DVV-Männer "AUF DEM WEG NACH JAPAN": Viel herumgekommen: der neue Co-Trainer bei den Männern Stewart Bernard!
„Eigentlich sollte ich nur bei einem Vorbereitungslehrgang für die EM-Quali helfen,“ so Stewart Bernard, der Co-Trainer von Bundestrainer Stelian Moculescu bei der Japan-Mission. Daraus ergab sich dann die Assistenz beim legendären Qualifikationsspiel gegen die Tschechische Republik in Leipzig und daraus dann die Frage vom Bundestrainer, ob er nicht mit nach Japan wolle. Eine reizvolle Aufgabe für den Bundesjugendtrainer aus den Niederlanden, der seit drei Jahren das Volleyballinternat Frankfurt hauptamtlich leitet – aber durchaus auch internationale Erfahrungen aufweist.
Es ist bereits der 2. WM-Einsatz für Bernard (41 J.), der zuvor als Assistent von Bondscoach Bert Goedkoop die WM 2002 in Argentinien mit der holländischen Nationalmannschaft mitmachte. Die Teilnahme an einer Europameisterschaft, einem World Cup und zwei World League Spielzeiten – alles Events mit „Oranje“ - zeugen von der großen internationalen Erfahrung des Holländers, der sich zuvor auch in der Ehrendivision des NeVoBo Meriten verdiente.
Nun versucht Moculescu´s Assistent „meine Erfahrungen im Rahmen des Trainingsprogrammes“ weiterzugeben. Bernard sieht ein gutes Niveau im deutschen Team und will helfen, die „Grenzen noch ein wenig weiter zu schieben“ und bei jedem einzelnen die Möglichkeiten auszureizen. In Absprache mit dem Bundestrainer übernimmt er Trainingsteile oder spezielle Aufgaben. Die Akzeptanz ist groß beim Team – nicht nur Frank Dehne fordert ihn beim Training während der Trinkpause auf, doch noch mal ein paar Bälle auf seine Abwehr zu schlagen. „Viel es nicht, keine Revolution, aber immer wieder Kleinigkeiten, die helfen können. Man kann im Volleyball immer verbessern: zuerst kommt die Einstellung, dann die Verbesserung der Bewegungsabläufe und dann die Präzision – darauf läuft doch alles hinaus,“ so Bernard, der nach der WM wieder seinen Platz im Internat besetzen wird. Dort ist er noch für ein Jahr unter Vertrag. Bei Spielen liegen die Aufgaben des Co-Trainers vornehmlich in der Beobachtung von Teilbereichen des Gegners: so versucht er die Annahme zu analysieren oder die Hauptschlagrichtungen bestimmter Spieler und - führt seine Beobachtungen dann zusammen mit den Daten vom online-scouting. Die Ergebnisse werden schnellstmöglich an den Cheftrainer weiter gegeben.
Interessant, wie er als Ausländer die deutsche Volleyball-Kultur sieht: „Körperlich, physisch stark. Die Größe stimmt auch. Die Nationalmannschaft hat sich auch im taktischen Bereich gut entwickelt.“
Nur wenige Tage vor Beginn der WM sieht Bernard durchaus Chancen für das deutsche Team. Bei Australien, Kuba und Griechenland sieht er eine „fifty-fifty“ Chance. Bernard: „Wichtig ist der Glaube an das eigene Können.“ Und: „Das Turnier ist lang. In der Vorrunde sind fünf Spiele zu absolvieren – die Erfahrung für ein solches Programm fehlt unseren Spielern. Diese lange Belastung gibt es nur bei Olympischen Turnieren, Welt- oder Europameisterschaften oder beim World Cup – für einige in unserer Mannschaft eine neue Erfahrung. Das wird sicher hart.“