DVV-Frauen „AUF BEI DER WM IN JAPAN“: DVV-Team nach 1:3 gegen Türkei nur um Platz elf gegen Taiwan!

DVV-Frauen „AUF BEI DER WM IN JAPAN“: DVV-Team nach 1:3 gegen Türkei nur um Platz elf gegen Taiwan! Nur Spielführerin Angelina Grün erreichte gegen die Türkei Normalform.

Die DVV-Frauen spielen bei der WM in Japan nur um Platz elf: Die deutsche Mannschaft unterlag der Türkei nach einer enttäuschenden Leistung mit 1:3 (25-23, 16-25, 20-25, 25-27), lediglich Spielführerin Angelina Grün erreichte Normalform. Am 16. November endet das Turnier nun mit der Partie gegen Taiwan (13.00 Uhr Ortszeit). Angelina Grün war mit 28 Punkten beste Punktesammlerin, keine weitere deutsche Spielerin punktete zweistellig. Auf türkischer Seite waren Neslihan Demel (28) und Aysun Osbek (17) am erfolgreichsten.

Nach dem knappen Verpassen der Spiele um die Plätze fünf bis acht wollten die deutschen Spielerinnen nun den wichtigen neunten Rang erzielen: Der Aufstieg in die Förderstufe I, eine Prämie sowie wichtige Weltranglistenpunkte waren Anreiz genug. Von Beginn an entwickelte sich ein Duell der beiden besten Punktesammlerinnen der WM: Angelina Grün auf deutscher und Neslihan Demir auf türkischer Seite schossen eine Salve nach der anderen ab. Der Unterschied: Neslihan bekam Unterstützung von ihren Mitspielerinnen, noch drei weitere Angreiferinnen punkteten zweistellig, Grün war allein auf weiter Flur. Dennoch konnte die deutsche Mannschaft den ersten Satz gewinnen, danach ging es aber bergab: Die Annahme unpräzise, das Zuspiel unkonstant und im Angriff zu wenig Druck. Nur Grün hielt die Deutschen im Spiel und erzwang fast noch den fünften Satz, doch es sollte an diesem Tag verdientermaßen nicht sein.

Spielbericht

Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit Kathleen Weiß im Zuspiel, Birgit Thumm auf der Diagonalen, Angelina Grün und Atika Bouagaa auf den Annahmepositionen, Corina Ssuschke und Christiane Fürst im Mittelblock sowie Kerstin Tzscherlich als Libero.

Die Türkei trat an mit Ozlem Ozcelik, Aysun Ozbek, Elif Agca, Neslihan Demir, Natalia Haninkoglu, Esra Gumus und Gulden Kayalar.

1. Satz
Im Prestige-Duell beider Teams, in diesem Sommer hatte man sich in der WM-Vorbereitung drei mal gegenüber gestanden (zwei deutsche Siege), erwischten die Türkinnen den besseren Start: Neslihan Demir machte den ersten Punkt und sorgte mit knallharten Aufschlägen für Verwirrung in der deutschen Annahme. Gut, dass Grün einen guten Start hinlegte und ihre drei ersten Angriffe verwandelte (5-7). Als Neslihan aus dem Rückraum verwandelte, jubelten die etwa 30 lautstarken türkischen Fans, und es ging mit 5-8 in die technische Auszeit. Als Bouagaa mit ihrem Lob scheiterte, wurde der Gegenangriff erneut verwertet (6-10), Thumm verkürzte per Einbeiner, Fürst per Block (8-10). Ein Aufschlag von Fürst erzwang den Anschlusspunkt, Thumm vergab danach die Chance zum Ausgleich, als sie am Block scheiterte (10-11). Als der deutschen Mannschaft ein Netzfehler unterlief, nahm Guidetti seine erste Auszeit (10-13). Als Grün erstmals einen gegnerischen Einbeiner im Block entschärfte, verwandelte Ssuschke die Punktchance. Die deutsche Spielführerin erhöhte anschließend per Block und Angriff das deutsche Punktekonto – die Führung war da (14-13). Als Grün einen nächsten Angriff im zweiten Anlauf verwertete, ging es mit 16-14 in die zweite technische Auszeit – die DVV-Frauen waren jetzt im Spiel drin. Als Fürst am türkischen Doppelblock scheiterte, war der Ausgleich wieder da (17-17), ein Netzkanten-Ass von Agca brachte die türkische Führung zurück (17-18). Als Neslihan einen gefühlvollen Lob platzierte, hieß es 18-20, und Guidetti nahm seine zweite Auszeit. Grün hielt die Mannschaft im Spiel und verkürzte auf 20-21, als der türkische Angriffsstar ihren Ball ins aus jagte, war der Ausgleich wieder da (21-21) – Auszeit Türkei. Und Neslihan verzog auch ihren nächsten Ball (22-21), Grün hielt die Führung per Angriff an den Block, Tanja Hart und Margareta Kozuch (für Weiß und Thumm) kamen (23-22). Ein weiterer türkischer Angriffsfehler bedeutete Satzbälle Deutschland (24-23), den ersten wehrten die Türkinnen noch ab, den zweiten schenkt Gumus der deutschen Mannschaft per Fehlaufschlag (25-23).

