DVV-Frauen „BEI DER WM IN JAPAN“: Fokus auf Russland am spielfreien Tag – Moser feiert Geburtstag!
Am ersten spielfreien Tag der WM in Japan drehte sich bei der deutschen Mannschaft alles um Russland: Bundestrainer Giovanni Guidetti bat sein Team zwei Mal zur Videositzung, zudem wurde in einer zweistündigen Trainingseinheit die Taktik gegen Russland einstudiert. Doch der Reihe nach.
Den Vormittag hatten die Spielerinnen frei bekommen und nutzten ihn ganz unterschiedlich: Birgit Thumm, Atika Bouagaa und Cornelia Dumler schliefen aus, Angelina Grün, Tanja Hart, Christina Benecke und Margareta Kozuch gingen in die Stadt und genehmigten sich einen heiß geliebten Starbucks Coffee. Die Schweriner Fraktion mit Kathleen Weiß und Cathrin Schlüter genoss bei einem Spaziergang die kalte, aber klare Luft bei strahlendem Sonnenschein.
Delegationsleiter Jan Lindenmair betätigte sich gemeinsam mit Dolmetscherin „Hilo“ derweil als Wäsche-Crew: Zehn Waschmaschinen wurden in einem Waschsalon beladen, anschließend musste die Wäsche noch getrocknet werden. Satte drei Stunden brauchten die beiden Saubermänner dafür.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen um 11.30 Uhr führte Giovanni Guidetti seinen Spielerinnen die ersten Szenen der „russischen Riesen“ vor. Die Spiele gegen die Niederlande, Türkei, Serbien & Montenegro (allesamt Grand Prix Qualifikation) sowie die gestrige Partie gegen Aserbaidschan dienten als Quelle. Guidetti sprach nur über zwei Spielerinnen, Ekaterina Gamova, 2,02 Meter große Außenangreiferin, und Lioubov Sokolova, ebenfalls nicht klein geratene Außenangreiferin und sehr variabel. „Wir müssen so oft wie möglich einen Dreierblock stellen, um die spitze Diagonale und die Linie blocken zu können“, predigte der Italiener. Während Gamova nur die harte Schiene fahre, setzte Sokolova auch häufig einen Lob ein, führte der Trainer aus. „In allen Spielen, die ich gesehen habe, wurde Gamova nicht ein Mal geblockt. Aber unsere Mittelblockerinnen sind besser, als die der anderen Teams“, sprach er gleichzeitig seine Spielerinnen stark.
Anschließend sollte das Gesehene praktisch umgesetzt werden. DVV-Pressesprecher Thilo von Hagen sollte die 18 Zentimeter größere Gamova kopieren und aus hohen Bällen hart und extrem in die Diagonale angreifen. Nach mehreren geblockten Bällen von Fürst bzw. Ssuschke, wurde aus „Gamova“ wieder von Hagen. Dr. Paul Schmeing sprang als „Gamova“ in die Bresche, und der zweifache „Volleyballer des Jahres“ und EM-Vierte von 1991 machte seine Sache perfekt und bekam ein Extra-Lob von Guidetti. Von Hagen wurde kurzzeitig noch mal als Sokolova eingewechselt, dann aber von Margareta Kozuch mit den Worten verdrängt: „Ich mach wieder die Sokolova…“
Nach dem Abendessen bekam DVV-Vize-Präsident Götz Moser die sängerischen Qualitäten der DVV-Frauen zu hören: Der Vize-Sport feierte seinen 68. Geburtstag, bekam ein Ständchen, Torte und Karte von den DVV-Frauen. Anschließend feierte er mit Guidetti, Lindenmair, von Soosten, Beltrami und Schmeing in einer Kneipe. Auch fern aus der Heimat erreichten Moser Glückwünsche. DVV-Präsident Werner von Moltke schrieb: „Es ist grandios welche Fähigkeiten du hast, die Mannschaft so erfolgreich von der Tribüne zu dirigieren. Bis jetzt sieht es so aus, dass inklusive Baku ohne dich im deutschen Frauen-Volleyball nichts geht.“ (Moser war beim „Wunder von Baku“, der erfolgreichen Olympia-Qualifikation ebenfalls dabei, Anm. d. Red.)
Die Spielerinnen sahen zuvor nochmals die „echten“ Gamova und Sokolova auf Video und fielen dann in die Betten. Sayonara aus Sapporo/Japan.