Junioren-WM: Viel hängt vom Start ab - Interview mit DVV-Kapitän Jochen Schöps!

Junioren-WM: Viel hängt vom Start ab - Interview mit DVV-Kapitän Jochen Schöps!

Am Samstag (23. August) beginnt die Weltmeisterschaft der Junioren in Teheran (Iran). Einen Tag vor dem ersten Spiel gegen Indien sprach vm-Redakteurin Conny Kurth mit Kapitän Jochen Schöps. Dieser zeigte sich optimistisch, die Vorrunde zu überstehen und danach sogar in die Runde der besten Acht einzuziehen.In einem Trainingsspiel unterlagen die Deutschen gestern Abend der iranischen Auswahl mit 0:2. Schrecksekunde dabei fuer Robert Kromm: Der 2,12 Meter lange Angreifer knickte um und zog sich eine leichte Kapsel- und Baenderdehnung zu. Sein Einsatz gegen Indien aber ist nicht gefaehrdet.

Morgen fällt endlich der Startschuss für die Junioren-Weltmeisterschaft. Sind Sie nach der langen Vorbereitung schon ungeduldig?
"Auf jeden Fall. Wir haben viele Spiele gemacht und viel Zeit miteinander verbracht. Jetzt sind wir gespannt und warten darauf, dass es los geht. Wir wollen endlich loslegen."

Beim letzten WM-Auftritt einer deutschen Junioren-Auswahl kam das Aus schon in der Vorrunde. Wird es dieses Mal besser laufen?
"Das will ich doch schwer hoffen. Die Gruppe ist zwar nicht einfach, aber es ist zu packen, die Vorrunde zu überstehen. Wir kennen unsere Gegner nicht ganz so gut, China und Indien sogar nur vom Video. Gegen Russland haben wir zwar im vergangenen Jahr gespielt, aber angeblich sollen sie noch einen großen Schritt gemacht haben."

Das erste Spiel gegen Indien könnte schon zum
Schlüsselspiel werden.
"Viel hängt davon ab, wie wir ins Turnier starten. Gewinnen wir das erste Spiel, ist schon ein großer Schritt getan, um nicht Gruppenletzter zu werden und direkt nach der Vorrunde nach Hause fahren zu müssen. Außerdem spielt es sich mit einem Sieg im Rücken einfacher. Man kann dann viel lockerer in die folgenden Begegnungen gehen.

Wie stehen die Chancen auf einen Sieg?
"Ich denke, es ist eine lösbare Aufgabe. Auf den Videos haben wir gesehen, dass die Inder ähnlich wie die Europäer, also eher hoch und kraftbetont, spielen. Wenn es bei uns gut läuft, können wir unser Ding schon wegspielen. Geraten wir allerdings unter Druck, könnte es hapern."

Wie schätzen Sie die beiden anderen Vorrundengegner, China und Russland, ein?
"Ich glaube, China ist nicht ganz so gut wie Indien. Sie sind kleiner und nicht so athletisch, dafür aber sehr gewandt. Sie sind durch ihre schnelle Spielweise gefährlich. In Berlin haben wir einmal gegen einen Teil der chinesischen Auswahl gespielt. Dabei sind wir nur mit der zweiten Sechs angetreten und haben trotzdem gewonnen. Russland dagegen ist sehr stark. In diese Partie müssen wir reingehen und dann gucken, was geht."

Die WM hat im Iran einen hohen Stellenwert. Zu den Spielen der Gastgeber werden bis zu 12.000 Zuschauer erwartet. Fühlen Sie sich angesichts dieser Dimensionen schon wie ein Star?
"Star ist übertrieben. Eigentlich fühlt man sich gleich. Dennoch ist es ein komisches Gefühl, wenn man mitbekommt, dass so viele Leute auf einen achten. Es ist bestimmt beeindruckend, wenn 12.000 Leute kommen. Das wird eine riesen Stimmung.

Die deutsche Mannschaft spielt ihre drei Vorrundepartien in der kleinen Halle, die nur 4.000 Zuschauer fasst. Ist das ein Vorteil?
"Am Anfang ist das mit Sicherheit besser für uns.
Gleich in der großen Halle zu spielen, wäre schwierig. Ob bei uns aber überhaupt 4000 Leute kommen, ist ja auch noch die Frage. Aber selbst, wenn nur 2000 kommen, ist das immer noch einiges mehr als in Deutschland. Da umfasste unsere größte Kulisse knapp 1000 Zuschauer."

Abschließend bitte noch ein Tipp: Wie schneidet die DVV-Auswahl bei der WM ab und wer wird Weltmeister?
"Gelingt uns der Start, haben wir gute Chancen unter die besten Acht zu kommen. Wo es dort hingeht, ist dann Glückssache. Ich tippe, wir spielen um die Plätze fünf bis acht. Beim Weltmeistertitel setze ich auf Brasilien – sie spielen auf sehr hohem Niveau und sind am ausgeglichensten besetzt. Vielleicht schaffen es aber auch die Russen."