Beach-EM 2006: Im ersten Anlauf auf den Thron!
Den Haag - Als sich rund um Alexandra Shiryaeva alle fertig machten, um die neuen Europameisterinnen bei der Siegerehrung auf dem Centre Court zu küren, fand die Russin einen kurzen Moment der Ruhe, um sich an den Anfang der Saison zurück zu erinnern: “Beim Turkish Masters im Mai in Alanya haben wir uns noch riesig gefreut, dass wir uns über die Qualifikationsrunde einen Platz im Hauptfeld erspielt haben. Und jetzt bin ich Europameisterin. Unglaublich.“ Mit ihrer Partnerin Natalia Uryadova gewann sie am Strand von Scheveningen gegen die Niederländerinnen Rebekkka Kadijk/Merel Mooren mit 2:1 (14:21, 21:16, 19:17) das Endspiel beim NESTEA European Championship Final und durfte von Erica Terpstra, der Vorsitzenden des Niederländischen Olympischen Komittees, die Goldmedaille in Empfang nehmen. Zudem erhalten die neuen Beach Volleyball-Königinnen Europas 20.000 Euro Preisgeld und 800 Ranglistenpunkte. “Ich bin überwältigt von den meinen Gefühlen“, sagte Alexandra Shiryaeva, “weil ich das nie für möglich gehalten habe.“
Schon nach einem dramatischen Halbfinale (21:19, 12:21, 24:22) gegen die Norwegerinnen Nila Hakedal und Ingrid Toerlen, bei dem sie sechs Matchbälle abwehren mussten, schwomm Alexandra Shiryaeva auf einer Welle der Emotionen: “Ich bin sicher, dass uns diese auch im Finale tragen werden.“ Ungeachtet der naturgemäß einseitigen Unterstützung der holländischen Fans für ihr Team ließen sich die Russinnen auch nicht von einem Matchball für Kadijk/Mooren irritieren. “Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen“, sagte Natalia Uryadova.
“Es ist schrecklich“, sagte dagegen Merel Mooren, “dass wir diesen einen einzigen Punkt nicht eingefahren haben. Wir hätten so gern unseren Fans etwas für ihre Unterstützung zurück gegeben.“ Vier Versuche hat nun Rebekka Kadijk hinter sich, um einmal Gold bei einer Europameisterschaft zu gewinnen. Vier Mal reichte es nur zu Silber: 1998 mit ihrer Schwester Debora als Partnerin, 2002 mit Merrit Leenstra, im vergangenen Jahr mit Merel Mooren. Und nun blieb vor heimischer Kulisse wieder nur Platz zwei, obwohl sie sich so viel vorgenommen hatte: “Ich habe es schon so oft versucht, da muss es ja endlich mal klappen“, sagte die 27-Jährige nach dem Halbfinale (21:16, 21:18) gegen die Deutschen Sara Goller und Laura Ludwig. “Wir haben das ganze Jahr darauf hin gearbeitet“, sagt Kadijk.
Die EM war die erste internationale Veranstaltung für die Beach Volleyballer in den Niederlanden und hätte schon am Samstag eine Krönung für die heimischen Fans erfahren können. Doch im Männer-Finale (2:0) hatten Julius Brink und Christoph Dieckmann den Niederländern Jochem de Gruijter und Gijs Ronnes keine Chance gelassen. Ein kleiner Trost neben 15.000 Euro Preisgeld bleibt jedoch Rebekka Kadijk. Da sie auch schon einmal Bronze (2000 mit Debora Kadijk) gewonnen hat, ist sie die zweiterfolgreichste Spielerin in der Geschichte der Europameisterschaften. Nur die Italienerin Lucilla Perrotta hat eine Medaille mehr (je 1x Gold und Silber, 4x Bronze) auf dem Konto.
Bronze beim Finale der NESTEA European Championship Tour holten sich Hakedal/Toerlen durch einen 2:1-Sieg (13:21, 21:17, 15:7) gegen Goller/Ludwig. Für Platz drei erhalten Hakedal/Toerlen 10.500 Euro, Goller/Ludwig bekommen 7.500 Euro Preisgeld.
(Quelle: GSM)