Olympia-Qualifikation in Baku: DVV-Frauen nach 3:2-Krimi über Russland im Halbfinale!
Die DVV-Frauen haben sich bei der Olympia-Qualifikation in Baku für das Halbfinale qualifiziert und dürfen weiter von Athen 2004 träumen. Im "alles oder nichts"-Spiel gegen Russland siegte die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee nach dramatischem Spiel mit 3:2 (25-21, 16-25, 23-25, 25-16, 15-13). Im Halbfinale wartet nun wahrscheinlich Vize-Europameister Türkei. Russland ist dagegen in Baku ausgeschieden.
Lee setzte wie gewohnt auf Tanja Hart, Judith Sylvester, Angelina Grün, Atika Bouagaa, Olessya Kulakova, Kathy Radzuweit und Libero Kerstin Tzscherlich.
Und Spielführerin Grün war die Spielerin, die zunächst für Akzente sorgte: „Grüni“ ballerte den Russinnen drei Asse um die Ohren und die DVV-Frauen gingen mit 8:4 in die technische Auszeit. Die Russinnen konnten auf 10:9 verkürzen, nachdem Bouagaa zwei fehlerhafte Aktionen hatte, doch näher kam der WM-3. von 2002 nie an die deutsche Mannschaft heran. Zu gut agierte die DVV-Auswahl aus der Annahme, Kulakova über die Mitte und Bouagaa, Grün sowie Sylvester über Außen sorgten für die Punkte. Den Schlusspunkt setzte Radzuweit mit einem Schnellangriff über die Mitte.
Doch, was so gut im ersten Satz war, war so schlecht im zweiten. Gleich mit 0:5 lagen die Spielerinnen von Lee hinten. Der Angriff hatte keine Durchschlagskraft mehr, die russische Block- und Feldabwehr leichtes Spiel. Zudem spielten die hochgewachsenen Russinnen jetzt nicht nur noch über 2,04 Meter Riesin Gamova, sondern vermehrt über die Mitte. Gegen Belikova und Tichtchenko fand der Mittelblock kein Mitte. Russland gewann den zweiten Satz locker mit 16:25.
Der dritte Satz verlief von Beginn an ausgeglichen. Mal führte die DVV-Auswahl, Mal waren die Russinnen vorne. So beispielsweise beim 8:11, aber zwei Anschlussfehler der Russinnen bedeuteten wieder den Ausgleich. Leider wollte Grün in diesem Satz überhaupt nichts gelingen. Weder im Angriff noch im Aufschlag punktete Deutschlands Superstar. Beim 22:23 drosch „Grüni“ den Ball in den Block. Den ersten Satzball blockte Radzuweit noch ab, beim zweiten waren die deutschen Spielerinnen machtlos und verloren mit 23:25.
„Grün is back“! Das war das Motto des vierten Satzes, in dem die deutsche Spielführerin wieder die „Alte“ war. Ein As von Grün zeigte den Mitspielerinnen, dass der Kapitän wieder „da“ war. Mit Grün steigerten sich auch die anderen deutschen Akteurinnen beträchtlich, der Block packte entschlossen zu, in der Abwehr wurde gekämpft und im Angriff nicht mehr gezaudert. Über 8:4, 15:10 steuerte die Mannschaft einem ungefährdeten 25:16 und dem Satzausgleich entgegen.
Ein Block Radzuweits gegen Gamova eröffnete den Tiebreak, und als Sylvester auf 2:0 erhöhte, stimmten die deutschen Fans bereits Siegesgesänge an. Doch Russland konterte und ging mit 4:6 in Führung, insbesondere, weil die Block- und Feldabwehr stark agierte, und die Russinnen aus der Annahme keine Schwächen zeigten. Drei Blockpunkte waren dann die Initialzündung für die DVV-Auswahl. Zunächst wurde Gamova zum 6:7 geblockt, Radzuweit ließ es über Belikova „dunkel“ werden (9:9) und Grün „pflückte“ sich nochmals den Angriffsriesen der Russen (11:10). Der Vorsprung wurde gehalten und auf zwei Punkte erhöht, als ein russischer Angriff weit ins Aus flog (13:11). Am Ende war es Bouagaa, die nach zwei Wahnsinns-Ballwechseln die Nerven behielt und zwei Mal den russischen Block anschlug (15:13). Der Traum von Athen 2004 darf weiter geträumt werden!