2. Satz
Beide Teams begannen mit ihren Startformationen, die Türkei erwischte nach Angriffspunkt Neslihan und Ass Agca erneut den besseren Start (0-2). Thumm, Grün und Ssuschke sorgten jeweils für den Anschluss (3-4), der Ausgleich sollte jedoch zunächst nicht gelingen. Als Bouagaa ihren Lob neben die Linie legte, hieß es bereits wieder 4-7, Grün verkürzte aus dem Rückraum (5-7), doch wie im ersten Satz ging es mit drei Punkten Rückstand in die erste technische Auszeit. Bouagaa verpasste auch ihren nächsten Angriff, und als noch ein Punkt an die Türkei ging, kam Hart für Weiß zum Zuspiel (5-10). Bouagaa machte dann zwar den sechsten Punkt, scheiterte aber kurze Zeit später am türkischen Doppelblock – Auszeit GER (6-12). Die deutsche Annahme klappte nun überhaupt nicht mehr, kaum ein Ball fand Zuspielerin Hart, Kozuch kam für Thumm (7-14). Als Kozuch ihren Ball neben die Linie setzte, war der Rückstand auf acht Punkte angewachsen (8-16). Viel zu viele Fehler auf der deutschen Seite, die es den Türkinnen in dieser Phase sehr leicht machen. Die deutschen Angriffe schlugen nun überall ein, nur nicht im gegnerischen Feld. Cathrin Schlüter kam für Ssuschke (8-19), doch auch die scheitert gleich mit ihrem ersten Angriff am Block (9-20). Grün macht den zehnten Punkt, aber das ist nur noch Ergebniskosmetik. Jetzt gilt es, wieder ein wenig Fahrt für den nächsten Satz aufzunehmen. Das scheint zu gelingen: Nach guter Abwehr von Tzscherlich schlägt Bouagaa den Block an, Neslihan verzieht (14-23). Fürst blockt den ersten Satzball ab, (15-24) und Cornelia Dumler kommt zum Aufschlag für Bouagaa. Grün verkürzt ebenfalls per Block, doch dann macht Neslihan dem ganzen ein Ende – 16-25, ein schwacher Satz der DVV-Frauen.

Foto
Foto Steffen Marquardt: Auch dieser kleine Japaner hatte nicht viel Freude am deutschen Spiel.

3. Satz
Guidetti beorderte wieder die Stammformation aufs Parkett, lediglich Dumler (für Bouagaa) war neu. Und die deutschen Spielerinnen waren nun wieder präsenter auf dem Feld, so wollten sie sich nicht noch ein mal vorführen lassen. Grün glich per Diagonalangriff aus (3-3), doch ein Aufschlag-Hammer von Neslihan bereitete den ersten Zwei-Punkte-Rückstand vor (3-5). Weiß machte mit schöner Finte den Anschluss (5-6), ein Netzfehler der DVV-Frauen sorgte dann jedoch wieder für das aus diesem Spiel bekannte 5-8. Grün, in starker Form, hielt ihre Mannschaft per Rückraumangriff im Spiel, ein Fehler von Neslihan sorgte für den Anschluss (8-9). Zwei starke Aufschläge von Dumler sorgten für Trouble auf türkischer Seite und die Führung (11-10), Thumm vergab danach den nächsten Punktball. Kurze Zeit später kam Christina Benecke für Ssuschke, doch auch dieser Wechsel brachte Neslihan am Aufschlag nicht aus dem Rhythmus. Die Türkei machte Punkt um Punkt, und es hieß 12-16 bei der zweiten technischen Auszeit. Ein Übergreifen einer türkischen Blockspielerin sowie ein Angriff von Benecke ließen die DVV-Frauen verkürzen (14-16), beim 15-17 kamen Hart und Kozuch zum bewährten Doppelwechsel. Doch Haninkoglu setzte sich gegen den deutschen Dreierblock durch und sorgte so wieder für den Vier-Punkte-Rückstand (15-19) – Auszeit Guidetti. Als Kozuch am Einerblock der gebürtigen Russin scheiterte, und auch Dumler im Zweierblock ihren Meister fand, hieß es bereits 16-22. Kozuch versenkte ihren nächsten Angriff, Thumm kam zurück für Hart (17-22). Weiß kehrte einen Zähler ebenfalls zurück, Thumm punktete per Einbeiner, Neslihan verzog – Auszeit TUR (19-23). Auch der nächste Punkt ging nach einem Fehler der Gegner an die deutsche Mannschaft, doch zwei Neslihan-Angriffe sorgten für das 20-25 und 1:2 nach Sätzen.

