DVV-Frauen „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: Generalprobe geglückt: 3:0-Sieg im letzten Test vor der WM – Schrecksekunde um Grün!
Die deutschen Frauen haben das letzte Testspiel vor Beginn der WM gewonnen: Im zweiten Duell gegen den japanischen Profi-Verein NEC gewann die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti mit 3:0 (25-17, 25-19, 28-26), anschließend wurde noch ein Satz gespielt, den die Japanerinnen mit 22-25 für sich entschieden. Punktbeste deutsche Spielerinnen waren Cornelia Dumler (11), Angelina Grün und Atika Bouagaa (je 9). Den ersten Vergleich hatte die DVV-Auswahl 3:2 gewonnen.
Am Ende des zweiten Satzes hatte die deutsche Mannschaft eine Schrecksekunde zu überstehen: Spielführerin Angelina Grün musste nach einer unglücklichen Bewegung das Feld verlassen. Mannschaftsarzt Dr. Paul Schmeing und Physiotherapeut Patrick Rissler diagnostizierten ein Patellaspitzensyndrom, „das kriegen wir in den Griff“, so Schmeing.
Am Sonntag, 29. Oktober, reist die deutsche Mannschaft am Vormittag zum Vorrundenort Sapporo an, wo am 31. Oktober (14.00 Uhr Ortszeit, 6.00 Uhr deutsche Zeit, live auf arena) das Eröffnungsspiel gegen die Dominikanische Republik ansteht
Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit Kathleen Weiß im Zuspiel, Birgit Thumm auf der Diagonalen, Angelina Grün und Cornelia Dumler auf den Annahmepositionen, Corina Ssuschke und Christiane Fürst im Mittelblock sowie Kerstin Tzscherlich als Libero.
1. Satz
Die deutsche Mannschaft präsentierte sich zu Beginn des ersten Satzes hellwach: Weiß setzte ihre Angreiferinnen gekonnt in Szene, die sich gegen die „Gummiwand“ der Japanerinnen mit Angriff oder sogar Lob (Grün) durchsetzten. Zudem klappte auch der Block (Thumm und Fürst), sodass die DVV-Auswahl mit 5-1 in Führung ging und bei der technischen Auszeit immer noch mit drei Zählern führte (8-5). Der Vorsprung wurde auf 10-5 ausgebaut, ehe zwei starke Aufschläge von Taguchi das NEC-Team verkürzen ließen (10-8). Anschließend brachten beide Teams ihren Angriff aus der Annahme durch, ehe ein Abstimmungsproblem auf japanischer Seite (die Finnin Riika Lehtonen ist erst seit einem Monat da) das 14-10 brachte. Nach einem Schnellangriff von Ssuschke ging es mit 16-13 in die zweite technische Auszeit, anschließend kam Margareta Kozuch für Weiß aufs Feld. Kurze Zeit später wurde der Doppelwechsel durch Tanja Hart (für Birgit Thumm) komplett vollzogen. Dann klappte alles: Grün setzte den gegnerischen Annahmeriegel mit druckvollen Sprungaufschlägen unter Druck, anschließend hatte die deutsche Block- und Feldabwehr leichtes Spiel und punktete in Serie (21-14). Kozuch schlug den Block erfolgreich an und holte den ersten Satzball (24-16), den Lehtonen nochmals abwehrte. Den zweiten verwertete Fürst nach gekonntem Einhand-Zuspiel der zurück gekehrten Weiß zum deutlichen 25-17.
2. Satz
Nur auf der Zuspiel-Position verändert – Hart für Weiß - startete die deutsche Mannschaft in den zweiten Satz, das Spiel blieb unverändert: Dumler sorgte mit ihren gefährlichen Sprung-Flatteraufschlägen für Druck, anschließend packte der Block um „Leuchtturm“ Fürst gnadenlos zu (6-1). Bis zu diesem Zeitpunkt verstanden es die deutschen Blockerinnen, viel besser als in der ersten Partie, den Block „sauber“ zu stellen und sich nicht anschlagen zu lassen (8-2). Dann servierte Lehtonen drei mal stark und ließ die Japanerinnen verkürzen (8-5). Als Dumler aus dem Hinterfeld nicht punkten konnte, hieß es nur noch 9-7. Als Ssuschke noch geblockt wurde, nahm Guidetti, sichtlich unzufrieden, eine Auszeit. Die Japanerinnen waren nun besser im Spiel, doch nach hartem Diagonalangriff von Dumler sowie anschließendem Block des Italien-Profis war das Ergebnis wieder positiver (13-10). Als Hart gleich zwei Mal stark in der extremen Diagonalen gegen die finnische Legionärin, zuletzt noch Mitspielerin von Angelina Grün in Bergamo, abwehrte, ging es mit 16-12 in die zweite technische Auszeit. Nach drei weiteren deutschen Punkten in Folge, vor allem der Block war Punktegarant, nahm Trainer Masahiro Yoshikawa eine Auszeit, in der er sich – wütend über sein Team – schweigend auf die Bank setzte (19-12). Nach einem Einbeiner von Thumm kam es wieder zum obligatorischen Doppelwechsel – Weiß und Kozuch für Hart und Thumm (23-14). Schrecksekunde beim 23-17: Grün bricht einen Angriff ab, verlässt das Feld und wird durch Bouagaa ersetzt. Die Japanerinnen nutzen die kurze Phase der Verwirrung und verkürzen auf 23-19, doch Dumler sorgt per Einerblock kurze Zeit später für den zweiten Satzgewinn (25-19).
