DVV-Pokalfinale 2005: VfB Friedrichshafen will's wieder bimmeln lassen!
Friedrichshafen - Die ehemalige Bundeshauptstadt wird am Sonntag zur Hauptstadt des Volleyballs. Erstmals in der Geschichte des DVV-Pokals werden die Finalspiele der Männer und Frauen am selben Ort ausgetragen. Der VfB Friedrichshafen trifft auf den SCC Berlin.
Am Donnerstag ging ein Anruf von der Berliner „BZ“ beim VfB Friedrichshafen ein. Ein Journalist war auf der Suche nach den wichtigsten Maßen der zweitwichtigsten Trophäe im deutschen Volleyball. Warum in Friedrichshafen? Ganz einfach: Hier steht die „Kuhglocke“ seit 2001. Der Bronzekelch, in dessen Fuß sich ein Schlegel befindet - daher der Name - ist genau 47,5 Zentimeter groß und wiegt 12,3 Kilogramm. Am Samstag wird Bernd Hummernbrum das gute Stück ins Rheinland chauffieren. Und wenn es nach dem VfB-Manager geht, dann wandert der bronzene Siegespreis direkt wieder zurück - an seinen angestammten Platz in der Friedrichshafener Geschäftsstelle.
Doch zuvor muss mit dem SCC Berlin der ärgste Widersacher aus dem Feld geschlagen werden. VfB-Trainer Stelian Moculescu hält das Männer-Endspiel für eine „offene Geschichte“: „Ich denke, es wird ähnlich spannend wie im vergangenen Jahr.“ Und beeilt sich hinzuzufügen: „Ich hoffe, mit dem gleichen Ausgang.“ Damals standen sich auch der VfB Friedrichshafen und der SCC Berlin gegenüber - und erst nach fünf Sätzen konnten die Häfler den Sieg bejubeln. Die Bundesliga-Niederlage vom vergangenen Wochenende hat er abgehakt: „Ich bin mir sicher, dass wir besser spielen als in Berlin.“ Sicher sein kann er auch, dass sein Kapitän nach überstandener Grippe wieder mit von der Partie und schon ganz heiß aufs Finale ist. „Wir holen den Pokal“, verkündet Bogdan Jalowietzki siegesgewiss. Für den 37-Jährigen wäre es der neunte Pokalerfolg seiner Karriere, sechs davon holte er im blau-weißen Dress.
Schaut man auf die mentale Verfassung, so reisen die Häfler beflügelt vom Champions League Sieg gegen Panathinaikos Athen in die ehemalige Volleyball-Hochburg Bonn, während die Berliner eine 1:3-Heim-Niederlage gegen Paris Volley zu verkraften haben. Hilft das bei der Pokalverteidung? „Wenn wir unser gutes Gefühl mit nach Bonn nehmen können, spielt das auf jeden Fall eine Rolle“, glaubt Jochen Schöps, dessen Tagesform sicherlich mitentscheidend über Sieg und Niederlage ist. Am Mittwoch trug er sich als effektivster Spieler mit 20 Punkten in die Scorerliste ein.
Betrachtet man den momentanen Krankenstand, so sieht es für den VfB gut aus, denn die grippegeschwächten Bobbi Jalowietzki, Alexis Valido, Joao Jose, Simon Tischer und Elvis Contreras sind wieder wohlauf oder auf einem guten Wege der Besserung. Fehlen wird allerdings der „7. Mann“, das berüchtigte Häfler Publikum. Nur schätzungsweise 50 Anhänger werden ihrem Verein die Treue erweisen. Zum Vergleich: Für das Frauenfinale haben sich vom Favorit Münster 1000 Fans zur Unterstützung angemeldet.
Nach dem Frauenfinale USC Münster - Bayer Leverkusen um 14 Uhr, wird es um 16 Uhr für die Männer ernst. Für den VfB geht es um die Titelverteidigung und den siebten Pokalsieg nach 1998, 1999, 2001, 2002, 2003 und 2004. Außerdem wollen Bobbi Jalowietzki und Co. die Kuhglocke bimmeln lassen - und sie wieder mit an den Bodensee nehmen.
Das DSF berichtet in seiner Sendung „Volleyball total“ am Mittwoch, 16. Februar ab 17 Uhr eine halbe Stunde lang vom diesjährigen Pokalfinale.
(Quelle: Schulte-Hoppe)