Grand Prix 2004 -Zürich Open Deutschland: Interview mit DVV-Präsident Werner von Moltke - „Hoffnung auf einen der vorderen Ränge in Athen berechtigt!"
Rostock (pps) - Mit hohen Erwartungen reist der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), Werner von Moltke, nach Athen zu den Olympischen Spielen 2004. „Im Beach-Volleyball haben unsere vier Paare – jeweils zwei bei den Männern und Frauen – durchaus Chancen auf eine Medaille, wobei die Chance bei den Männern größer ist als bei den Frauen“, sagte von Moltke in einem Interview. „Unsere Frauen können an einem guten Tag jeden Gegner schlagen, das haben sie in Rostock bewiesen“, erklärte der Graf zu den Chancen der Frauen-Nationalmannschaft in Athen. „Wenn sie in ihrer schweren Gruppe mit Olympiasieger Kuba, dem Olympia-Zweiten Russland, Vize-Weltmeister USA, Weltcupsieger China und der Dominikanischen Republik zumindest eine der starken Nationen schlagen, könnten sie die Finalrunde erreichen. In Sydney 2000 waren sie ja schon Sechste.“
Das Interview im Wortlaut
Nach den gelungenen und erfolgreichen Spielen bei den Zürich Open Deutschland hat sich die DVV-Auswahl doch noch für die Finalrunde des Grand Prix qualifiziert. Wie haben Sie die Spiele in Rostock empfunden, und was trauen sie der Mannschaft in Italien zu?
Werner von Moltke: „Ich war sehr überrascht von der konstanten Spielstärke unserer Mannschaft, die in den vergangenen Monaten auch gegen mehrere große Volleyball-Nationen gewonnen hat. In Italien warten die besten Teams auf uns, ich traue der Mannschaft aber eine weitere Steigerung zu. Dies ist auch ein Verdienst von Hee Wan Lee. Genauso wie sich die Mannschaft im vergangenen Jahr weiter entwickelt hat, ist auch Lee als Trainer ‚gewachsen‘.“
Wie schätzen Sie die Aussichten für den Deutschen Volleyball-Verband bei den in drei Wochen beginnenden Olympischen Spielen in Athen ein?
Werner von Moltke: „Athen ist für uns eine große Herausforderung. Die Latte liegt sehr hoch. Schließlich holten unsere Beach-Volleyballer durch Jörg Ahmann/Axel Hager in Sydney Bronze. In diesem Bereich haben unsere vier Paare – jeweils zwei bei den Männern und Frauen – durchaus Chancen auf eine Medaille, wobei die Chance bei den Männern größer ist als bei den Frauen. Ich erwarte aber, dass sie zumindest unter die besten Acht kommen, denn wir werden nur so weiterhin die höchste staatliche Förderung genießen. Wir für unseren Teil haben alle finanziellen Grundlagen geschaffen, um die Zürich Masters-Serie auch in den nächsten Jahren zu erhalten, und ich hoffe, dass unsere Athleten das im kommenden Jahr auch mit ihrer Teilnahme an den deutschen Veranstaltungen honorieren.“
Wer hat denn Ihrer Meinung nach die größte Chance auf den Olympiasieg im Beach-Volleyball?
Werner von Moltke: „Ich glaube, es wird eine Überraschung geben. Der Spiel-Rhythmus in Athen mit nur einem Spiel in zwei Tagen ist ein völlig anderer, als es die Sportler von den Serien her gewohnt sind. Wer sich am besten darauf einstellen kann, hat die größten Chancen. Die Stimmung im Hafen von Piräus wird grandios sein.“
Was trauen Sie den deutschen Volleyballerinnen in der Halle zu, nachdem sich die Männer nicht qualifizieren konnten?
Werner von Moltke: „Unsere Frauen können an einem guten Tag jeden Gegner schlagen. Das haben sie in der letzten Zeit mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie etwa mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der EM 2003 oder bei der sensationellen Olympiaqualifikation in Baku Anfang dieses Jahres oder gerade mit ihrem Grand Prix-Gruppensieg bei den Zürich Open Deutschland in Rostock. Das zeigt, dass sie sich seit dem enttäuschenden Abschneiden bei der WM 2002 kontinuierlich gesteigert haben und auch die jungen Spielerinnen genug Erfahrung sammeln konnten, um sich mit der Weltspitze zu messen.“
Trauen sie den Frauen eine positive Überraschung zu?
Werner von Moltke: „Wenn Bundestrainer Hee Wan Lee es schafft, sie genau auf den Punkt fit zu machen, kann in Athen viel passieren. Wenn sie in ihrer schweren Gruppe mit Olympiasieger Kuba, dem Olympia-Zweiten Russland, Vize-Weltmeister USA, Weltcupsieger China und der Dominikanischen Republik zumindest eine der starken Nationen schlagen, könnten sie die Finalrunde erreichen. In Sydney 2000 waren sie ja schon Sechste.“