln. Zum einen werden daher Umstrukturierungen in der Nachwuchsförderung und neue Kriterien für Kaderteams diskutiert, zum anderen werden für eine professionelle Arbeit auch gut ausgebildete Trainer benötigt.
Daher entschied man sich, diesen Sonderlehrgang auszurichten, um bald möglichst weitere qualifizierte Trainer zur Verfügung zu haben. Aber auch die Teilnehmer selbst sehen diesen Lehrgang als gute Chance, sich selbst weiterzuentwickeln.
Vor dem Trainerschein kommt aber erst einmal viel Arbeit: Das Programm war von morgens halb neun bis zum Teil elf Uhr abends voll gepackt mit Theorie- und Praxiseinheiten. Referenten von Universitäten und Sportinstituten unterrichteten die angehenden Spitzen-Trainer in Physiologie, Anatomie, Trainingslehre, Psychologie und, und, und. Hinzu kamen zahlreiche Praxiseinheiten. Nach einer Woche intensivem Training dürfen die Teilnehmer das Erlernte erst einmal sacken lassen und dann alles intensiv aufarbeiten, um für die Prüfung im nächsten Jahr fit zu sein.
„Dieser Lehrgang war sehr, sehr gelungen“, lobte Teilnehmer Stefan Schmeckenbecher am Ende der Woche die Ausbildung. „Absolute Experten haben uns zu den verschiedenen Themen unterrichtet.“ So lehrte z.B. der Bundesdiagnostiktrainer der Gewichtheber Martin Zawieja zum Thema muskuläre Leistungsoptimierung – Sprungkraft, Kraftaufbau, Kraftausdauer. Berthold Kremer vom Institut für Sport und Sportwissenschaft in Karlsruhe widmete sich dem Thema funktionelle Gymnastik: Bauch- und Rückenstabilität, Propriozeptives Training ist insbesondere auch zur Verletzungsprophylaxe kein unwesentlicher Teil des Volleyballtrainings. Und allen Referenten voran unterrichtete Jörg Ahmann, der im Bundesgebiet bekanntermaßen der Experte in Sachen Beach-Volleyball ist, zum Thema Beach-Volleyball in Theorie und Praxis.
„Es war natürlich sehr viel in die kurze Zeit hineingepresst“, sagt Schmeckenbecher, „und am Ende des Tages wollte man die Chance auch nutzen, sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und das Erlernte zu diskutieren.“ Wenn man dann noch morgens vor Lehrgangsbeginn frühstücken wollte, blieb zum schlafen nicht mehr viel Zeit.
Für Schmeckenbecher kam der Lehrgang genau zur rechten Zeit, ist er doch gerade dabei, in der Volleyball-Hochburg Rottenburg auch den Beach-Volleyball professionell voranzutreiben. Mit sieben Trainern wurde beim TV Rottenburg ein Kursprogramm für Jugendliche und Erwachsene entwickelt und dieser Sonderlehrgang war für den Volleyballer die bestmögliche Ausbildung für seine Trainertätigkeit. „Für mich war es eine wertvolle Woche“, resümiert er.
Auch Jörg Ahmann ist zufrieden mit dem Ablauf des Kurses und die Rückmeldung der Teilnehmer zeigt ihm, dass man auf dem richtigen Weg ist. Je nach Bedarf und Nachfrage werden weitere Lehrgänge geplant werden.
(Sybille Baecker)