European League 2005: DVV-Auswahl trotz 0:3 mit guter Leistung - Andrae und Co lassen hoffen!
Mit einer durchaus guten Leistung startete die DVV Auswahl in der European League in ihr schwerstes Wochenende in Moskau gegen die russische Nationalmannschaft. Knappe Satzausgänge (22-25, 23-25, 21-25) zeugen von einer guten Leistung gegen das in Bestbesetzung angetretene russische Team. Bundestrainer Moculescu verzichtete auf Hübner, Dehne, Siebeck und Bergmann. Am heutigen Sonntag, 19.Juni, kommt es in Moskau um 16.00 Uhr zum zweiten Aufeinandertreffen.
Deutsche Startsechs: Tischer, Pampel, Andrae, Kromm, Wiebel, Fischer, Bachmann
Russische Startsechs: Ushakov Abramaov, Baranov, Khtey, Kazakov, Egortchev, Verbov
1. Satz: Deutsche Mannschaft startet etwas nervös mit leichten Problemen in Aufschlag und Annahme. Der 3-punkte Rückstand blieb von 3-6 bis 5-8, wurde bei 11-11 egalisiert. Leichte Überlegenheit in der Satzmitte mit 13-12 und 16-15 Führung. Im letzten Drittel ziehen die Russen nach einer Baramov-Aufschlagserie auf 22-18 davon. Gute kämpferische Leistung der deutschen Mannschaft (Mannschaftsführer Andrae) mit knappem Satzausgang.
2. Satz: Erneut druckvolles Spiel der Russen, die unter ihrem neuen Trainer Gajic (Serbien & Montenegro) ihre Spielweise komplett auf schnell umgestellt haben. Gleichwertig bis 7-7, in der Satzmitte erneut Vorteile für das deutsche Team (9-8 und 16-15 Fuehrung). Bis 19-19 ausgeglichen. Dann erneut leichte Schwächen in Annahme und Aufschlag, ein schöner Fischer/Andrae-Block bringt das Team auf 23-24 heran. Auszeit Gajic - und ein erfolgreicher russischer Angriff beendet den Satz.
3. Satz: Auch im 3. Durchgang dieselbe Startsechs - erneuter Start mit Angriff- und Aufschlagschwäche. Dann aber eindrucksvolles Spiel der Deutschen mit Führung bei 8-7 und weiterem Ausbau bei 12-9 und 13-10. Bei 13-13 Auszeit von Moculescu. Nach 19-17 Führung für die Deutschen bringt eine Auszeit von Gajic bei 20-20 den Einstand und die Wende. Eigenfehler bei 21-23 und 21-24 bringen schließlich den Satzverlust.
Resumee:
Russland trat erstmals in der European League mit der stärksten Besetzung an, bei Deutschland fehlten Dehne, Hübner, Bergmann und Siebeck. Moculescu nutzte seinen 18-Kader ("Ich werde das auch weiter so handhaben, unabhängig von Verletzungen") und brachte mit Tischer und Fischer neue Kräfte. Insbesondere Tischer überzeugte durch variables Zuspiel auch in prekären Situationen und zeigte eine konstant gute Leistung – ebenso Bachmann und Pampel.
Die deutsche Mannschaft erarbeitete sich immer wieder leichte Führungen, konnte dann aber gegen Satzende erarbeitete Chancen nicht nutzen. "Diese Gelegenheiten hätten wir nutzen müssen," so der Bundestrainer. Der permanent starke Druck der Russen über eine sehr starke Feldabwehr (Block sowieso), wobei eine Reihe von "Krachern" von Pampel, Kromm und Andrae abgewehrt wurden - und über einen sehr starken und vor allem schnellen Angriff zeugten von einer deutlich geänderten Spielanlage der Russen: mit Trainer Gajic spielt Zuspieler Ushakov permanent schnell und erzeugt damit erhebliche Probleme für den Block. Insgesamt konnte man mit der Leistung der deutschen Mannschaft zufrieden sein.
Stimmen:
Trainer Moculescu:" Wir haben gut gespielt - gegen einen sehr starken Gegner, der im physischen und technischen Bereich leichte Vorteile hatte. Die vielen Chancen, die wir uns erspielt haben, konnten wir nicht konsequent nutzen - das hat dann den Ausschlag gegeben."
Mannschaftsführer Andrae: "Das war streckenweise richtig gut, aber ab 20 haben wir zuviel Eigenfehler gemacht - einer oder zwei zuviel reichen bei den Russen schon. Aber insgesamt waren wir nicht viel schlechter."
Trainer Gajic, Russland: "Ich befasse mich jetzt seit ca. vier Wochen mit der Stammsechs und bin froh, dass wir unsere Spielweise schon deutlich umstellen konnten. Für meine Mannschaft war das ein sehr gutes Feedback heute, denn die deutsche Mannschaft hat taktisch sehr diszipliniert gespielt und uns alles abverlangt. Ich muss die deutsche Mannschaft loben, weil sie uns voll gefordert hat. Wir haben es so gerade geschafft."
(Quelle: Jürgen Sabarz)