DVV-Frauen „BEI DER WM IN JAPAN“: Die deutschen Zwischenrundengegner!
5 Punkte nehmen die DVV-Frauen aus der Vorrunde in Sapporo mit in die Zwischenrunde nach Osaka. Die Siege gegen Aserbaidschan (3:0) und China (3:1) fließen ebenso ein wie die Niederlage gegen Russland (1:3). Damit nehmen die DVV-Frauen vor dem ersten Spiel der Zwischenrunde F am 8. November gegen die Niederlande Platz vier ein hinter den ungeschlagenen Mannschaften aus Brasilien und Russland sowie hinter den punktgleichen USA. Die haben mit 6:5-Sätzen ein deutlich schwächeres Satzverhältnis als die DVV-Frauen (7:4), liegen aber aufgrund des besseren Ballpunkte-Quotienten (FIVB-Regel) vor der deutschen Mannschaft…
Im Folgenden werden die vier Zwischenrundengegner kurz portraitiert, zudem gibt Spielbeobachter Alberto „Albi“ Salomoni seine Einschätzung zu allen vier Mannschaften ab. Salomoni war während der Vorrunde in Kobe und beobachtete alle kommenden Gegner.
Niederlande (Weltranglisten-16., Gegner am 8. November): Die Niederländerinnen stellen eine körperlich sehr athletische Mannschaft. In der Stammformation stehen mit Chaine Staelens, Manon Flier und Ingrid Visser gleich drei Spielerinnen mit Gardemaß von über 1,90 Meter. Lediglich Zuspielerin Riette Fledderus fällt mit ihren 1,71 Meter körperlich stark ab. Die Oranjes ziehen ein Power-Volleyball auf, das von harten Sprungaufschlägen und Angriffen geprägt ist. Bei den vergangenen Großereignissen belegten unsere Nachbarn Pltz fünf bei den Europameisterschaften 2005. Trainer Avital Selinger hält viel von seiner Mannschaft und will mit ihr 2008 in Peking eine Medaille gewinnen.
Alberto Salomoni: „Die Niederlande ist eine Mannschaft, die über eine sehr gute Annahme verfügt und deswegen in einigen Rotationen sehr schnell spielt. Wenn Chaine Staelens auf der Position vier ist, wird mehr hoch über sie gespielt. Die wichtigsten Spielerin sind Mittelblockerin Ingrid Visser und Diagonalspielerin Manon Flier. Eine sehr wichtige Auswechselspielerin ist Alice Blom. Die Ex-Münsteranerin kommt auf der Außenposition zum Einsatz, sobald es dort Probleme gibt. Die Niederlande ist ein sehr unangenehmer Gegner und schwierig zu spielen.“
Letzter Vergleich
25.08.2005 beim Vier-Nationen-Turnier in St. Brieux/FRA: GER – NED 3:1 (25-12, 22-25, 25-20, 25-20)
Die Bilanz GER – NED*
138 Spiele, 73 Siege und 65 Niederlagen
* inklusive der Spiele gegen die DDR
Puerto Rico (Weltranglisten-12., Gegner am 9. November): In der bisherigen Länderspielstatistik gibt es einen einzigen Vergleich mit Puerto Rico. Somit ist nicht viel über die Mannschaft von der kleinsten Insel der „Großen Antillen“ bekannt. Als Weltranglisten-12. liegen sie – wie alle anderen deutschen Gegner – vor der DVV-Auswahl, doch dies war bei dieser WM zum Glück kein Maßstab. Bundestrainer Giovanni Guidetti erwartet ein ähnliches Spiel wie gegen die Dominikanische Republik, die DVV-Frauen dürfen sich also auf angriffsstarke Gegnerinnen einstellen.
