Beach-EM: Gold für Pohl/Rau, Silber für Ahmann/Vollmer – Männer auch mit guten Medaillenaussichten!

Beach-EM: Gold für Pohl/Rau, Silber für Ahmann/Vollmer – Männer auch mit guten Medaillenaussichten!

Alanya, 30. August 2003 - Die Beachvolleyball-Europameister 2003 heißen Stephanie Pohl und Oka Rau. Das Duo aus Kiel gewann bei der EM am Kleopatra Beach in Alanya das rein deutsche Finale gegen Andrea den Ahmann und Jana Vollmer mit 2:0 (21:15, 21:18) und sicherten sich damit nicht nur größten Erfolg ihrer Laufbahn, sondern auch ein Preisgeld von 17.000 Euro. Die Verliererinnen durften sich mit 12.500 Euro trösten. Bronze sicherten sich die Titelverteidiger Gattelli/Perrotta aus Italien. Sie gewannen das kleine Finale gegen Kadijk/Leenstra aus Holland.

Spektakulärer als das Finale selbst war seine Besetzung: Mit zwei deutschen Teams ganz oben hatte im Vorfeld der EM niemand rechnen können. “Mit einer Medaille in beiden Wettbewerben wären wir schon zufrieden gewesen", sagte Hinnerk Femerling, Beachwart des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV): “Jetzt sind wir alle überglücklich, dass es Gold und Silber geworden ist."
Das überragende Abschneiden, so Femerling, mache “Appetit auf mehr. Jetzt hoffen wir auch noch auf eine Medaille bei den Männern."

Im Frauenfinale konnten Ahmann/Vollmer nur phasenweise an ihre starke Vorstellung anknüpfen, die sie im Halbfinale gegen die Holländerinnen Kadijk/Leenstra geboten hatten. Dagegen erwischten Pohl/Rau einen hervorragenden Start und zogen gleich zu Spielbeginn fünf Punkte davon.
Diesen Vorsprung ließen sie sich bis zum Satzende nicht mehr nehmen. Auch im zweiten Durchgang kontrollierten die Profis aus dem hohen Norden das Spielgeschehen. Als Jana Vollmer den Ball beim ersten Matchball gegen sich ins Aus geschlagen hatte, sanken sich die neuen Europameister in die Arme. Es war für alle Teams in der erbarmungslosen Hitze von Alanya ein Kraftakt, auf dem Center Court Topleistung zu bringen. Entsprechend froh war Stephanie Pohl, dass die Begegnung nach zwei Sätzen vorbei war: “Wir haben schon im ersten Satz so viel Gas gegeben, dass fast nichts mehr ging." Dass sich die deutschen Teams an der türkischen Mittelmeerküste in so blendender Fassung präsentierten, was auch das Verdienst des Betreuerteams mit Teamarzt Michael Tank und dem Physiotherapeuten Joachim Dierksmeyer, die die deutschen Athleten unter anderem auf Kurs hielten, indem sie ihnen Infusionen legten und so die Flüssigkeitsversorgung sicher stellten. “Ohne diese Versorgung hätten wir es nie geschafft", lobte Okka Rau.

Auch bei den Männern riecht es nach Edelmetall. Mit Julius Brink/Kjell Schneider und den Titelverteidigern Markus Dieckmann/Jonas Reckermann stehen zwei deutsche Duos im Viertelfinale. Brink/Schneider bezwangen dabei die Schweizer Brüder Laciga mit 2:1 (24-22, 18-21, 15-10) und treffen nun auf Arkaev/Barsouk (RUS). Dieckmann/Reckermann gewannen das deutsch-deutsche Duell gegen Jörg Ahmann/Axel Hager mit 2:0 (21-19, 21-15) und bekommen es nun mit Backer/Boersma (NED) zu tun. Die Viertelfinalbegegnungen finden noch heute statt.