DVV-Männer "AUF DEM WEG NACH JAPAN": Chef de Mission für die Männer in Japan: Hartmut Giebels!
Mit seinen 67 Jahren zählt Hartmut Giebels, Chef de Mission der Männer bei der WM in Japan, zu den Ikonen des DVV. Ein Leben ohne Sport ist für den „multifunktionalen“ Aktivisten nicht vorstellbar – vom gemeinsamen Fußballspielen in der Schule mit Ex-Fußball-Bundestrainer Erich Ribbeck bis zur aktuellen Mission in Japan spannt sich der Erlebnisbogen für den ehemaligen Berufsoffizier, der jetzt in Vallendar bei Koblenz seinen „Unruhestand“ genießt.
Seit fast 25 Jahren hat Hartmut Giebels für den Deutschen Volleyball-Verband wichtigste Aufgaben übernommen: Bundesspielwart, Vizepräsidentschaft im DVV, Competition Director und Supervisor für die FIVB, Supervisor für die CEV in der Champions League und Delegationsleitungen für die Männer und Frauen bei DVV-Expeditionen – die Liste würde zu groß, wollte man die anderen Aufgaben, denen sich Giebels mit Freude an der Sache und militärischer Disziplin stellte, alle noch aufzählen. Dabei hat der gebürtige Wuppertaler, der bei der Panzertruppe war und zuletzt seinen Dienst im Stab des III. Corps in Koblenz verrichtete, nie seine Position im „öffentlichen Dienst“ ausgenutzt. Giebels. „Ich habe meinen Jahresurlaub immer auf den Aktionsplan des DVV abgestimmt. Nur einmal, bei der EM 89 in Stockholm, habe ich um Sonderurlaub gebeten.“
Der Sport hat Giebels früh fasziniert und nie losgelassen: als Schüler spielte er in der Elberfelder Turngemeinde Handball, in der Schule war er Torwart in dem Team, wo Erich Ribbeck als Mittelläufer agierte. In der Offiziersschule in München lud ihn ein gewisser Hermann Pfletschinger in den 60iger Jahren zum Volleyball ein. Da war´s um ihn geschehen: nach dem Erwerb des Trainerscheins in Warendorf und der Stationierung in Nordhessen in Korbach wurde er Spielertrainer beim SV Korbach 09 und führte dort „einen jungen Mann, der vom Volleyball bei den Olympischen Spielen in München begeistert war“ in das Spiel ein: es war Burkard Sude. Mit ihm spielte er sogar eine Saison in der „Bezirksklasse, wenn ich mich recht erinnere.“ Es folgten, nach Kontakten mit Arno Herrmann, Aufgaben im Landesverband Rheinland – und da alles zur Zufriedenheit erledigt wurde – nach Ansprache vom damaligen Vizepräsidenten Mathias Fell auch Aufgaben auf Bundesebene. Highlights waren die Teilnahme an der WM in Athen in 1994 mit den Herren und die Führung der ersten gemeinsamen Frauen-Mannschaft nach der Wiedervereinigung beim Bremer Turnier im Jahre 1991.
Natürlich gab es auch heikle Aufgaben und Probleme zu lösen: so erinnert sich Giebels, dass er als FIVB-Supervisor bei einem Weltliga-Wochenende in Frankreich nach dem Freitagspiel in Lyon die zweite Spielhalle (in St. Etienne) kurzfristig nicht freigeben konnte, weil sie bei weitem nicht den Vorgaben der FIVB entsprach: man war – ohne die FIVB zu benachrichtigen – stillschweigend in eine andere Spielstätte umgezogen, weil die neue Halle in St. Etienne nicht fertig geworden war. Nur einen Tag vor dem 2. Spiel gelang mit Druck und Hilfe des Ausrichters eine logistische Meisterleistung: Fernsehzeiten mussten und konnten verschoben werden, eine Busflotte transportierte die Zuschauer und in der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde die Halle in Lyon wieder spielfertig gemacht. Giebels hatte sich durchgesetzt.
Jetzt ist „der Mann für alle Fälle“ mit den Männern auf dem Sprung nach Fukuoka zur WM-Vorrunde. Über all die Jahre hinweg hat er viel erlebt – die jetzige Mannschaft erfüllt ihn mit Begeisterung. Giebels: „Wir sind so stark wie lange nicht, und das besondere ist der Zusammenhalt in der Mannschaft. Ein Symptom dafür ist die Tatsache, dass wir hier mit einem 13. Mann angereist sind – ich erinnere mich an Weltligazeiten, wo wir froh waren, dass wir 10 Spieler für den Kader melden konnten. Da hat sich eine Menge geändert!“ Gerne nimmt Giebels alle Aufgaben wahr, die auf die Delegationsleitung zukommen – und findet immer noch Zeit, sich um die persönliche Fitness zu kümmern. So lässt es sich der „Chef“ nicht nehmen, regelmäßig mindestens eine Stunde zu walken: täglich in Tokio bei strahlendem Sonnenschein rund um den NEC-Sportkomplex.