DVV-Männer „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: Knapp am zweiten Sieg vorbei!

DVV-Männer „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: Knapp am zweiten Sieg vorbei!

Im zweiten Spiel des zweiten Turnierwochenendes der European League in Rotterdam gelang den DVV-Männern fast der zweite Erfolg: Gegen Gastgeber und Favorit Niederlande hieß es am Ende 2:3 (20-25, 25-17, 16-25, 25-15, 11-15). Am heutigen Sonntag findet gegen die Slowakei (30. Juli um 12.00 Uhr) die letzte Partie statt

Startsechs: Dehne, Kromm, Günthör, Dünnes, Schwarz, Böhme, Libero: Späth

1. Satz: Ausgeglichen über 2-2, 4-4 bis 5-5. Dann über Kromm-Annahmefehler erster Minibreak bei 7-5 für die Holländer, welche die 1. Auszeit mit 8-6 erreichen. Angriffsfehler Kromm führt zum 3-Punkteabstand bei 6-9 – ein Günthör/Schwarz Block und ein Günthör/Dünnes Block führt das deutsche Team auf 10-10 heran. Zwei Annahmefehler nach Görtzen-Aufschlag führen erneut zum 3-Punkte-Abstand bei 13-16. Bei der 13-18 (nach Annahmefehler und Böhm-Ausball) wechselt Moculescu Malte Holschen für Marcus Böhme ein. Der 5-Punkte-Abstand bleibt jedoch bis zum Satzende mit 20-25 erhalten.

2. Satz: Holschen bleibt im Spiel. Nach 1-3 und 3-4 Rückstand egalisiert die deutsche Mannschaft bei 6-6 und zieht nach einer schönen Aufschlagserie von Holschen und einem absoluten Kill-Block von Dünnes gegen Görtzen auf 10-7 davon. Bei 10-7 „staubt“ Günthör einen Dünnes-Abpraller zum 11-7 ab. Ein Aufschlag-Hammer von Dehne bringt das 12-7. Bei 15-9 für das deutsche Team Auszeit von Blangé – ein Günthör-Block bringt das 16-9. Ruhe im Saal. Die deutsche Mannschaft kann den Vorsprung zum Satzende noch auf 25-17 ausbauen.

3. Satz: Bei 0-3 und 0-5 Rückstand nimmt Trainer Moculescu jeweils eine Auszeit. Schwarz und Kromm mit Angriffsfehlern zum 2-7 und 2-8 Rückstand. Unsicherheiten in der Annahme und mangelnde Konzentration im Abschluss führen zum 7-16 Rückstand. Die deutsche Mannschaft wehrt sich, vermag aber dem Druck der Holländer, die nun vom Publikum stark unterstützt werden, nicht genug entgegen zu setzen. Bei 16-24 führt geht eine Dehne-Gewaltaufschlag weit ins Aus.

4. Satz: Nach 2-2 und 4-4 geht die deutsche Mannschaft nach zwei erfolgreichen Schwarz-Angriffen mit 6-4 in Führung und liegt bei der 1. techn. Auszeit mit 8-6 vorn. Ein Günthör-Block und ein Günthör/Kromm Block führen zum 10-6 und zur 1. Auszeit der Holländer. Görtzen wird ausgewechselt und Snippe kommt – Dehne&Co bauen auf 16-10 aus. Das 17-10 wird erreicht durch einen Dehne/Holschen Block – ebenso wie das 18-10. Blangé wechselt Zuspieler Freriks wieder für van Harskamp. Bei 19-10 wird Klok eingewechselt. Die deutsche Mannschaft spielt unbeirrt weiter und sichert sich einen 25-15 Satz.

