Olympische Spiele 2004: Deutsche Volleyball-Asse verlieren gegen Russland

Olympische Spiele 2004: Deutsche Volleyball-Asse verlieren gegen Russland

(Quelle: SID) Die deutschen Volleyballerinnen haben beim olympischen Turnier im dritten Vorrundenspiel eine 0:3-Niederlage gegen Russland hinnehmen müssen und stehen damit nach der zweiten Niederlage vor dem Aus.

Foto: FIVB - Im Zuspiel Tanja Hart

Foto: FIVB - Im Zuspiel Tanja Hart

Für die deutschen Volleyballerinnen wird es bei den Olympischen Spielen in Athen langsam eng: Das Team von Bundestrainer Hee Wan Lee kassierte mit 0:3 (29:31, 11:25, 18:25) gegen den Olympiazweiten Russland nach einer enttäuschenden Leistung die zweite Pleite im dritten Vorrundenmatch des Olympia-Turniers. Nur bei einem Sieg gegen den Weltranglistenersten China am Freitag (9.00 Uhr/8.00 MESZ) können die deutschen "Schmetterlinge" noch das Viertelfinale erreichen. Zuvor hatte es für die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) ein 3:2 gegen Olympiasieger Kuba und ein 1:3 gegen Vizeweltmeister USA gegeben.

Nach 76 Minuten stand die bittere Niederlage gegen die Russinnen, die das DVV-Team zuletzt zweimal besiegt hatte, fest. Mit 2:4 Punkten belegen die deutschen Volleyballerinnen Platz fünf im Vorrundenpool B, nur die besten Vier schaffen den Sprung ins Viertelfinale. Zum Weiterkommen sind nun Siege gegen den Topfavoriten China und den Außenseiter Dominikanische Republik notwendig.

Nur zu Beginn guter Auftritt

"Die Russen liegen uns, die haben wir zuletzt in einigen wichtigen Spielen geschlagen", hatte Spielführerin Angelina Grün vor dem Match erklärt. Tatsächlich zeigte ihr Team vor 3000 Fans zumeist deutschen Fans im Peace and Friendship Stadium von Piräus aber nur im ersten Satz eine ansprechende Leistung und baute danach stark ab.

Im ersten Durchgang setzte die starke Zuspielerin Tanja Hart ihre Kolleginnen schnell und variabel ein, während die Russinnen große Probleme in der Annahme zeigten. Bis zum 20:15 dominierte das deutsche Team klar, vergab anschließend jedoch gegen den stärker werdenden russischen Block drei Satzbälle und kassierte mit dem fünften Satzball des Gegners den 0:1-Rückstand.

Nach dem ersten Satz reißt der Faden

Damit war der Faden im deutschen Spiel gerissen. Die Annahme wurde plötzlich unsicher, im Angriff klappte gar nichts mehr, und auf der Gegenseite setzte die 2,04m große Jekaterina Gamowa ihre Schläge aus jeder Position ins deutsche Feld. Trotz der lautstarken Anfeuerung der Fans war von einem Aufbäumen der Deutschen nichts zu spüren.

"Wir waren hier in den ersten beiden Spielen erstmals auf Augenhöhe mit der absoluten Weltspitze, deshalb wäre es tragisch, wenn wir hier ausscheiden würden", sagte Bundestrainer Lee. Zumindest Grün gibt aber noch nicht auf: "Jetzt müssen wir eben gegen China gewinnen. Bei diesem Turnier ist alles möglich."

Das zeigte auch der zweite Spieltag, an dem die Dominikanische Republik mit einem 3:2 gegen die USA die bislang größte Überraschung schaffte. Kuba bezwang das chinesische Team ebenfalls mit 3:2.

Spielstatistik GER - RUS


Bitteres 0:3 gegen Russland

(Quelle: Volleyball-Magazin) In einem Turnier mit vielen überraschenden Ergebnissen hat die Frauen-Nationalmannschaft gegen Russland leider nicht für einen weiteren Coup sorgen können. Gegen den vierfachen Olympiasieger gab es ein 0:3 (29:31, 11:25, 18:25) in 56 Minuten. Zuvor hatte im Verlauf des Tages Kuba gegen China mit 3:2 gewonnen und die Dominikanische Republik mit ihrem Fünf-Satz-Sieg über die USA für den bislang größten Paukenschlag gesorgt.
Deutschland verpasste gegen das Team von Coach Nikolai Karpol im ersten Durchgang drei Satzbälle, wehrte zwar vier der Russinnen ab, aber als Angelina Grün mit einem Angriff über Position zwei im Block scheiterte, war der Satz bei 31:29 für die Russen beendet.

Bundestrainer Hee Wan Lee hatte die gewohnte erste Sechs auf dem Feld: Zuspiel Tanja Hart, diagonal Atika Bouagaa, über die Mitte Christiane Fürst und Olessya Kulakova sowie Angelina Grün und Birgit Thumm auf den Außenpositionen. Im zweiten Abschnitt lief jedoch nicht mehr viel zusammen und Lee begann zu wechseln. Julia Schlecht im Zuspiel, Judith Sylvester auf Außen für Thumm und Tina Benecke auf der Mitte für Kulakowa kamen ins Spiel. Aber an diesem Tag wollte nichts mehr gelingen und letztlich war es das bislang schlechteste Spiel der DVV-Auswahl in Athen. Allerdings hatten die Russinnen mit ihren Außenangreiferinnen, der 2,05 Meter langen Ekaterina Gamova und der in Italien als Profi spielenden Lioubov Shashkova auch wahrlich überragende Angreiferinnen, die über fast jeden Block hinweg schlugen.

„Vielleicht haben wir uns zu sehr unter Druck gesetzt“, sagte Angelina Grün. „Vielleicht lief es lange Zeit auch zu gut im ersten Satz.“ Im deutschen Team plagt sich zudem seit längeren Tanja Hart mit einer Adduktorenzerrung herum, die sie arg handicapt.
Hee Wan Lee musste den Russinnen nach der Niederlage ein Lob aussprechen: „So fehlerfrei habe ich sie lange nicht spielen sehen.“ Der gebürtige Koreaner hofft nun auf Ausrutscher der Amerikanerinnen gegen Russland und China oder auf einen Coup seines Teams gegen China, um doch noch das Viertelfinale erreichen zu können.

Das nächste Spiel steht für die Deutschen am Freitag morgen um 9 Uhr an gegen China.