3. Satz
Bouagaa blieb für Grün auf dem Feld, zudem beorderte Guidetti erneut Weiß und Kozuch ins Team. Bis zur ersten technischen Auszeit passierte nicht viel, beide Teams punkteten beständig aus der eigenen Annahme – das NEC-Team lag mit 7-8 vorne. Nach einem Block von Bouagaa hatte die DVV-Auswahl erstmals das Spiel gedreht, prompt nahm der Gastgeber-Trainer eine Auszeit (10-9). Nach einem Abstimmungsproblem zwischen Weiß und Ssuscke sowie einem Block gegen Kozuch lagen die Japanerinnen wieder vorne (11-13). Einen Punkt später kamen Thumm (für Weiß) und Cathrin Schlüter (für Ssuschke) aufs Feld, dann noch Hart (für Kozuch). Guidetti wechselte weiter und brachte Christina Benecke für Fürst, mit 14-16 ging es in die technische Auszeit, auch weil die Japanerinnen in dieser Phase erfolgreich über die Mitte angriffen. Beim 15-18 kehrten Weiß und Kozuch zurück aufs Feld, mittlerweile war auch Grün wieder in der Halle, nachdem sie zuvor von Physiotherapeut Patrick Rißler behandelt worden war. Die deutsche Mannschaft lief diesem Rückstand hinterher und verpasste Anschlussmöglichkeiten durch Aufschlagfehler (19-22). Ein starker Diagonalaufschlag von Weiß war Grundlage für den Punkt zum 22-23, als Dumler den japanischen Dreierblock anschlug. Als der nächste Angriff der Japanerinnen weit hinter der deutschen Grundlinie einschlug, war der Ausgleich geschafft. Ein Netzaufschlag von Weiß bedeutete erster Satzball für die Japanerinnen – Dumler wehrte nervenstark von der Position zwei ab. Lehtonen schlug den deutschen Block oben an und holte den zweiten Satzball, doch ein Hamburger Block mit Kozuch und Benecke vereitelte diesen (25-25). Erneut war es Lehtonen, die punktete, doch ihr anschließender Aufschlag ging ins aus (26-26). Bouagaa besorgte mit einem Diagonalangriff über den Dreierblock den ersten deutschen Matchball (27-26), den die Münsteranerin mit einem ihrer kurzen Lobs gekonnt nutzte (28-26).
4. Satz
Beide Teams hatten zuvor vereinbart, noch einen vierten Satz zu spielen, in dem Guidetti erneut rotierte und Hart die Bälle verteilen ließ. Ihr zur Seite standen Kozuch, Bouagaa, Benecke, Schlüter, Thumm und Tzscherlich. Bis zum 15-15 verlief das Spiel völlig ausgeglichen, dann setzten sich die Gastgeberinnen in einer Rotation ab (15-18), weil die DVV-Frauen den Ball nicht auf den Boden bekamen. Das war die Vorentscheidung in diesem Satz, den sich die nie aufgebenden Gastgeberinnen verdient hatten (22-25).
Nach dem Spiel tauschten die Teams Nettigkeiten und Geschenke aus: Die DVV-Frauen überreichten Original-Shirts an die Spielerinnen und Krawatten an Trainer und erhielten NEC-Anhänger und -Aufkleber, sowie ein Foto vom ersten Spiel sowie vom Ausflug nach Tokio.
Stimme zum Spiel
Giovanni Guidetti: „Heute lief alles, wie wir uns das vorstellen. Im ersten Spiel hatten wir noch Probleme, heute nicht. Alle sind in einem guten physischen und psychischen Zustand. Block und Angriff waren gut, die Pause am gestrigen Nachmittag hat allen gut getan. Ich bin zufrieden.“