Alberto Salomoni: „Sie erinnern mit ihrer Spielweise an die Dominikanische Republik: Sie haben mit Eva Cruz und Sheilla Ocasio starke Mittelblockerinnen, mit Aurea Cruz und Karina Ocasio zwei sehr gute Außenangreiferinnen. Die Schwachstelle ist meiner Meinung nach die Zuspielerin, sie hat Probleme mit der Präzision. Puerto Rico spielt viel über die Mitte und Position vier. Technische Probleme und kaum vorhandene Wechselmöglichkeiten limitieren sie.“
Der letzte Vergleich aus deutscher Sicht
22.10.1974 Weltmeisterschaften in Mexiko: GER – PUR 3:0 (15-9, 15-6, 15-10)
Die Bilanz GER – PUR
1 Spiel, 1 Sieg
Brasilien (Weltranglisten-2., Gegner am 11. November): Die Brasilianerinnen gingen als Top-Favorit in die Weltmeisterschaft, denn bei den letzten Turnieren waren sie nicht zu schlagen. So war es 2004, 2005 und 2006 beim Grand Prix und 2005 beim Grand Champions Cup. Bislang haben sie ihre Favoritenstellung mit weißer Weste eindrucksvoll untermauert. Allerdings blieb ihnen einer der ganz großen Titel bislang verwehrt: Weder bei Olympischen Spielen noch bei Weltmeisterschaften standen am Ende die Brasilianerinnen auf der höchsten Stufe des Treppchens. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 hatten die Brasilianerinnen im Halbfinale gegen Russland vier Matchbälle in Serie – gereicht hat es nicht. Am Ende blieb gar nur ein vierter Platz. Der Druck ist also immens. Alle Spielerinnen sind technisch hervorragend, zudem sind allesamt auch athletisch stark. Zuspielerin Fofao, mit 36 Jahren zweitälteste WM-Teilnehmerin, ist Kopf der Mannschaft, war in der Vorrunde aber angeschlagen (Bauchmuskelprobleme).
Alberto Salomoni: „Brasilien ist der WM-Favorit. Als sie 1:2-Sätze gegen die Niederlande zurück gelegen haben, haben sie den fünften Gang eingelegt. Dann hatten die Niederländerinnen keine Chance mehr. Zuspielerin Fofao ist absolute Weltklasse, die zweite Zuspielerin, Carolina Albuquerque, ist nicht auf ihrem Niveau. Sie hat die Spiele immer angefangen, weil Fofao Bauchmuskelprobleme hat. Die einzige Schwachstelle – wenn überhaupt - ist, dass sie den Rhythmus bei Spielerwechseln verloren haben. Die Stammformation ist absolute Weltklasse.“
Der letzte Vergleich aus deutscher Sicht
18.10.2006 Freundschaftsspiel in Unterschleißheim: GER – BRA 1:3 (16-25, 25-23, 24-26, 17-25)
Die Bilanz GER – BRA*
57 Spiele, 14 Siege und 43 Niederlagen
* inklusive der Spiele gegen die DDR
USA (Weltranglisten-6., Gegner am 12. November): Die USA ist der amtierende Vize-Weltmeister. Vor vier Jahren unterlagen die US-Girls in einem packenden Finale in Berlin den Italienerinnen in fünf Sätzen. Mit Danielle Scott, Heather Bown, Nancy Metcalf und Tayyiba Haneef sind aktuell vier Spielerinnen von damals dabei. Allesamt stehen im Stamm, allesamt sind athletisch extrem stark. Haneef überragt mit ihren 2,00 Metern alle. Dennoch konnte die USA in der Vorrunde nur bedingt überzeugen: Gegen die Niederlande und Puerto Rico mühte sie sich zu Fünf-Satz-Siegen, wobei im fünften Satz ihre Weltklasse und das amerikanische Kämpferherz aufblitzte: Gegen Puerto Rico wurde ein 3:9-Rückstand aufgeholt, gegen die Niederländerinnen gaben sie beim 7:7 nicht einen Punkt mehr ab. Bei den Olympischen Spielen wurden die USA Fünfte.
Alberto Salomoni: „Man darf die USA nicht ins Spiel kommen lassen: Sie haben großes Potenzial, und die Spielerinnen sind sehr erfahren. Wenn sie allerdings in der Annahme unter Druck geraten, bekommen sie Probleme. Dann fehlt ihnen eine konstante Angreiferin über die Position vier. Wenn sie so spielen, wie in der Vorrunde, werden sie Probleme bekommen. Mit Jennifer Joines haben sie eine sehr gute Wechselspielerin auf der Mitte.“
Der letzte Vergleich aus deutscher Sicht
11.06.2005 beim internationalen Turnier in Montreux/SUI: GER – USA 3:0 (25-16, 28-26, 25-15)
Die Bilanz GER – USA*
107 Spiele, 20 Siege und 87 Niederlagen
* inklusive der Spiele gegen die DDR