DVV-Frauen „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: „Pecke“ und „Paule“ – Das medizinische Duo der deutschen Frauen!

DVV-Frauen „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: „Pecke“ und „Paule“ – Das medizinische Duo der deutschen Frauen! Dr. Paul "Paule" Schmeing (links) und Patrick "Pecke" Rißler in einer (seltenen) ruhigen Minute.

Der eine ist der von den Spielerinnen am meisten begehrte Mann in der Delegation, der andere fühlt sich am wohlsten, wenn er so wenig wie möglich beansprucht wird. Die Rede ist von Physiotherapeut Patrick „Pecke“ Rißler und Mannschaftsarzt Dr. Paul „Paule“ Schmeing, beide zur Zeit mit den DVV-Frauen in Tokio, wo sich die Mannschaft in der letzten Woche vor dem WM-Start vorbereitet.

Patrick Rißler ist seit 2001 bei der Frauen-Nationalmannschaft, doch so viel Zeit, wie in diesem Jahr, hat er noch nie mit den besten deutschen Volleyballerinnen verbracht: „Seit Mai habe ich bis auf eine zweiwöchige China-Reise alles mitgemacht“, sagt der 27-Jährige Physiotherapeut. Dies geht natürlich nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt und das ist bei „Pecke“ und dem Reha-Zentrum Rainer Jungen in Göttingen der Fall: „Mein Arbeitgeber unterstützt mich super und gibt mir den Freiraum für die Arbeit mit den Spielerinnen“, bedankt sich der ehemalige Handballer (3. Liga) bei seinem Chef. Der Arbeitstag von Rißler beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück mit der Mannschaft, anschließend werden die Spielerinnen für das Vormittags-Training getapt. Dort ist er natürlich ebenfalls mit von der Partie, mischt die Getränke, sammelt Bälle ein, hilft beim Stretchen und achtet beim Krafttraining auf die richtige Ausführung der Übungen. Während sich die meisten nach dem Mittagessen zurück ziehen, behandelt der Sport-Physiotherapeut Spielerinnen. Das gleiche Prozedere schließt sich für das Abend-Training an, nach der Videoeinheit (21.00 bis 22.00 Uhr) geht es mit Behandlungen und Massagen weiter, „in der Regel endet mein Tag zwischen 1.00 und 2.00 Uhr“, sagt er und lobt die Spielerinnen: „Es macht Spaß mit den Mädels zu arbeiten. Sie machen mit, setzen die Anweisungen um und unterstützen mich.“ Wenn er mal nicht bei den DVV-Frauen ist, kümmert „Pecke“ sich um die Basketballer der BG 74 Göttingen, aktueller Tabellenführer der 2. Liga Nord. Für Patrick Rißler ist es die erste WM-Teilnahme.

Schmeing ist allen Volleyball-Fans natürlich ein Begriff: Der 42-Jährige absolvierte ca. 160 Länderspiele, war zwei Mal Volleyballer des Jahres und gewann mit den Bayer-Teams aus Leverkusen und Wuppertal drei Mal den DM-Titel und zwei DVV-Pokale. Der größte Erfolg mit der Nationalmannschaft war der 4. Platz bei den Europameisterschaften 1991 in Deutschland. Seit 1999 gehört Schmeing, der in Hennef mit einem Kollegen eine Gemeinschaftspraxis betreibt, zum Ärztestab der DVV-Frauen. Die WM 2006 in Japan ist für den zweifachen Vater die erste WM-Teilnahme - als Spieler war ihm dieses Erlebnis nicht vergönnt. Sein großes Volleyball-Können wird auch heute noch in einigen Trainingseinheiten heran gezogen, „auch wenn der Körper nicht mehr so mitspielt, wie früher“, meint Schmeing. Er selbst sieht es als Vorteil an, „selber Volleyballer gewesen zu sein. Die Probleme und Verletzungen, die die Spielerinnen haben, hatte ich auch alle.“ Natürlich steht Schmeing auch als „Seelen-Doktor“ zur Verfügung und ist Ansprechpartner der Spielerinnen in allen möglichen Dingen. Am liebsten wäre er aber als Tourist in Japan: „Es ist wie beim Gynäkologen: Am besten ist es, wenn der Arzt gar nichts zu tun hat.“

Und was sagen die Spielerinnen zum Mann mit den „magischen Händen“ und zum „Medizinmann“? „Beide sind multifunktional einsetzbar. Selbst „Pecke“ kann mittlerweile als Co-Trainer eingesetzt werden. Das Training mit Giovanni zahlt sich aus“, meinen Angelina Grün und Atika Bouagaa schmunzelnd. „Paul ist die Stimmungskanone auf der Bank und wird mit Sicherheit nach dem zweiten Spiel heiser sein“, so Grün. „Er ist die Mama der Kompanie“, ergänzt Birgit Thumm. Und etwas ernster schließt „Grüni“ an: „Hochachtung vor „Pecke“, er macht einen Knochenjob und arbeitet von früh bis spät und ist trotzdem stets gut gelaunt.“