DVV-Männer „BEI DER WM IN JAPAN“: Die Finalrunden-Teilnehmer und Überkreuzspiele!

DVV-Männer „BEI DER WM IN JAPAN“: Die Finalrunden-Teilnehmer und Überkreuzspiele! Brasilien (hier André Heller) hat sein Ziel, das Halbfinale, erreicht, Italien (hier Andrea Semenzato) nicht.

Zwölf Teams haben den langen Weg bei der WM mit Vorrunde und Zwischenrunde überstanden und nehmen an der Endrunde teil. Im Folgenden die zwölf Teams im Kurzportrait und die Überkreuz-Duelle, deren Ansetzungen noch nicht feststehen.

Platz 1 – 4

Polen (Weltranglisten-8., 9:0-Siege, 1. Gruppe E) - Bulgarien (Weltranglisten-18., 8:1-Siege, 2. Gruppe F): Nachdem Polen in der leichten Vorrundengruppe A erwartungsgemäß durchspazierte, zeigte die Mannschaft von Trainer Raul Lozano seine Qualitäten in der Zwischenrunde. Siege über Russland und Serbien & Montenegro ließen die Polen zu Recht als Nummer eins in das Halbfinale einziehen. Zuspieler Zagumny erweist sich als genialer Strippenzieher und setzt seine Angreifer gekonnt in Szene. Die polnische Mannschaft präsentierte sich in den bisherigen Spielen als echte Einheit ohne Schwachpunkte. Gegner Bulgarien präsentierte sich ebenfalls bärenstark und hat das bereits bei der EM-Qualifikation im Mai (!) angekündigte WM-Ziel fast problemlos erreicht. Die abschließende Niederlage gegen Brasilien war kalkuliert, standen doch die beiden Super-Stars Nikolov und Kazyiski fast die gesamte Spielzeit in der Wechselzone. Das Spiel dürfte hoch interessant werden, treffen doch zwei Mannschaften mit ähnlicher Spielkultur aufeinander.

Brasilien (Weltranglisten-1., 8:1-Siege, 1. Gruppe F) - Serbien & Montenegro (Weltranglisten-4., 8:1-Siege, 2. Gruppe E): Nach dem „Schock“, der Vorrunden-Niederlage gegen Frankreich, zeigte Olympiasieger und Weltmeister Brasilien in den folgenden Spielen seine Qualitäten: Technisch perfekt und das schnellste Angriffs- und Kombinationsspiel aller Teams. Die Angreifer von Star-Trainer „Bernardinho“ haben oftmals nur Einerblocksituationen zu lösen, da sie perfekt von Zuspieler Ricardo eingesetzt werden. Gegner Serbien & Montenegro erlitt nur im abschließenden Spiel gegen Polen eine Niederlage. Das Team setzt sich aus fünf Stammspielern (Grbic-Brüder, Vujevic, Miljkovic und Geric) der Olympiasiegermannschaft von 2000 zusammen, herausragend sicherlich Diagonalangreifer Miljkovic. Können die Grbic-Brüder und ihre Kollegen ihre Topform abrufen, dürfte es ein spannendes Halbfinale werden.

Platz 5 – 8

Russland (Weltranglisten-3., 7:2-Siege, 3. Gruppe E) – Italien (Weltranglisten-2., 6:3-Siege, 4. Gruppe F): Für drei Teams ist die Runde 5 – 8 eine Runde der Verlierer. Dies gilt ganz sicherlich für Russland und Italien, die als Weltranglisten-3. bzw. -2. von der Halbfinalteilnahme ausgegangen waren. Russland begann die WM mit einem katastrophalen 0:3 gegen Serbien & Montenegro und machte ansonsten mit seinen Gegnern kurzen Prozess. Das gleiche Bild in der Zwischenrunde, wo das entscheidende Spiel gegen Polen mit 2:3 verloren ging. Der Trainerwechsel hat – anders als bei den Frauen – nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Europameister Italien begann ähnlich wie Russland, nämlich mit einer 2:3-Niederlage gegen Bulgarien. Anschließend wurden die Gegner beherrscht, ehe in der Zwischenrunde mit Brasilien das ganz große Kaliber kam. Das 0:3 bedeutete für die Italiener das Aus im Rennen um die Medaillen – eine große Enttäuschung für Fei & Co.

