DVV-Pokalfinale 2005: Mister Happy führt Münster zum Pokaltriumph!
Mit 3:0 (25-19, 25-23, 25-18) gewann der USC Münster das Pokalfinale gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen. Dabei gelang den Volleyballerinnen nicht nur die Titelverteidigung, sondern der elfte Pokalerfolg insgesamt.
Er hat nur drei Haare, aber dafür ein Dauergrinsen. Und er trägt einen Namen, der schon alles aussagt: Mister Happy. Das kleine, runde Gesicht zierte bereits beim letzten Spiel der vergangenen Saison die Oberarme der Volleyballerinnen des USC Münster. Damals gewannen sie die Meisterschaft, am Sonntagnachmittag verhalf Mister Happy ihnen zum Sieg im DVV-Pokal. Im Finale in der mit 3500 Zuschauern ausverkauften Bonner Hardtberghalle bezwangen sie den TSV Bayer 04 Leverkusen mit 3:0 (19, 23, 18). Es war der elfte Pokalerfolg für die Unabhängigen. Das ist Rekord, denn so viele errang zuvor noch kein anderer Klub.
Dabei ließen Andrea Berg & Co. ihren Kontrahentinnen von Anfang an keine Chance. Im ersten Satz lagen sie schnell 16:10 in Front und gewannen problemlos. Sicherlich auch dank der Unterstützung der 1100 Münsteraner Anhänger, die mit 16 Bussen und mehr als 100 PKW nach Bonn gekommen waren. Im zweiten Durchgang zunächst ein ähnliches Bild. Münster führte mit 16:10, dann aber fand Leverkusen ins Spiel und holte auf. Als Bayer-Zuspielerin Julia Schlecht noch ein As zum 19:17 servierte, bekam das USC-Spiel einen Knacks. Leverkusen glich aus und ging sogar mit 22:21 in Führung. Zum Satzgewinn aber reichte es nicht. Denn die eingewechselte Alisa Kasselmann legte am Ende mit zwei starken Aufschlägen den Grundstein für den abermaligen Münsteraner Erfolg. Auch im dritten Abschnitt zog der USC wieder auf und davon und führte mit 16:10. Wiederum ließ dann die Konzentration etwas nach, Leverkusen kam heran (17:16), musste Münster aber letztlich doch davonziehen lassen.
"Wir haben das Spiel über weite Phasen kontrolliert", resümierte ein sichtlich zufriedener Trainer Axel Büring nach der Partie. "Zu Beginn waren alle sehr motiviert, aber auch angespannt. Wir haben dann mit Aufschlägen gepunktet und haben so früher unseren Rhythmus gefunden." Leverkusens Trainerin Gudula Krause dagegen war "sehr enttäuscht". "Wir haben uns nicht entsprechend verkauft,", sagte sie. "Wir waren zu ängstlich und haben zu viele Aufschlagfehler gemacht." Die unglaubliche grün-weiße Kulisse wollte die frühere Nationalspielerin allerdings nicht als Grund gelten lassen. Im Gegensatz zu Leverkusens Kathy Radzuweit: "Münster ist daran vielleicht schon gewöhnt. Ich hatte damit am Anfang schon ein paar Probleme."
Die Münsteranerinnen allerdings genossen die phantastische Atmosphäre und ließen sich zum Sieg tragen. "Wahnsinn - Münster ist doch echt volleyballverrückt", sagte Tanja Hart. "So etwas habe ich noch nicht mitgemacht." Vielleicht erlebt sie es in dieser Saison noch ein zweites Mal, wenn die Entscheidung in der Meisterschaft fällt. "Doppelt hält besser", schmunzelte sie. Und wenn Mister Happy wieder dabei ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
(Quelle: Kurth)