U21-Nationalmannschaft kommt gegen Topfavorit Brasilien nicht über einen Satzgewinn hinaus!

U21-Nationalmannschaft kommt gegen Topfavorit Brasilien nicht über einen Satzgewinn hinaus!

„Überraschungen sind immer noch drin“ waren sich die deutschen Spieler vor der Partie gegen den Jugendweltmeister sicher, doch ihnen ist sie im vierten Spiel bei dieser WM nicht gelungen: 1:3 (18:25, 17:25, 25:21, 18:25) unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Michael Warm, nach der zweiten Niederlage findet sie sich nun auf Platz vier der Gruppe B wieder. Der Traum vom Halbfinale bei dieser WM ist damit ausgeträumt, nun müssen Kapitän Sebastian Schwarz und seine Kollegen sehen, dass sie gegen die USA nicht selbst die böse Überraschung ereilt. Denn die US-Boys konnten im ersten Spiel des Tages gegen Tunesien ihren ersten Sieg (3:0) verbuchen, und haben damit theoretisch noch die Chance, mit einem Sieg morgen der deutschen U21 den Platz in der Finalrunde um die Plätze fünf bis acht streitig zu machen. Der Iran ist im gestrigen Abendmatch ganz knapp an der großen Sensation vorbeigeschrammt, er unterlag den Niederlanden im fünften Satz mit 24:26.
Die deutsche Mannschaft begann gegen Brasilien recht verhalten, was Kapitän Sebastian Schwarz auf die vielen angeschlagenen Spieler zurückführt: „Da fehlt ein bisschen die Kraft.“ Bis 11:11 hielten er und seine Kollegen ganz gut mit, produzierten dann aber drei Annahme- und zwei weitere Eigenfehler in Folge. Aufzuholen war dieser Rückstand nicht mehr, obwohl Michael Warm und Uwe Wallenhorst ihr Team in Block und Abwehr gut auf die Brasilianer eingestellt hatte. „Da war dann die Angst wieder da“ meint Warm, und die legte sich auch im zweiten Durchgang nicht.
Alexander Mayer kam für den noch nicht wieder ganz hergestellten Didi Mehlberg, bei 4:10 schickte Warm mit Timo Wilhelm wieder seinen Annahmejoker ins Rennen, diesmal für Kapitän Sebastian Schwarz, doch einen echten Ruck brachte das zunächst noch nicht in die Mannschaft.
Bei 0:2-Satzrückstand zog Warm dann richtig die Jokerkarte: Wilhelm blieb für Schwarz, Falko Steinke kam auf Diagonal und Jaromir Zachrich ersetze Marcus Böhme, der in Indien bisher noch vergeblich auf die Rückkehr seines Granatenaufschlags wartet. Warms Wechsel haben dagegen richtig eingeschlagen, dank besserer Annahme konnte Patrick Steuerwald viel mehr durch die Mitte spielen, wo sowohl Max Günthör als auch Jaromir Zachrich ihre Punkte beisteuerten. Falko Steinke verwandelte schließlich den Satzball zum 25:21 – was gut 3200 Zuschauer völlig aus dem Häuschen brachte. „Dass wir das geschafft haben, dass die so hinter uns stehen, ist wirklich viel wert,“ sagt Zachrich.
Zunächst bekam das Publikum auch im vierten Satz weiter guten Volleyball geboten, doch nun wieder mit wesentlich weniger Eigenfehlern der Brasilianer. Zwei, drei Punkte waren die Südamerikaner immer in Front, doch als sie dann bei einem heiß umkämpften Ball zum 17:20 das glücklichere Ende für sich hatten, war die Partie entschieden. Lediglich ein Punkt sprang noch bis zum abschließenden 18:25 für das deutsche Team heraus.
Zunächst war die Enttäuschung über die Niederlage und das damit verpasste Halbfinale groß, doch viel Zeit, den Kopf hängen zu lassen, ist nicht. Am Donnerstag um 10 Uhr Ortszeit steht bereits die Partie gegen die USA an, „das ist ganz klar ein Endspiel,“ sagt Michael Warm, „wer gewinnt, ist weiter.“

Stimmen zum Spiel
Michael Warm, Trainer: Wir hatten uns gut auf den Angriff der Brasilianer eingestellt, und unser Block und unsere Abwehr haben auch ganz gut funktioniert. Unser Problem war unser eigenes Spiel, die Annahme, und auch wieder der Aufschlag. Wegen der Annahmefehler haben wir dann auch im Angriff Probleme bekommen, und nach guter Abwehr gerade im ersten Satz unsere Chancen verpasst. Die einzige Chance, gegen Brasilien zu gewinnen, ist, die ganze Zeit Druck zu machen. Das haben wir nicht geschafft. Dass so viele bei uns angeschlagen sind, ist kein Grund. Diese Probleme haben andre Teams auch, bei Brasilien hat sich im letzten Spiel auch ein Spieler verletzt.“

Marcos Lerbach, Trainer Brasilien: „Für uns ist es immer schwer, gegen Deutschland zu spielen. Wir haben diesen Sommer viele Vorbereitungsspiele gemacht, wir kennen uns. Für heute hatten wir uns die Strategie zurecht gelegt, gut aufzuschlagen, um die Deutschen nicht so zum Angreifen kommen zu lassen, wie sie es auch können. In den ersten beiden Sätzen hatten sie keine gute Annahme, das lief sehr gut für uns. Im dritten Satz haben wir dann die Konzentration verloren und viele Aufschlag- aber auch andere Eigenfehler gemacht. Im vierten Satz ging es dann wieder.“

(Quelle: Nörenberg)