DVV-Männer „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: Aufholjagd wird belohnt – 3:2 gegen die Slowakei!

DVV-Männer „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: Aufholjagd wird belohnt – 3:2 gegen die Slowakei! Sebastian Schwarz im Angriff gegen die Slowakei.

Die DVV-Auswahl hat in der European League 2006 den zweiten Sieg gelandet und weist nun nach zwei Turnieren eine Bilanz von 2:4-Siegen auf. In ihrem letzten Spiel in Rotterdam drehte die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu einen 0:2-Satzrückstand und gewann noch mit 3:2 (18-23-25, 25-23, 26-24, 15-8). Am kommenden Wochenende gastieren die deutschen Männer im Rahmen der European League in Zagreb/Kroatien, wo sie auf den Gastgeber, die Türkei und Griechenland treffen.

Startsechs: Dehne, Kromm, Holschen, Dünnes, Schwarz, Fischer, Libero: Späth, (Bakumovski leicht angeschlagen)

1. Satz: Bis zur 1. Auszeit hält das deutsche Team über 3-3, 5-5 und 6-6 mit. Dann über einen direkten Annahmefehler von Späth erstes Minibreak der Slowaken zur 8-6 Führung. In der Satzmitte bricht das deutsche Team in der Annahme ein: fast zwangsläufig auch im Angriff nicht effektiv, gerät die Mannschaft mit 9-16 in Rückstand. Auch eine Auszeit von Trainer Moculescu bei 8-13 vermag nichts zu ändern. Der 7-Punkte-Abstand bleibt der Mannschaft bis zum Satzende erhalten.

2. Satz: Die Mannschaft bäumt sich auf, verzeichnet in bei der 1. technischen Auszeit einen 7-8 Rückstand und kann bei 13-13 egalisieren. Timeout des slowakischen Trainers folgt. Bei 16-14 leichte Führung für das deutsche Team. Bis 21-21 ist der Satz offen, dann führt ein direkter Annahmefehler (Späth) zum 21-22 Rückstand und einer Auszeit. Bei 22-24 kurze Einwechslung von Günthör für Holschen, bei 23-24 kann sich das Team im Angriff nicht durchsetzen und muss bei einem erfolgreichen slowakischen Angriff das 23-25 hinnehmen.

3. Satz: Günthör kommt zu Beginn des Satzes ins Spiel, sorgt mit einem schönen Angriff für das 3-2. Ein Dehne-Abstauber sorgt für das erste Minibreak zum 5-3. Die Zwei-Punkte-Führung bleibt bis zur 1. techn. Auszeit erhalten. Ausgeglichenes Spiel – zwischenzeitlich eine Vierpunkte-Führung durch ein Günthör-Ass. Bei der 2. technischen Auszeit ist die 2-Punkte-Führung auf vier Punkte erweitert. Ein Aufschlagfehler, eine verpatzte Annahme und ein direkt in den Block gesetzter Angriff führen zum 18-18 Ausgleich. Moculescu reagiert mit einer Auszeit. Enges Spiel bis 23-23. Ein Holschen-Block sowie ein Dünnes- und ein Holschen-Angriff sorgen in der Schlussphase für ein positives Ende.

4. Satz: Guter Start mit 5-1 Punkten für das deutsche Team, dass aber dann bei 7-6 fast den Ausgleich hinnehmen muss. Führung bei 8-6. Der ganze Satz bleibt außerordentlich umkämpft – häufig kann ein kleiner 1-Punkt-Vorsprung nicht ausgebaut werden, weil ein Aufschlagfehler folgt. Bei 23-23 schöner Hinterfeld-Angriff über Kromm zum 24-23. Auch den 25. Punkt erledigt Kromm, das Satzende führt Günthör mit einem schön gesetzten Block herbei.

5. Satz: Frühes Minibreak zum 2-0 durch Kromm. Bei der 6-4 Führung des deutschen Teams führt ein slowakischer Aufschlagfehler zum 7-4 und ein mutiger Aufschlag von Schwarz zum 8-4. Gleich nach dem Seitenwechsel noch ein „Hammer“ von Schwarz und damit die 9-4 Führung. Das 11-6 erfolgt durch einen schönen Kromm-Lob – Auszeit für die Slowakei folgt. Günthör und Dünnes sorgen in der Schlussphase für Druck und eine schnelle Reaktion von Günthör (Abstauber nach schwacher Annahme der Slowakei) für das Spielende.

Fazit: Die Mannschaft hat sich selbst „aus dem Sumpf“ gezogen, in den sie zu Spielbeginn hineingeraten war. Ob es die ungewohnte Spielzeit (12.00 Uhr) war, ob der Gegner unterschätzt wurde, ob man schon an die Heimreise dachte – keiner konnte hernach so recht erklären, wie der Leistungseinbruch im 1. Satz zustande kam. Es schien, als würden alle Fehler, die sonst über einen ganzen Satz verstreut sind, kompakt im mittleren Teil des Satzes begangen. Bemerkenswert dann jedoch das Aufbäumen der Mannschaft, welche den ersten Satz abhaken wollte und schon im 2. Satz fast die Wende geschafft hatte. Auch nach dem 0-2 Rückstand gute Moral im Team – dies führte dann letztendlich zum Sieg. Spielerische Glanzpunkte fehlten. Gute Regie von Zuspieler Dehne, der im Aufschlag nicht ganz so wirkungsvoll war wie in der Partie gegen die Niederlande. Stärkster Angreifer Robert Kromm (69%), der zwar in der Annahme erneut leichte Probleme hatte, aber vieles nach einem hohen Zuspiel auch wieder ausbügelte. Hervorragender Wert auch für Günthör in der Mitte, der mit 67% im Angriff glänzen konnte.
Insgesamt zeigte sich das deutsche Team am 2. EL-Wochenende von einer sehr positiven Seite: mit den Siegen gegen Griechenland und der Slowakei sowie dem Fünfsatzspiel gegen die Niederlande ist man nun in der Tabellenmitte in der Nähe zu einem „Final Four“ Platz. Am nächsten Wochenende in Zagreb wird sich zeigen, ob das Team steigerungsfähig ist und ob man dann in Berlin am letzten Wochenende den Sprung ins Finalturnier schafft.

Stimmen
Bundestrainer Stelian Moculescu: „Positiv ist, dass wir mal nach einem 0-2 Rückstand haben 3-2 gewinnen können. Wir haben im ersten Satz einfach schlecht aufgeschlagen und haben auch schlecht angenommen – da kann sich kein Spiel entwickeln. Immerhin hat die Mannschaft Charakter gezeigt und ist dann nach dem knappen 3. Satz doch gut ins Ziel gekommen. Zusammenfassend muss ich sagen, dass wir bislang eigentlich nur ein schlechtes Spiel – das gegen die Spanier – gesehen haben. Die jungen Spieler sind, das hat sich gezeigt, aufnahmefähig und ich bin nicht unzufrieden. Das Team ist doch „fest“ geworden.“

Mannschaftsführer Frank Dehne: „Wir haben furchtbar angefangen, die Aufschläge klappten nicht, die Annahme kam nicht und ich wusste kaum was ich machen sollte. Kaum Optionen. Wenn die Annahme steht, kann man spielen – aber so!? Schließlich sind wir dann über Kampf ins Spiel gekommen und haben uns – und das rechne ich den jungen Burschen bei uns hoch an – als Team präsentiert. Wenn man so angefangen hat wie heute und dann alles dreht, muss man zufrieden sein.“

(Quelle: Sabarz)