Europapokal: Friedrichshafen siegt, Berlin verliert!
Der VfB Friedrichshafen hat sich in der ersten Ko-Runde der INDESIT European Champions League durch einen 3:1-Sieg (27-25, 25-20, 23-25, 25-20) über Panathinaikos Athen eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 16. Februar geschaffen. Dagegen verlor der SCC Berlin sein Heimspiel gegen Paris Volley mit 1:3 (25-22, 21-25, 22-25, 22-25) und dürfte damit kaum noch Chancen haben, die nächste Ko-Runde zu erreichen.
Von Beginn an ging das Konzept des VfB Friedrichshafen voll auf: Sie machten viel Druck, um so die Griechen am Spielaufbau zu hindern. Die Gäste kämpften zwar tapfer und zeigten eine starke Abwehrleistung, für einen positiven Abschluss reichte die Kraft meistens nicht mehr. Friedrichshafen konnte seinen Vorsprung dank der konzentrierten Mannschaftsleistung mehr und mehr ausbauen (6:4, 10:6, 18:13), während das Zusammenspiel auf der anderen Netzseite wenig erfolgreich war. Dann wurde es noch einmal eng. Spätestens als der Dawid Murek erst den Block verlud, und dann zwei unhaltbare Aufschläge servierte, wurde es brenzlig: 22:22. Bei 24:25 hatten die Griechen sogar einen Satzball, aber der VfB ließ nicht locker. Die Halle bebte, als Jochen Schöps den Satzball zum 27:25 verwandelte.
Mit gleicher Power wie zu Beginn startete die VfB-Sechs auch in den zweiten Durchgang. Keine Spur mehr von Grippe war bei Elvis Contreras zu merken, der agil wie immer seine Aufgabe erledigte. In entscheidenden Situationen war der VfB immer einen Tick besser - wie beim 23:19, als Jose/Popp einen Angriff des tschechischen Nationalspielers Jakub Novotny „herunterpflückten“. Als Dawid Murek beim 23:20 aus Häfler Sicht aufschlug, parierte Contreras mit einer guten Annahme: 24:20. Dann brachte Moculescu seinen Bogdan Jalowietzki, der nach seiner Grippe noch eine Ruhepause bekommen hatte und bis dahin auf der Bank saß. Dem Kapitän war der Satzball zum 25:20 vorbehalten.
Der dritte Satz hatte schon einige spektakuläre Ballwechsel gebracht, als sich Joao Jose beim Stand von 7:6 den Ball zum Aufschlag schnappte. Drei Asse in Folge brachten die 4200 Zuschauer in Hochstimmung und den VfB mit 10:6 Punkten in Führung. Aber wie gewonnen, so zerronnen: Der griechische Meister drehte auf und bald hieß es 11:11. Dank der Einwechslung von Ilias Lappas auf griechischer Seite, drehten die Gäste den Spieß um und übernahmen die Führung (12:14, 17:19). „Jetzt muss Bobbi ran“, dachte sich Moculescu wohl beim 19:20 und brachte seinen „Oldie“ für Georg Wiebel ins Spiel. Sein erster Aufschlag bedeutete gleich einen Punkt - weil der griechische Zuspieler übergetreten hatte. Eine gelbe Karte für Kapitän Pantaleo bedeutete die 22:21-Führung für den VfB. Aber Friedrichshafen konnte den knappen Vorsprung nicht halten und gab den Satz mit 23:25 ab.
Im vierten Satz trieb Bogdan Jalowietzki mit seinem Siegeswillen die Mannschaft an. Das druckvolle Aufschlag- und Angriffsspiels des VfB zwang den griechischen Meistern immer wieder zu Fehlern, sodass die Häfler ihren Vorsprung auf 16:9 ausbauen konnten. Am Ende hieß es 25:20 und 3:1 für Friedrichshafen. Punktbester Spieler war Jochen Schöps mit 20 Punkten, gefolgt von Athens Jakub Novotny mit 19 Punkten.
Stelian Moculescu: „Es war das erwartet schwere Spiel für uns. In Anbetracht der Tatsache, dass so viele Spieler angeschlagen waren, muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen.“
Anderthalb Sätze sah es auch in Berlin danach aus, als ob der deutsche Gastgeber mit einem Sieg in die Ko-Runde starten würde. Nach hervorragendem ersten Satz mit einem überragenden Robert Kromm ließ sich auch der zweite Durchgang hervorragend an. Der SCC führte mit 18:14, ehe ein kollektiver Blackout den Anfang vom Ende bedeutete: Paris machte 8(!) Punkte in Folge und nicht, weil die Mannschaft so hervorragend aufschlug (Kieffer servierte Sprung-Flatteraufschäge), sondern weil die Berliner einfach keine Durchschlagskraft im Angriff besaßen. Selbst Kromm versagte in diesem Moment. Die Gäste nutzten die sich unverhofft bietende Chance und glichen aus. Dieser Satz war entscheidend für den weiteren Verlauf des Spiels. Zwar kämpften die Berlin vor ausverkaufter Halle weiterhin, doch weitere Satzgewinne waren nicht mehr möglich.
In den anderen Spielen der Ko-Runde der Männer überraschte insbesondere das Ergebnis im russischen Duell: Champions League Titelverteidiger Belgorod gewann 3:0 bei Dinamo Moskau und dürfte damit so gut wie eine Runde weiter sein. Ebenfalls ohne Satzverlust setzte sich Maaseik/BEL (mit Ralph Bergmann) beim Prielozny-Klub Wegiel/POL durch. Maaseik war als bester Gruppenvierter erst in die Ko-Runde gerückt, nachdem Thessaloniki/GRE als Ausrichter des Final Four Turniers bestimmt wurde. Damit gewannen alle Mannschaften der Friedrichshafen-Gruppe (Belgorod, Friedrichshafen und Maaseik) ihre Hinspiele, die Teams der Gruppe B (Athen, Wegiel und Wien) verloren allesamt.
Die Ergebnisse der Hinspiele der 1. Ko-Runde:
TOURS VB (FRA) - Copra Volley PIACENZA (ITA) 3:1 (21-25, 25-21, 25-21, 25-22)
JASTRZEBSKI Wegiel (POL) - Noliko MAASEIK (BEL) 0:3 (21-25, 21-25, 19-25)
SCC BERLIN (GER) - PARIS Volley (FRA) 1:3 (25-22, 21-25, 22-25, 22-25)
Dinamo MOSCOW (RUS) - Lokomotiv BELGOROD (RUS) 0:3 (20-25, 23-25, 21-25)
VfB FRIEDRICHSHAFEN (GER) - Panathinaikos ATHENS (GRE) 3:1 (27-25, 25-20, 23-25, 25-20)
Aon hotVolleys VIENNA (AUT) - Sisley TREVISO (ITA) 1:3 (16-25, 25-23, 17-25, 20-25)
(Quelle: EB/Schulte-Hoppe)