Olympische Spiele 2004: Das Wunder geht weiter – DVV-Frauen gewinnen 3:2 gegen Kuba nach 0:2-Satzrückstand!

Olympische Spiele 2004: Das Wunder geht weiter – DVV-Frauen gewinnen 3:2 gegen Kuba nach 0:2-Satzrückstand!

(Quelle: SID) - Mit einem 3:2-Erfolg gegen Olympiasieger Kuba ist die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen in das olympische Turnier gestartet. Dabei holte die Mannschaft von Trainer Hee Wan Lee einen 0:2-Satzrückstand auf. Zur "Belohnung" ist die DVV-Auswahl heute ins Aktuelle Sport Studio eingeladen (ZDF - 23.00 Uhr).

Foto: FIVB - Tanja Hart: Freude über das erneute Wunder

Foto: FIVB - Tanja Hart: Freude über das erneute "Wunder"

Mit einem unerwarteten Erfolg sind Deutschlands Volleyballerinnen in das olympische Turnier gestartet. Die Auswahl von Bundestrainer Hee Wan Lee feierte im Peace Friendship Stadium von Athen gegen Olympiasieger Kuba nach einem 0:2-Rückstand noch einen 3:2 (20:25, 24:26, 25:22, 25:15, 17:15)-Erfolg. Damit kam das DVV-Team dem Viertelfinale einen großen Schritt näher. Nächster Kontrahent der deutschen Auswahl im Sechser-Vorrunden-Pool B ist am Montag (19.30 Uhr/18.30 MESZ) der WM-Zweite USA.

Überragender Auftritt

Die Deutschen boten zu früher Stunde gegen den Mitfavoriten vor 500 Zuschauern eine überragende Leistung, ließen sich auch von den beiden Satzgewinnen des WM-Fünften nicht beeindrucken. Kapitän Angelina Grün leitete mit wuchtigen Angriffsschlägen die Wende gegen die kräftemäßig nachlassenden Kubanerinnen ein. Auch Olessya Kulakova hatte starke Szenen, das Team spielte sich in einen Rausch und führte den Gegner besonders im vierten Satz regelrecht vor.

"Großer Tag für den deutschen Volleyball"

"Das war ein ganz großer Tag für den deutschen Volleyball", sagte Hee Wan Lee nach dem überragenden Auftritt seines Teams. "Unglaublich, das ist ein Supergefühl", freute sich Angelina Grün, der man die Erschöpfung nach der rund zweistündigen Schwerstarbeit anmerkte. Lee meinte strahlend vor Glück: "Das war der erste Sieg in fünf Jahren unter meiner Leitung gegen die erste Garnitur der Kubanerinnen, so stark waren wir noch nie. Es war eine entscheidende Partie. So komisch es klingt: Gegen die anderen drei Großen wird es noch schwerer."
Das deutsche Team muss nach dem Spiel gegen die USA noch gegen den Olympiazweiten Russland, China und Volleyball-"Zwerg" Dominikanische Republik antreten. Vier Mannschaften aus dieser Gruppe erreichen das Viertelfinale. Für die nächsten Partien rechnet Lee auch wieder mit Judith Sylvester, die durch einen Virus und Thrombose im Arm gehandicapt ist und erst Mitte des zweiten Abschnittes zu einem ersten Kurzeinsatz kam. "Sie ist war noch geschwächt, für den Arm wollen wir eine Manschette anfertigen lassen", sagte Endres.


(Quelle: Volleyball Magazin) - Besser konnte das Olympische Turnier für die deutschen Volleyballerinnen nicht beginnen, Im Eröffnungsspiel am Samstag morgen bezwang das Team von Bundestrainer Hee Wan Lee Kuba in fünf Sätzen: 20:25, 24:26, 25:22, 25:15, 17:15. Exakt zwei Stunden dauerte das Match, in dem die Deutschen mal wieder ihren Kampfgeist bewiesen. Nach 0:2-Satz-Rückstand bekamen sie endlich ihre Nerven und das Spiel unter Kontrolle. „Ich hatte nicht gedacht, dass wir heute gewinnen“, gestand Spielführerin Angelina Grün ein. „Aber ab dem 3. Satz lief es endlich. Da war die Euphorie da, die uns bis dahin gefehlt hatte.“

Schon im 2. Satz waren sie kurz vor dem ersten Erfolgserlebnis, vergaben aber bei 24:23-Führung einen Satzball. Kubas junge Truppe kam vor allem über die Außenpositionen zum Erfolg, dank der starken Angreiferinnen Ruiz und Barros. Nach Satz zwei kippte dann das Spiel. Kubas Coach Luis Felipe Calderon beklagte nach der Niederlage die Nachlässigkeiten seines Teams: „Das Schlüsselement war die Konzentration. Die war bei uns aber plötzlich nicht mehr da.“ Sein Team wurde unsicherer, während auf deutscher Seite Zuspielerin Tanja Hart immer variabler gestalten konnte. Angelina Grün, Atika Bouagaa und Christiane Fürst waren nun auch viel erfolgreicher. Bouagaa war auf der Diagonalposition zum Einsatz gekommen, da Judith Sylvester wegen der Thrombose-Probleme im linken Arm nicht voll einsatzfähig ist. Am Dienstag wird Sylvester noch einmal eingehend untersucht in einer Polyklinik im Olympischen Dorf. „Es geht ihr schon viel besser“, sagte Delegationsleiter Thorsten Endres. Bei Kurzeinsätzen agierte Sylvester jedoch sehr vorsichtig und wurde deshalb von Hee Wan Lee auch nie lange auf dem Feld gelassen.
Für den Bundestrainer war es der erste wichtige Sieg gegen Kuba: „Wir haben zwar mal beim Grand Prix gegen Kuba gewonnen, aber das war nur Kubas zweite Mannschaft. Heute zählt der Sieg sehr viel.“ Und kann eine Schlüsselrolle im Olympischen Turnier werden. In der Vorrunde gilt ein Sieg gegen die Dominikanische Republik als Pflichtaufgabe, dazu muss ein Sieg gegen eine der großen Nationen her, der nun unter Dach und Fach ist. „Aber das ist letztlich nicht mehr, als ein guter Einstand“, sagte Tanja Hart. „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Alles andere wird sich zeigen.“
Das nächste Match steht am Montag an, um 19.30 Uhr (Ortszeit) geht es gegen die US-Auswahl.