4. Satz
Guidetti stellte nun völlig um: Hart übernahm das Zuspiel, Grün ging auf die Diagonale, Bouagaa und Dumler gingen in die Annahme, Fürst und Benecke standen im Mittelblock. Grün, nun auf ihrer Position wie im Verein, sorgte per Block und Angriff zwei mal für den Ausgleich (2-2), doch die Türkei machte die nächsten zwei Zähler. Ein weiterer Grün-Kracher sorgte für den Anschluss, einen Aufschlag der Spielführerin verwertete Benecke (4-4). Endlich waren die deutschen Spielerinnen besser im Spiel: Fürst glich erneut aus, Dumler machte das 8-7. Grün sorgte per Block und Lob für zwei weitere Zähler, das sah schon besser aus, die Türkei nahm eine Auszeit (10-7). Die deutsche Mannschaft hielt den Vorsprung, Fürst verwandelte – mit etwas Glück – zum 13-10. Als Benecke mit ihrem Angriff nicht durchkommt, heißt es nur noch 13-12, Grün sorgt mit Lob für das 14-12. Als Bouagaa ein direkter Annahmefehler unterläuft, steht es 15-15, Thumm kommt für die Münsteranerin aufs Feld, und Grün macht das 16-15. Beim 17-17 heißt es wieder Gleichstand, weil Dumler einen Ball ins aus legt, einen Punkt später nimmt Guidetti eine Auszeit, seine Mannschaft hatte ein Ass kassiert (17-18). Das wirkte: Dumler punktete per Angriff und Block, Neslihan scheiterte an der Netzkante (20-18) – Auszeit TUR. Der Vorsprung war schnell wieder weg, als Hart unpräzise passte und Thumm eine Annahme über das Netz schob (20-20), Bouagaa kehrte zurück. Grün schlug über den Block und holt die Führung zurück und nutzt auch die anschließende Punktchance gnadenlos (22-20). Anschließend scheitert die deutsche Spielführerin zwei mal am Block (22-22), Guidetti nimmt eine Auszeit. Bouagaas Angriff, klar im Feld wird ausgegeben, anschließend macht sie es besser (23-23), doch Neslihan sorgt für den ersten Matchball (23-24). Grün – wer sonst – wehrt ab, Neslihan holt den zweiten Matchball (24-25). Haninkoglu scheitert mit der Punktchance aus dem Rückraum, abermaliger Ausgleich (25-25) und danach dritter Matchball, den Neslihan per Netzroller verwertet (25-27). Eine insgesamt schwache Leistung der deutschen Mannschaft, die nun nur um Platz 11 gegen Taiwan spielt.

Stimmen zum Spiel

Giovanni Guidetti: „Wir haben das schlechteste Spiel gemacht, seit dem ich Trainer dieser Mannschaft bin. Nur Angelina wollte gewinnen, die anderen nicht. Aber alleine können wir nicht gewinnen. Ich werde mit den Spielerinnen sprechen, das geht so nicht. Auch wenn ich die Enttäuschung über das Nichterreichen der Plätze fünf bis acht verstehe, wir sind bei einer WM. Die Türkei war froh, hier zu sein, wir nicht. Wenn wir nicht mit der Leidenschaft von Sapporo spielen, sieht unser Spiel so aus.“

Angelina Grün: „Wir sind natürlich nicht zufrieden, wir wollten gewinnen, aber das gesamte Match haben wir schwach gespielt. Morgen gegen Taiwan wollen wir es besser machen und Platz elf erreichen.“

Christina Benecke: „Rückblickend hat das Niederlande-Spiel alles kaputt gemacht. Seit dem ist die Spielfreude nicht mehr da. Die Erwartungen sind danach zu hoch geschraubt worden.“

Kathleen Weiß: „Wir haben es nicht geschafft, es zu verdrängen, nur um Platz neun bis zwölf zu spielen.“

Cornelia Dumler: „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich fühle mich beschissen.“

Neslihan Demir: „Ich habe nicht an das Duell mit Grün gedacht, wir wollten als Mannschaft gewinnen. Es ist ein Teamsport, und ich alleine kann nichts machen. Wenn ich den Preis als punktbeste Spielerin gewinne, ist er nicht für mich, sondern Auszeichung für die Mannschaft.“

Spielstatistik