DVV-Frauen „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: 2:3-Niederlage gegen die Türkei!
Die DVV-Frauen haben nach einem Kampfspiel gegen die Türkei verloren: Vor 2.721 Zuschauern in Leipzig unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti im zweiten von drei Länderspielen gegen den Vize-Europameister von 2003 mit 2:3 (22-25, 20-25, 25-23, 25-22, 12-15).
Tags zuvor hatte es noch ein souveränes 3:0 in Dessau gegeben. Die Dreierserie endet am 3. September in Dresden (16.00 Uhr). Vor der Partie in Leipzig wurden Atika Bouagaa für ihr 100. Länderspiel und Kerstin Tzscherlich für ihren 200. Einsatz von DVV-Präsident Werner von Moltke geehrt.
Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit folgender Startformation: Tanja Hart im Zuspiel, Angelina Grün diagonal, Atika Bouagaa und Cornelia Dumler im Außenangriff, Christina Benecke und Corina Ssuschke im Mittelblock und Kerstin Tzscherlich auf der Libero-Position. Mareen Apitz und Birgit Thumm standen an diesem Abend nicht im Kader.
Der türkische Chef-Trainer Resat Yaziciogullari begann mit Natalia Hanikoglu, Neslihan Demir, Mert Bahar, Özlem Özcelik, Esra Gümüs, Aysun Özbek und Gülden Kayalar.
1. Satz
Türkeis Trainer Resat Yaziciogullari hatte nach der klaren 0:3-Niederlage vom Vortag in Dessau eine stärkere Leistung angekündigt und damit Recht behalten: Die Türkinnen waren von Beginn an hellwach, agierten in allen Elementen eine Klasse besser. Zudem passte auf deutscher Seite zu Beginn wenig, die Annahme war unpräzise, Zuspielerin Tanja Hart musste weite Wege gehen, darunter litt die Qualität. Über 4-7 setzten sich die Türkinnen auf 7-13 ab. Bundestrainer Giovanni Guidetti reagierte und wechselte Kathleen Weiß für Hart ein. Das war eine gute Wahl, denn Weiß sorgte mit variablem Angriffsspiel und guten Sprungaufschlägen für einen deutlichen Aufwärtstrend, der beim 17-17 erstmals zum Ausgleich und wenig später zur ersten Führung führte (19-18). Doch die Türkei konterte mit zwei Blockpunkten gegen Grün und Dumler und lag wieder vorne (19-21). Deutschland egalisierte abermals durch eine artistische Einlage von Ssuschke (21-21), ehe erneut die Gäste punkteten und sich Satzbälle erarbeiteten (21-24). Einen wehrte die deutsche Mannschaft noch ab, den zweiten Satzball verwandelte Hanikoglu (22-25).
2. Satz
Guidetti setzte wieder auf seine Startformation, d.h. mit Hart auf der Zuspielposition, doch erneut erwischten die Türkinnen den besseren Start und gingen in Führung (2-4). Drei gute Aktionen von Bouagaa im Aufschlag und Angriff sorgten für den Ausgleich (7-7). Aber erneut legten die Türkinnen, die an diesem Tag deutlich „frischer“ wirkten, einen Zwischenspurt ein (7-10). Guidetti war sichtlich unzufrieden, nahm eine Auszeit und wurde etwas lauter. Die deutschen Spielerinnen kämpften weiter um jeden Ball und lieferten sich packende Ballwechsel mit den Gegnerinnen – die Türkinnen hatten oftmals die besseren Argumente und das bessere Ende (15-18). Ein Ass von Benecke brachte den Anschluss (17-18), aber danach unterlief ihr ein Fehlaufschlag und Bouagaa verunglückte eine Annahme (17-20). Guidetti wechselte mit Weiß und Margareta Kozuch eine neue Zuspielerin und Diagonalangreiferin ein (für Hart und Grün) und kurze Zeit später Sylvia Roll (für Bouagaa). Die Wechsel zahlten sich jedoch nicht mehr aus: Die Türkinnen setzten sich weiter souverän ab, erspielten sich Satzbälle und verwerteten ihren zweiten zur 2:0-Satzführung (20-25).
