Beach-EM: Mit Hartnäckigkeit und Geduld ans Ziel – Dieckmann/Reckermann gewinnen Bronze!
Pablo Herrera und Raoul Lite Mesa holen beim NESTEA European Championship Final die erste Goldmedaille für Spanien.
Moskau/Zürich - Nach dem gewonnenen Halbfinale stand Stefan Kobel grinsend auf dem Centre Court. Das 2:0 (21:19, 21:17) gegen Markus Dieckmann und Jonas Reckermann, die Europameister 2004, war etwas zum Genießen: “Das tat echt gut, weil wir vor zwei Tagen von den beiden so richtig verprügelt worden sind.² Und dann hat er vielleicht an die beiden Siege in diesem Jahr gegen die Endspielkontrahenten Pablo Herrera und Raoul Lite Mesa gedacht, die bis zum Finale bei der NESTEA European Championship Tour zu Buche standen. Doch die Spanier waren nicht gewillt, ein drittes Mal zu verlieren. In einem hochklassigen und würdigen Finale siegten Herrera/Mesa mit 2:1 (18:21, 22:20, 15:12) und durften sich den Titel zusätzlich mit 20.000 Euro Preisgeld versüßen lassen. Im zweiten Satz hatten die Schweizer bereits mit 18:14 geführt, als das Spiel noch kippte. “Das war eine schwierige Situation², sagte Raoul Lite Mesa. “Aber auch da musst Du an Dich glauben.² Die Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Mesa fand, dass sich im Finale gleichwertige Teams gegenüber gestanden hatten. “Uns haben aber die Zuschauer nach vorn getragen. Das war phänomenal.²
Für Spanien ist es nach zwei Silbermedaillen 1994 (Bosma/Aguilera) und 1999 (Bosma/Diez) das erste Gold auf europäischer Ebene. 2002 hatten Herrera/Mesa die Junioren-WM gewonnen, dann hatte Herrera nach einem Autounfall 2003 im Koma gelegen. 2004 feierte er mit Javier Bosma den Gewinn der Silbermedaille in Athen. Die Saison 2005 war ähnlich wie bei Heuscher/Kobel nicht berauschend bis zum NESTEA European Championship Final in Moskau.
Für Patrick Heuscher und Stefan Kobel sind zwar auch die Silbermedaille sowie 15.000 Euro Preisgeld beim NESTEA European Championship Final 2005 ein Erfolg. Die Enttäuschung war nach dem verlorenen Finale dennoch riesengroß: “Du bist einen Moment nicht aufmerksam und bei zwei Punkten unkonzentriert. Und schon verlierst Du das Spiel², ärgerte sich Stefan Kobel. Nach dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille vor einem Jahr und drei Tagen waren sie erst mal in ein Loch gefallen und hatten lange gebraucht, sich wieder nach oben zu arbeiten. Bei den Swiss Open 2005 in Luzern hatten sie sich mit Platz zwei wieder zurück gemeldet und den Aufwärtstrend nun in Moskau bestätigt. “Wir haben dafür sehr hart gearbeitet und das Selbstvertrauen nicht verloren. Da war klar, dass der Erfolg mal wieder zurück kommt.²
Herrera/Mesa hatten schon im Halbfinale gegen die Deutschen Christoph Dieckmann und Andreas Scheuerpflug Kampfgeist gezeigt und sich auch bei engen Spielständen nicht beirren lassen. Leider endete das Match im dritten Satz bei 16:14 für Herrera/Mesa mit einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung, die für heftige Diskussionen sorgte. Dieckmann und Scheuerpfllug ärgerten sich maßlos, denn mit dem Verpassen des Endspiels war auch die Vergabe der beiden smart forfour für die Besten der Europarangliste nach Saisonende entschieden. Die glücklichen Sieger heißen Markus Egger und Martin Laciga, die nach Platz fünf in Moskau 400 Ranglistenpunkte haben, und nur von Dieckmann/Scheuerpflug (370 Punkte) hätten verdrängt werden können. “Das hat man natürlich im Kopf², sagte Christoph Dieckmann, “dass es auch um zwei Autos geht.² Der Ärger war auch im Spiel um die Bronzemedaille nicht verflogen, so dass Markus Dieckmann und Jonas Reckermann wenig Mühe hatten, sich durch ein 2:0 (21:13, 21:14) Platz drei zu holen. “Wir haben in den letzten vier Jahren immer eine EM-Medaille gewonnen³, sagte Reckermann, “und darauf können wir auch stolz sein.“ Andreas Scheuerpflug verpasste dagegen bei seinem letzten Auftritt bei einem der drei großen Turniere (Olympische Spiele, WM, EM) um Haaresbreite die erste Medaille.
(Quelle: GSM)