Grand Prix 2004 - Zürich Open Deutschland: DVV-Auswahl siegt 3:1 gegen Thailand!
Die deutsche Mannschaft hat beim Grand Prix-Heimspiel, den Zürich Open Deutschland, in Rostock den ersten Sieg eingefahren: Gegen Außenseiter Thailand gelang vor 1.100 Zuschauern ein 3:1-Sieg (25-14, 25-20, 23-25, 25-22). Mit dem Erfolg und der gleichzeitigen 1:3-Niederlage Russlands gegen die USA zog die DVV-Auswahl in der Tabelle gleich mit den Russinnen und Polinnen (alle 3 Siege und 3 Niederlagen). Zwischen diesen drei Teams wird voraussichtlich der letzte Platz in der Endrunde der besten sechs Teams in Reggio Calabria/Italien vom 28. Juli – 1. August vergeben.
Bundestrainer Hee Wan Lee begann mit folgender Startformation: Tanja Hart im Zuspiel, Christiane Fürst und Olessya Kulakova im Mittelblock, Atika Bouagaa, Judith Sylvester und Birgit Thumm auf den Außenpositionen sowie Kerstin Tzscherlich als Libero. Somit verzichtete Lee zunächst auf Spielführerin Angelina Grün, die aufgrund eines Todesfalles in der Familie erst drei Stunden vor Beginn in Rostock eintraf.
Die deutsche Mannschaft erwischte einen Blitzstart in den ersten Satz: Ein As von Hart und zwei Schnellangriffe von Fürst ließen sie mit 4:1 in Führung gehen. Als Bouagaa über die Außenposition zwei Mal gegen die Thailänderinnen punktete, ging es mit 8:3 in die erste technische Auszeit. Weitere gute Aktionen der DVV-Auswahl machten daraus eine beruhigende 11:4-Führung. Danach kamen die Thailänderinnen, Nummer vier in Asien hinter China, Japan und Südkorea, besser ins Spiel und verkürzten auf 12:8. Die körperliche Überlegenheit der deutschen Mannschaft zeigte sich dann wieder in den nächsten Ballwechseln. Im Block und Angriff agierten die deutschen Spielerinnen in einer anderen Höhe und stellten die Thailänderinnen – größte Spielerinnen ist die 1,81 Meter große Patcharee Sangmuang – vor größere Probleme (18:10). Beim 21:11 wechselte Lee Angelina Grün und Julia Schlecht für Hart und Sylvester ein, kurze Zeit später Christina Benecke für Kulakova. Das tat dem Spiel der deutschen Mannschaft in dieser Phase natürlich keinen Abbruch – der erste Satz wurde klar mit 25:14 gewonnen.
Lee ließ im zweiten Satz wieder die Startformation des ersten Durchgangs beginnen. Doch zunächst waren es die Thailänderinnen, die aus einer hervorragenden Abwehr heraus, Punkte erzielten und mit 2:4 in Führung gingen. Doch knallharte Angriffe von Sylvester und Thumm über die Außenpositionen machten daraus eine 10:8-Führung. Beim 14:12 führte Deutschlands Bundestrainer den bekannten Doppelwechsel mit Grün und Schlecht für Hart und Sylvester durch. Schlecht schlug prompt ein As zum 16:12. Doch die Überlegenheit des ersten Satzes war gegen die flinken Gegnerinnen nicht mehr vorhanden, Thailand verkürzte immer wieder und kam nochmals auf zwei Punkte heran (21:19). In dieser etwas engeren Phase legte die DVV-Auswahl wieder einen Zahn zu – Fürst im Block, Sylvester und Bouagaa im Angriff punkteten. Den letzten Zähler im zweiten Satz steuerte Thumm mit einem Block zum 25:20 bei.