3. Satz
Trotz der bislang nicht überzeugenden Vorstellung vertraute der italienische Bundestrainer erneut zunächst der Anfangsformation des ersten Satzes: Und die zahlte es ihrem Trainer mit einer verbesserten Leistung zurück, der Anfang des dritten Satzes verlief völlig ausgeglichen, es ging mit 8-7 in die erste technische Auszeit. Das Spiel wog nun hin und her, mal lagen die deutschen Spielerinnen vorne, mal die Türkinnen. Nach einem Block von Ssuschke (gegen Demir) und einem Diagonalangriff Dumlers lautete der Spielstand 15-13, nach einem Annahmefehler von Bouagaa und einem Block von Özcelik gegen Ssuschke hatten die Türkinnen die Führung zurück (17-18). Als Hart die Mittellinie übertrat und Özcelik am Netz erneut beherzt zupackte, war der Rückstand bedrohlich angewachsen (17-20). Zwei Mal Grün per Angriff ließ die DVV-Frauen verkürzen (19-20), ein Netzkanten-Ass der deutschen Spielführerin brachte den Ausgleich (21-21). Kozuch kam für Hart zur Blockstärkung, Demir schlug den nächsten Ball ins Aus (22-21). Beim Stand von 23-22 kam Weiß für Grün, und Kozuch besorgte per Angriff die ersten Satzbälle für die deutsche Mannschaft (24-22). Den ersten wehrten die Türkinnen noch ab, den zweiten verwertete die Hamburgerin Kozuch nervenstark (25-23).
4. Satz
Der Satzgewinn schien der deutschen Mannschaft Auftrieb und Sicherheit zu geben, nach Ass von Benecke und gelungenem Block von Ssuschke hieß es 6-2. Doch starke Aktionen von Demir und Özbek sowie ein Annahmfehler von Dumler machten daraus ein 6-6. Ein abermaliges Netzkanten-Ass von Grün ließ beide Teams in die technische Auszeit gehen (8-7). Ein Diagonal-Knaller von Dumler traf Demir im Gesicht – die türkische Diagonalangreiferin wurde ausgewechselt. Eine Auszeit der Türkei folgte nach einem Ass von Ssuschke (13-9). Als Benecke zwei Mal im Block zupackte, wuchs der Vorsprung auf 15-10. Ein weiterer Block der 1,90 Meter großen Hamburgerin brachte das 17-13 – Auszeit Türkei. Kurze Zeit später folgte der am heutigen Tag obligatorische Doppelwechsel – Weiß und Kozuch kamen für Hart und Grün. Zunächst punkteten aber die Türkinnen, ehe Kozuch per Angriff das 20-17 herbei führte. Beim Stand von 22-20 kam Hart zurück, Grün war schon einen Punkt zuvor aufs Feld geschickt worden. Grün hielt den Zwei-Punkte-Vorsprung per Diagonalangriff, ein Fehler von Demir brachte Satzbälle (24-21). Demir war es dann auch, die per Fehlaufschlag für den Satzausgleich sorgte (25-22).
5. Satz
Beide Teams schenkten sich nun nichts und lieferten sich Ballwechsel, die die Zuschauer begeisterten. Auf deutscher Seite klappte vor allem das Zusammenspiel von Hart und Ssuschke bzw. Benecke. Mit 8-7 wurden die Seiten gewechselt. Beim Stand von 11-10 schenkte Guidetti erneut Weiß das Vertrauen, Kozuch war bereits vorher eingewechselt worden. Ein Block gegen Kozuch sorgte für das 12-12 und Spannung pur. Nachdem ein weiterer Punkt an die Türken ging, schickte Guidetti die Routiniers Hart und Grün zurück aufs Feld. Doch die Maßnahme fruchtete nicht: Ssuschke und Grün wurden geblockt – die Türkei gewann mit 12-15.
Stimme zum Spiel
Giovanni Guidetti (Bundestrainer): „Die Türkei war heute viel besser als gestern, wir spielten deutlich schlechter als gestern. Wir haben mit einer anderen Mannschaft als in Dessau gespielt, weil jetzt die Zeit ist, auszuprobieren. Für mich war das Spiel gut, da es mir wichtige Aufschlüsse gegeben hat.“