Frauen-Nationalmannschaft: DVV-Auswahl gewinnt auch das zweite Spiel gegen Europameister Polen - 3:1 in Eisenhüttenstadt – Morgen in Hoyerswerda um 18.00 Uhr!

Frauen-Nationalmannschaft: DVV-Auswahl gewinnt auch das zweite Spiel gegen Europameister Polen - 3:1 in Eisenhüttenstadt – Morgen in Hoyerswerda um 18.00 Uhr! Kathy Radzuweit packte gewohnt im Block zu.

Die DVV-Frauen haben auch das zweite von drei Länderspielen gegen Europameister Polen gewonnen: In Eisenhüttenstadt siegte die deutsche Mannschaft vor 500 Zuschauern mit 3:1 (25-20, 22-25, 25-22, 25:20), nachdem es tags zuvor ebenfalls einen 3:1-Sieg in Angermünde gegeben hatte. Am morgigen 30. Juni treffen beide Teams in Hoyerswerda (18.00 Uhr) zum letzten Mal aufeinander. Die Länderspiele dienen beiden Mannschaften als Vorbereitung auf den Grand Prix, der für die deutsche Mannschaft am 9.-11. Juli in Miao Li/Taiwan mit den Spielen gegen Brasilien, China und die Dominikanische Republik beginnt. Vom 22.-24. Juli findet in Rostock ein Grand Prix Wochenende die „Zürich Open Deutschland“ mit den Teams von Thailand, Russland, USA und Deutschland statt.

Bundestrainer Hee Wan Lee begann mit folgender Formation: Tanja Hart im Zuspiel, Judith Sylvester auf der Diagonalposition, Cornelia Dumler und Birgit Thumm auf den Außenpositionen, Olessya Kulakova und Christina Benecke im Mittelblock sowie Kerstin Tzscherlich als Libero.

Polens Trainer Andrzej Niemczyk bot Katarzyna Skowronska, Magdalena Sliwa, Mariola Barbachowska, Agata Mroz, Malgorzata Niemczyk-Wolska, Maria Liktoras und Aleksandra Przybysz auf.

Nach einem fulminanten Beginn der DVV-Auswahl (4:0) mit zwei Blockpunkten durch Sylvester und Benecke konterten die Polinnen ihrerseits: Gleich sechs Punkte in Folge erspielten sich die Gäste, zwei Blockpunkte gegen Dumler sowie gute Sprungaufschläge von Przybysz waren die Grundlage (4:6). Den kuriosen Anfang machten dann wieder vier DVV-Punkte in Folge komplett, Benecke servierte ein As zum 8:6. Nach einem weiteren Wirkungs-Aufschlag durch Sylvester (11:8) wechselte Polens Trainer Niemczyk seine Zuspielerin Sliwa aus und brachte Izabela Belcik. Zuvor hatte er bereits zwei Spielerinnen gewechselt, ein Zeichen seiner Unzufriedenheit. Dies änderte sich zumindest etwas, als seine Mannschaft durch ein As von Przybysz zum 15:15 ausgleichen konnte. Als Trainer-Tochter Malgorzata Niemczyk-Wolska einen Angriff weit ins „aus“ setzte, nahm Papa Andrrzej eine Auszeit (19:17). Zwar verkürzte seine Mannschaft nochmals auf einen Punkt (20:19), aber zwei Angriffe durch Thumm an den polnischen Block ließen das deutsche Team wieder mit 22:19 beruhigend in Führung gehen. Als Thumm einen Ball, der direkt aus der polnischen Annahme über das Netz flog, versenkte, hatte die DVV-Auswahl Satzbälle (24:19). Den ersten wehrten die Polinnen noch ab, den zweiten jedoch nicht, Niemczyk-Wolska verschlug den Aufschlag (25:20).

Erneut erwischte die DVV-Auswahl den deutlich besseren Start und ging nach zwei wirkungsvollen Aufschlägen von Thumm, der bis dahin auffälligsten deutschen Spielerin, sowie gutem Blockspiel mit 6:1 in Führung. Nach einem erfolgreichen Sylvester-Angriff die Linie herunter sowie einem Block durch Kulakova ging es mit 8:4 in die erste technische Auszeit. Der Vorsprung wurde bis zum 13:10 erfolgreich verteidigt, auch weil Hart ein variables Angriffsspiel aufzog und Thumm schnelle Kombinationsangriffe über außen verwertete. Dann packte der polnische Block jedoch mehrmals in Folge zu, und Lee nahm beim 13:13-Ausgleich eine Auszeit. Die Worte des Trainers schienen erhört worden zu sein, denn es waren wieder die deutschen Frauen, die mit drei Angriffspunkten durch Thumm, Dumler und Sylvester das Tempo vorgaben (16:14). Als die Polinnen den schönsten Ballwechsel des Spiels gewannen sowie noch ein As servierten, lagen sie erstmals im Satz vorne (17:18). Lee machte seinen nun schon bekannten Doppelwechsel mit Julia Schlecht und Tina Gollan für Tanja Hart und Judith Sylvester, um den eigenen Angriff und das Blockspiel zu verbessern. Ein „Kracher“ von Gollan sowie ein Angriffsfehler der Polinnen – die Gastgeberinnen führten wieder (20:19). Nach zwei glücklichen Punkten für die Polinnen wechselte die Führung wieder, und Lee nahm seine zweite Auszeit (20:21). Ein sensationeller Diagonalschlag der zurück gekehrten Sylvester ließ die DVV-Auswahl wieder in Führung gehen (22:21). Doch dann war es mit der deutschen Herrlichkeit vorbei, die Polinnen packten gewaltig im Block zu (gegen Benecke und Sylvester) und glichen mit 22:25 nach Sätzen aus.

