DVV-Pokalfinale: Andrea Berg: "Wir werden alles geben!"

DVV-Pokalfinale: Andrea Berg: "Wir werden alles geben!"

Am 19. März steigen im Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen die Endspiele um den DVV-Pokal. Die Finalpartien Moerser SC - VfB Friedrichshafen (Männer) und Schweriner SC - USC Münster (Frauen) versprechen packenden Sport und gute Unterhaltung. Vor dem ersten Saisonhöhepunkt äußert sich mit Andrea Berg die Spielführerin des USC Münster zum ersten nationalen Höhepunkt.

Andrea Berg (25 Jahre) trägt seit 2002 das Trikot des USC Münster. Die Mittelblockerin verbreitet stets gute Laune und feierte mit ihrem USC in den Jahren 2004 und 2005 das Double aus Pokal und Meisterschaft. Im Interview äußert sich Andrea Berg zum großen Duell gegen Schwerin, ihre Erwartungen an das Gerry Weber Stadion in Halle sowie die Fans des USC Münster.


Gelingt dem USC Münster am 19. März der Pokal-Hattrick?

Berg: "Ich glaube, das wird ein spannendes Finale. Den Hattrick zu schaffen, wird sehr schwierig. Schwerin ist eine Mannschaft, die personell klasse besetzt ist und deshalb favorisiert sein dürfte. Aber man kann sicher sein, dass wir alles dafür tun werden, um in diesem Jahr das Unmögliche möglich zu machen und den Pokal wieder mit nach Hause zu nehmen."

Am vergangenen Wochenende unterlagen sie in Schwerin deutlich mit 0:3. Ein Fingerzeig?

Berg: "Das glaube ich nicht. Wir haben im ersten Satz bis zum 19:17 mitgehalten und gut gespielt. Dann haben wir ein paar Bälle um die Ohren gekriegt und waren danach völlig von der Rolle. Das wird uns in dieser Form am Sonntag nicht noch einmal passieren."

Wo liegen die Stärken von Schwerin und was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Berg: "Schwerin ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Sylvia Roll, Tina Gollan oder Patricia Wolf sind Spielerinnen mit großen Namen. Der SSC hat zudem ein sehr eingespieltes Team, das sich in dieser Saison viel vorgenommen hat. Wir müssen sicher auf einiges gefasst sein, aber uns auch nicht verstecken. Wir sind eine sehr kämpferische Mannschaft, die einiges erreichen kann. Den Einzug ins Finale haben wir schon geschafft - jetzt wollen wir mit Hilfe unserer Fans auch gewinnen."

Mit dem Gerry Weber Stadion wird das Pokalfinale der Frauen und Männer erstmals in einer großen Arena ausgetragen. Was halten Sie davon?

Berg: "Die Idee, das Finale in so einem großen Stadion stattfinden zu lassen, finde ich sehr gut. Viele Spielerinnen haben noch nie in so einer großen Arena gespielt, denn die Hallen aller Bundesligateams fassen ja nicht annähernd so viele Personen. Es ist gigantisch, dass jetzt tatsächlich so viele Leute kommen. Als ich gehört habe, dass das Finale in Halle stattfindet, habe ich gedacht: Wenn 6000 oder 7000 Zuschauer kommen, wäre das super. Jetzt sind es sogar über 10.000. Das ist Wahnsinn und wir freuen uns schon sehr darauf."

Im vergangenen Jahr reisten über 1000 Volleyballfans aus Münster zum Pokalfinale nach Bonn. Diese Zahl wird nun bei weitem übertroffen. Was sagen Sie dazu?

Berg: "Das Gefühl, so sehr unterstützt zu werden, kann man gar nicht beschreiben. Ich hätte nie damit gerechnet, dass fast 3000 Fans aus Münster mit nach Halle fahren. Ich habe gehofft, dass wir die Buszahl vom vergangenen Jahr übertreffen und mit 20 Bussen geliebäugelt. Dass es jetzt aber über 40 Busse sind, ist unglaublich. Das zeigt uns, dass die Leute hinter uns stehen - auch, wenn wir in den vergangenen Wochen nicht ganz so glücklich gespielt haben. Wir sind sehr, sehr stolz, solche Fans zu haben. Das ist einmalig in Deutschland. Und einen Titel, nämlich den für die treuesten Fans, hat der USC damit schon sicher."

Die Fans des USC stehen immer wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft. Was geht in Ihnen als Spielerin vor, wenn Sie solch eine Unterstützung erleben?

Berg: "Wenn die Halle voll ist und die Fans uns anfeuern, ist die Stimmung auch in der Mannschaft von Anfang an gut. Alle sind entspannter und gehen mit noch mehr Freude ins Spiel. Wenn die Zuschauer aufstehen, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut. Es ist ein wirklich irres Gefühl, in diesen Momenten auf dem Feld zu stehen und wir sind superstolz, so tolle Fans zu haben."

In diesem Jahr stehen neben Pokal und Meisterschaft noch zahlreiche Einsätze mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. Belastung oder Freude?

Berg: "Wir haben jetzt gerade einmal Januar und starten in die Rückrunde der Bundesliga. Ich schaue erst einmal auf die Aufgaben, die mit dem USC Münster anstehen. Und da würden wir zunächst gern den Pokal verteidigen und schauen dann, was in der Meisterschaft möglich ist. Alles, was danach eventuell mit der Nationalmannschaft kommt, ist Bonus und noch lange hin."

Was ist für Sie der Höhepunkt in diesem Jahr?

Berg: "Zunächst das Pokalfinale. Wir haben das Endspiel erreicht und freuen und darauf, vor vielen Zuschauern in Halle zu spielen."

Was rechnen Sie sich aus?

Berg: "Bei wichtigen Spielen haben wir es bisher immer geschafft, auf den Punkt fit zu sein. Es wird bestimmt ein tolles und spannendes Spiel. Und wir werden alles geben, um den Pokal zu holen. Ob es klappt, muss man abwarten."

Wissen Sie schon, was Sie am Abend des 19. März machen?

Berg: "Auf jeden Fall feiern. Egal, wie das Pokalfinale ausgeht: Wir werden zusammen noch ein Gläschen Sekt trinken. Auch auf den Titel Vizepokalsieger ließe sich gut anstoßen, aber ich hoffe, dass es wie in den beiden vergangegen Jahren der Pokalsieg ist."

DVV-Pokal 2006