Ein wahres Block-Festival der deutschen Spielerinnen machte Hoffnung auf einen ganz schnellen dritten Satz: Vier Bälle in Folge prallten von den Armen der deutschen Spielerinnen ins gegnerische Feld zurück, und es hieß 5:0. Diese Führung verlieh jedoch keine Sicherheit, sondern verleitete zu Nachlässigkeiten. Thailands Spielerinnen kratzten unglaubliche Bälle vom Boden der Stadthalle Rostock und versenkten anschließend auch die Punktbälle (7:7). Das Spiel blieb von nun an ausgeglichen, die deutsche Mannschaft ging nach einem Schnellangriff Thumms mit einer knappen 16:15-Führung in die zweite technische Auszeit. Bundestrainer Lee war dennoch nicht zufrieden und reagierte. Er wechselte beim 16:16 Spielführerin Grün für Bouagaa ein. Das nutzte zunächst nichts, denn die Thailänderinnen gingen mit 17:18 erstmals im dritten Satz in Führung. Als der Rückstand der deutschen Mannschaft auf 19:21 anwuchs, nahm Lee eine Auszeit. Dies schien Wirkung zu zeigen, denn der deutsche Block packte nun wieder entschlossener zu. Nach so einem Block von Thumm lag die deutsche Mannschaft wieder knapp vorn (23:22), doch die nächsten drei Punkte gingen zum Leidwesen der deutschen Zuschauer an die Gäste. Thailand verkürzte mit 23:25 zum 1:2 nach Sätzen.
Der Satzgewinn schien die deutsche Mannschaft zunächst zu lähmen und die Thailänderinnen zu beflügeln. Grün patzte in der Annahme, Sylvester und Fürst scheiterten am Block – Lee nahm sofort eine Auszeit (1:4). Das zeigte Wirkung, denn nach guten Aktionen in Block und Angriff gelang zunächst der Ausgleich (4:4), später die Führung (8:6). Beim Stand von 9:8 zogen die Gastgeberinnen nochmals spürbar an: Ein Angriff von Grün und gleich drei „Kracher“ von Kulakova brachten die DVV-Asse mit 6 Punkten in Führung (14:8). Doch wie schon im dritten Satz kämpften sich die Thailänderinnen wieder heran (14:12), weil das deutsche Angriffsspiel zu drucklos war. Zwei erfolgreiche Angriffe von Grün und Sylvester machten daraus wieder ein etwas beruhigenderes 16:12. Zwei Minuten später war von Ruhe keine Rede mehr, da hatten die Thailänderinnen ausgeglichen (16:16). Zwei Punkte durch Thumm ließen die deutschen Fans wieder etwas ruhiger werden (21:19), eine Finte von Hart zum 24:22 brachte die ersten Matchbälle. Ein Block von Grün machte schließlich den umjubelten 25. Punkt. Deutschland hatte das erste Match in Rostock gewonnen.
Die punktbesten Spielerinnen
GER: Judith Sylvester (21 Punkte), Birgit Thumm (13), Christiane Fürst (12), Olessya Kulakova (11)
THA: Patcharee Sangmuang (12), Amporn Hyapha (12), Nurak Nokputta (11)
Stimmen zum Spiel
Hee Wan Lee (Trainer Deutschland): „Nachdem wir den ersten Satz gut begannen, machten wir danach zu viele einfache Fehler. Es ist meine Aufgabe, dieses auszumerzen. Judith Sylvester hat wieder zu ihrer alten Form zurück gefunden, und auch Kerstin Tzscherlich zeigte einen guten Einsatz.“
Angelina Grün (Spielführerin Deutschland): „Das erste Spiel vor eigenem Publikum ist immer sehr schwer. Im ersten Satz haben wir deutlich dominiert, zeigten aber auch Moral, als die Thailänderinnen später ins Spiel kamen und hervorragend in der Abwehr spielten. Wir haben den ersten Schritt in Hinblick auf die Finalrunde gemacht, und der war nicht einfach.“
Nataphon Srisamutnak (Trainer Thailand): „Deutschland war zu Beginn im Aufschlag sehr stark, damit hatten wir unsere Probleme. Später konnten wir uns aber im Aufschlag verbessern und deshalb auch den einen Satz gewinnen. Wir haben in diesem Spiel sehr viel gelernt.“
Nurak Nokputta (Spieler Thailand): „Wir haben nicht besonders gut gespielt. Vor allem war unsere Annahme nicht so gut. Zudem waren die deutschen Spielerinnen viel größer als unsere. Wir hoffen, dass wir uns am Freitag steigern können.“
Das Spiel gegen Thailand wird morgen, 23. Juli, um 14.00 Uhr im DSF gezeigt.