Lee machte einen Komplettwechsel und brachte für den dritten Satz Julia Schlecht, Tina Gollan, Angelina Grün, Atika Bouagaa, Kathy Radzuweit, Christiane Fürst neben Libero Kerstin Tzscherlich. Der Schuss ging erst Mal nach hinten los, denn nach einem Block gegen Grün sowie Annahmeproblemen auf deutscher Seite lautete der erste Zwischenstand 0:4. Das Unterfangen kam nicht so recht in Schwung, denn auch die nächsten vier Punkte gingen an die Gäste, sodass es bei der ersten technischen Auszeit 0:8 hieß. Beim Stand von 0:9 war es Grün, die unter dem Jubel der Zuschauer den ersten deutschen Punkt erzielte. Der Bann schien gebrochen, denn gutes Blockspiel ließ die deutschen Spielerinnen auf 4:9 verkürzen. Nun lief das deutsche Spiel, Angriffe von Bouagaa ließen den Vorsprung der Gäste weiter schrumpfen (7:10). Ein Schnellangriff von Fürst brachte die deutsche Mannschaft auf einen Punkt heran, ein As von Gollan sorgte für den Ausgleich (11:11). Eine schöne Finte von Przybysz, die die deutsche Block- und Feldabwehr mit einem langen Lob überlistete, führte beide Teams mit 14:16 in die zweite technische Auszeit. Zwei Linien-Kracher von Gollan sowie ein As Radzuweits brachten wieder den Gleichstand (18:18), ein Annahmefehler Grüns den erneuten Rückstand (18:20). Lee führte wieder den Doppelwechsel durch, Hart/Sylvester kamen für Gollan/Schlecht (19:21). Ein As von Bouagaa sowie ein energisches Zupacken durch Fürst, der mit 19 Jahren jüngsten Deutschen, ließen die DVV-Frauen mit 22:21 das erste Mal im dritten Satz in Führung gehen. Ein Block von Radzuweit bedeutete Satzbälle Deutschland (24:22), Grün verwandelte den ersten nach einer Blitzreaktion Harts in der Abwehr (25:22).

Das Wechselspiel von Lee fiel im vierten Durchgang aus, er beließ es bei dem Zuspielwechsel Schlecht für Hart. Den etwas besseren Start erwischten die Polinnen, die mit 5:8 in die technische Auszeit gingen. Als Deutschlands Spielführerin Angelina Grün, zwei Mal in Folge den Angriff nicht auf den Boden bekam, nahm Lee beim Stand von 6:11 seine erste Auszeit. Zwei Punkte in Folge durch Grün, einen per Lob und einen per As, machten wieder Hoffnung (10:12), doch dann waren es wieder die Polinnen, die dem Spiel den Stempel aufdrückten (10:15). Beim 12:17 wechselte Lee Sylvester für Schlecht ein, und damit den ersten Teil des Doppelwechsels. Gollan schlug ein As und Sylvester den Block der Gäste an (14:17). Beim 15:18 folgte mit Hart für Gollan der zweite Teil des bekannten Wechselspiels, zudem kam noch Thumm für Bouagaa. Drei erfolgreiche Angriffe in Serie durch Sylvester und zwei Mal Grün bedeuteten den Anschluss (18:19), zwei Blocks von Grün Ausgleich und Führung (20:19). Das schien auch Fürst zu gefallen, denn sie machte den nächsten deutschen Blockpunkt (22:19). Ein verschlagener polnischer Angriff bedeutete schließlich vier Matchbälle in diesem wechselhaften Spiel (24:20). Ein Aufschlag-As von Fürst beendete den Satz (25:20) und das Match.

Punktbeste Spielerinnen

Deutschland: Judith Sylvester (14 Punkte), Angelina Grün (9), Birgit Thumm (9)
Polen: Maria Liktoras (12), Malgorzata Niemczyk-Wolska (11)

Stimme zum Spiel

Christina Benecke (Spielerin Deutschland): „Beide Mannschaften haben sich schwer getan und große Probleme in Aufschlag und Annahme gehabt. Sicherlich hängt das auch mit dem harten Training zusammen, das wir heute Vormittag noch gemacht haben. Zudem ist es für die Spielerinnen nicht einfach, die Mitte des Spiels reingewechselt werden. Das finde ich aber auch gut, denn so hat jede das Gefühl, gleichwertig zu sein. Insgesamt freuen wir uns über den zweiten Sieg gegen Polen.“