5. Satz: Das deutsche Team fängt mit 0-2 und 1-3 an, ein wuchtiger Kooistra-Angriff durch die Mitte und ein Fehler-Aufschlag von Günthör bringt die Holländer auf 6-3 nach vorn. Nach 4-7 Rückstand führt ein Dünnesfehler beim Aufschlag zum 4-8 und zum Seitenwechsel. 4-9 durch Fehler in der Annahme (Schwarz), 5-10 durch einen sofort gelegten Ball von Freriks, Kromm verkürzt auf 6-10, ein Holschen-Aufschlagfehler führt zum 6-11. Die Holländer bauen den 5-Punkte-Abstand auf 7-14 aus – das deutsche Team verkürzt noch auf 10-14 und zwingt Blangé zu einer Auszeit. Begeisterter Beifall des Publikums beim 15-11 für Holland.

Fazit: Die junge deutsche Mannschaft lieferte gegen das bislang ungeschlagene holländische Team ein gutes Spiel ab. Das Team zeigte sich im Aufschlag und Block verbessert - die Holländer fanden über weite Strecken kein spielerisches Mittel gegen die deutsche Netzabwehr. Wie in Ankara vor einer Woche kam es zu fünf Sätzen – wie vor einer Woche geriet die deutsche Mannschaft gleich zu Beginn des 5. Satz in einen zu hohen Rückstand. Hier waren Konzentrationsmängel die Ursache – sicher auch verursacht durch die tropischen Temperaturen und die verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Auch in den schwachen Phasen gab die Mannschaft nicht auf und kam so zu zwei deutlichen Satzerfolgen. Mit der einen oder anderen Option mehr (bei einem Zwölferkader) wäre ein Sieg sicher „drin“ gewesen.
Auch im 5. Spiel der noch jungen Mannschaft zeigten sich noch eine Reihe von Missverständnissen im Feld (wenn z.B. der Libero nicht spielte). Holschen, der für Böhme ins Feld kam, lieferte ein gutes Spiel ab. Dehne führte souverän.

Stimmen

Bundestrainer Stelian Moculescu: „Das war ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Wir haben die Holländer doch zu 5 Sätzen gezwungen und haben über weite Strecken ein gleichstarkes Niveau gezeigt. Wenn wir hoch in Rückstand kamen, versuchte man mit einem Ball zwei Punkte zu machen – das geht nun mal nicht. Da fehlt es dann an Erfahrung und Abgeklärtheit. Max und Malte waren heute im Block ok, mit dem Aufschlag war ich auch zufrieden – nur im 5. Satz nicht mehr.“
Malte Holschen: „Ich war eigentlich ganz zufrieden mit mir – bis auf zwei Pannen, die nicht so toll aussahen. Im Angriff war das okay – im Block eigentlich auch. Aber bei den schnellen Außenangriffen muss ich mir noch was einfallen lassen. Es hat heute Spaß gemacht: gegen die Heimmannschaft spielen, vor vielen Zuschauern und dann auch noch gegen den Favoriten, der noch kein Spiel verloren hat. Da kann man eigentlich nicht verlieren.“
Guido Görtzen: „Die Deutschen haben heute gut aufgeschlagen und einen sehr starken Block gehabt – den haben wir viel zu oft getroffen. Für die Tatsache, dass wir alle so unterschiedliche Sätze gespielt haben, finde ich eigentlich keine Erklärung. Das ist nicht normal – vielleicht waren es die Temperaturen. Wir haben die Deutschen nicht unterschätzt, weil sie nur 10 Spieler hatten. Das waren alle große Jungens – da ist es egal, ob du 8, 10 oder 12 davon hast.
Peter Blangé, Bondscoach: „Das deutsche Team war doch stärker als in Ankara. Bakumovski ist dabei – das bringt eine Entlastung. Im zweiten Satz haben wir viel zu schnell aufgegeben und den dritten Satz haben wir mit zwei Fingern in der Nase gewonnen. War schon seltsam. Entscheidend war im 5. Satz, dass wir schnell einen schönen Vorsprung hatten und wenn du bei 14-7 sieben Spielbälle hast, kann nichts mehr schief gehen.“

(Quelle: Sabarz)