Europapokal: Friedrichshafen im Final Four trotz 2:3-Niederlage - 1 Ballpunkt entscheidet!

Europapokal: Friedrichshafen im Final Four trotz 2:3-Niederlage - 1 Ballpunkt entscheidet! Spielszene aus dem dramatischen Spiel zwischen dem VfB Friedrichshafen und Noliko Maaseik.

Friedrichshafen - Der VfB Friedrichshafen hat trotz einer 2:3-Niederlage (25:23, 20:25, 22:25, 25:23, 13:15) über Noliko Maaseik den Einzug ins Final Four der Indesit European Champions League geschafft. Nach dem 3:2-Hinspiel-Erfolg gab letztlich ein einziger Ballpunkt (213:212-Punkte aus beiden Spielen) den Ausschlag. Das Team von Stelian Moculescu darf damit zum dritten Mal nach 1999 und 2000 auf Final Four des höchsten europäischen Wettbewerbs teilnehmen, das am 26. und 27. März in Thessaloniki stattfindet. Dort trifft der deutsche Pokalsieger auf den Sieger des rein französischen Duells Paris - Tours.

Anfangs konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Mal lag der VfB, mal Noliko mit einem Punkt vorn. Dabei machten die Häfler den Belgiern gleich mehrere Gastgeschenke in Form von unnötigen Fehlern. Aber spätestens nach der ersten technischen Auszeit (6:8) drehten die Häfler auf. Hier ein Ass von Joao Jose, dort ein Super-Block von Bogdan Jalowietzki und immer wieder Angriffe von Jochen Schöps und Elvis Contreras brachten die Häfler auf die Siegerstraße. Mit einem Ass beendete Jochen Schöps den ersten Satz zum 25:23.
Ein ähnliches Bild bot der weite Satz. Bis zur ersten technischen Auszeit führte Noliko (8:6), dann übernahm der VfB das Zepter. Bei 10:9 übernahmen sie erstmals die Führung und gaben sie nicht mehr ab. Das dachten zumindest die 4200 Zuschauer in der ausverkauften Arena. Aber Noliko kam zurück ins Spiel und die starken Aufschläge von Matias Raymaekers drehten das 18:15 zum 18:19 um. Aber nicht nur das. Friedrichshafen erzielte gerade noch zwei Punkte - darunter einen Aufschlagfehler von Bruno Augusto Furtado - den Rest erledigte Noliko: zum 20:25 aus Häfler Sicht.
Während die Häfler eingeschüchtert wirkten und ihre Angriffe zu oft mit einem Fehler abschlossen, drehten die Belgier richtig auf. Trotz sehenswerter Aktionen von Marcus Popp im Aufschlag und Angriff liefen er und seine Mannschaftskollegen immer einem Rückstand hinterher. Mit 14:16 gingen sie in die zweite technische Auszeit. Bruno Augusto Furtados fulminante Aufschläge legten den Grundstein für eine höhere Führung. Der VfB biss sich die Zähne aus, aber gegen die Noliko-Abwehr war kein Kraut gewachsen. Ein Fehlaufschlag von Elvis Contreras beendete den Satz mit 22:25.
Mit Georg Wiebel (für Bodgan Jalowietzki) und Alexander Shafranovich (für Marcus Popp) ging es in den vierten Durchgang. Friedrichshafen hatte sein Selbstbewusstsein wieder gefunden und machte mächtig Dampf. Zumindest anfangs. Beim Stand von 14:9 schnappte sich der Brasilianer Furtado den Ball und brachte den VfB mit seinen Aufschlägen wieder ins Wanken. Dank guter Arbeit seiner Mitspieler stand es plötzlich 14:14. Sollte Maaseik den Satz holen, würde damit die Häfler 1:3-Niederlage besiegelt - das Final Four wäre „gestorben“. Aber der VfB setzte sich wieder ab und sicherte sich den ganz knappen 25:23-Satzgewinn.
Der fünfte Satz musste die Entscheidung bringen. Die ganze Zeit ging es Kopf an Kopf zu. Bis der VfB 13:12 führte. „Wir sind durch“, verkündete Hallensprecher Sven Rautenberg über den Lautsprecher. In der Tat, 13 Punkte und somit auch eine 13:15-Niederlage reichten dem VfB, um ins Final Four einzuziehen. „Das war die schönste Niederlage, die man sich vorstellen kann“, freute sich Stelian Moculescu.

(Quelle: Schulte-Hoppe)


Rückspiele der 2. Ko-Runde in der Indesit European Champions League 2004/05 der Männer:

VfB FRIEDRICHSHAFEN (GER) - Noliko MAASEIK (BEL) 2:3 (25:23, 20:25, 22:25, 25:23, 13:15)
Mittwoch, 9. März, um 19.00 Uhr: PARIS Volley (FRA) - TOURS VB (FRA)
Donnerstag, 10. März, um 20.30 Uhr: Sisley TREVISO (ITA) - Lokomotiv BELGOROD (RUS)

Hinspielergebnisse der 2. Ko-Runde in der Indesit European Champions League 2004/05 der Männer:

Lokomotiv BELGOROD (RUS) - Sisley TREVISO (ITA) 3:0 (25-20, 25-11, 25-17)
Noliko MAASEIK (BEL) - VfB FRIEDRICHSHAFEN (GER) 2:3 (23-25, 18-25, 25-21, 25-22, 10-15)
TOURS VB (FRA) - PARIS Volley (FRA) 1:3 (18-25, 22-25, 25-14, 18-25)

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