Frankreich (Weltranglisten-6., 7:2-Siege, 3. Gruppe F) - Japan (Weltranglisten-10., 5:4-Siege, 4. Gruppe E): Frankreichs Niederlage gegen die deutsche Mannschaft hat der Équipe Tricolore den Einzug in das Halbfinale verbaut: Anschließend wurde nur noch gegen Bulgarien verloren, der Sieg über Brasilien erwies sich als nicht ausreichend. Für die Abwehr starken Franzosen war das Halbfinale das erklärte Ziel. Nun wollen sie zumindest Platz fünf erreichen und gehen gegen Japan als Favorit in das Duell. Die Japaner nutzten die schwächste Vorrundengruppe und zehrten enorm von ihrem Heimvorteil. Immerhin gelangen auch in der Zwischenrunde Siege über Kanada und Tunesien, gegen die Volleyball-Großmächte Serbien & Montenegro und Russland wurden die Grenzen aufgezeigt. Japan dürfte die einzige Mannschaft in dieser Runde sein, die darüber glücklich ist.

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Foto FIVB: Sowohl Björn Andrae und Deutschland als auch die Bulgaren sind dort gelandet, wo sie vor der WM hinwollten.

Platz 9 – 12

Puerto Rico (Weltranglisten-23., 3:6-Siege, 5. Gruppe E) – Deutschland (Weltranglisten-32., 4:5-Siege, 6. Gruppe F): Puerto Rico hat sich vor allem dank seines überragenden Diagonalangreifers Hector Soto für die Finalrunde der besten zwölf Teams qualifiziert. Soto hat in den bisherigen neun Partien 224 Punkte beigesteuert und liegt damit fast 40 Punkte vor dem zweitbesten Punktesammler der WM. Ihn gilt es (einigermaßen) in den Griff zu bekommen, dann hat die deutsche Mannschaft gute Chancen, gegen die Puero Ricaner zu bestehen, die als Weltranglisten-23. die Erwartungen übertroffen haben. Das deutsche Team ist als Weltranglisten-32. die am schwächsten platzierte Mannschaft in der Finalrunde, deutete aber vor allem in der Vorrunde ihr Potenzial an. Überragend der Sieg gegen die Top-Nation Frankreich. In der Zwischenrunde lief es dagegen nicht mehr rund, vor allem das bittere 2:3 gegen die USA traf Mannschaft und Trainer hart.

Kanada (Weltranglisten-12., 4:5-Siege, 6. Gruppe E) – USA (Weltranglisten-5., 4:5-Siege, 5. Gruppe F): Zum mit Spannung erwarteten ewig jungen Duell der Nordamerikaner kommt es ebenfalls in der Platzierungsrunde 9 – 12. Kanada rettete sich in allerletzter Sekunde durch ein 3:2 (nach 0:2-Satzrückstand) gegen Argentinien, es war der einzige Sieg in der Zwischenrunde. Zuvor gelangen Siege gegen Kasachstan, Korea und Tunesien. Die Mannschaft tritt kompakt und ohne den großen Super-Star auf. Gleiches gilt für die US-Boys, die schwer in Tritt kamen und sich dann über ihren Kampfgeist steigerten. Die Vorrunde überstanden sie nur dank des besseren Ballpunkte-Quotienten (vor Venezuela) mit Siegen über Tschechien und den Iran, in der Zwischenrunde wurden Deutschland und Kuba bezwungen, gegen Frankreich setzte es ein knappes 2:3. Galt vor der WM eigentlich Diagonalangreifer Clayton Stanley als Star, entpuppte sich dies als trügerisch. Das Team ist der Star.