Nach 0:2-Rückstand: DVV-Männer kämpfen sich gegen Bulgarien ins EM-Viertelfinale
13.250 Fans verwandelten die Arena in Sofia in einen Hexenkessel. Der Vizeweltmeister aus Bulgarien setzte die deutschen Spieler von Beginn an mit druckvollen Aufschlägen unter Druck. Deutschland fand dadurch nur schwer in seinen gewohnten Rhythmus und musste die ersten beiden Sätze trotz großer Moral abgeben. Doch die DVV-Männer gaben sich nicht auf und steigerten sich im dritten Satz deutlich. Die eigenen Aufschläge wurden druckvoller, gleichzeitig konnte Deutschland dem gegnerischen Service besser standhalten. Mit zunehmender Spieldauer übernahm das DVV-Team die Kontrolle, gewann den dritten Satz und brachte damit das Momentum auf seine Seite.
Auch im vierten Durchgang blieb die Partie eng und umkämpft. Deutschland setzte die Gastgeber zunehmend unter Druck und war in der Schlussphase das entschlossenere Team. Im Tiebreak entwickelte sich ein Krimi, in dem sich die DVV-Männer mit großer Energie immer wieder gegenseitig pushten und sich schließlich für ihr Comeback belohnten. Beste deutsche Scorer waren Erik Röhrs mit 20 Punkten, Anton Brehme mit 14 sowie Tobias Brand mit 13 Punkten.
Viertelfinale gegen Polen
„Keine Ahnung, wie wir das geschafft haben. Es war unsere Energie – alle gemeinsam wie eine Familie. Wir haben endlich gezeigt, was wir können und uns den Sieg verdient“, sagte Anton Brehme nach dem Comeback-Sieg.
Im Viertelfinale trifft Deutschland am Dienstag (voraussichtlich 15 Uhr dt. Zeit, live bei Sporteurope.tv) auf Polen. „Zuerst müssen wir uns ein bisschen erholen. Wir müssen so spielen wie heute, im Aufschlag und Block-Abwehr Risiko gehen – dann haben wir eine Chance“, blickt Anton Brehme auf das Duell mit dem VNL-Sieger voraus.
Spielbericht
Botti startete mit Jan Zimmermann, Erik Röhrs, Tobias Brand, Moritz Reichert, Anton Brehme, Tobias Krick und Ruben Schott. Die Partie begann ausgeglichen. Röhrs servierte ebenso ein Ass wie die Bulgaren (4:4) und punktete auch im Angriff (8:7). Mit zwei Blocks gegen Reichert und Röhrs erspielte sich Bulgarien den ersten Vorsprung (10:12). Mit einem Ass erhöhten die Gastgeber auf 13:17. Tim Peter kam für den Aufschlag und lieferte direkt ab. Nach einem guten Service punktete Brehme, anschließend servierte Peter ein Ass zum 16:17-Anschluss. Doch die Bulgaren schlugen weiter stark auf und zogen mit drei Assen auf 18:23 davon. Nach zwei starken Aufschlägen von Brehme verkürzten die DVV-Männer noch einmal auf 21:23, doch die Gastgeber brachten den Satz sicher nach Hause und nutzten direkt den ersten Satzball.
Die Bulgaren machten direkt da weiter, wo sie aufgehört hatten, und führten schnell mit 1:4. Röhrs pushte sein Team und glich mit einem Angriff und zwei Assen direkt wieder aus (4:4). Die Gastgeber hielten den Druck hoch und zogen erneut auf 8:12 davon. Mit starken Aufschlägen erhöhten sie weiter auf 10:16. Röhrs punktete weiter verlässlich, sodass die Deutschen in Schlagdistanz blieben (15:18). Brehme und Brand punkteten im Angriff, Reichert verkürzte mit einem Ass auf 19:20. Nikolov machte mit einem Aufschlag mit 125 km/h die deutschen Hoffnungen zunichte (20:23). Passend zum Spiel beendeten die Bulgaren den Satz mit einem weiteren Ass.
Auch zu Beginn des dritten Durchgangs starteten die Bulgaren wieder mit einem Ass und erspielten sich mit einem Block gegen Brand die erste kleine Führung (2:4). Die Deutschen blieben dran, glichen mit zwei Punkten von Reichert zum 6:6 aus und gingen anschließend mit einem Ass von Brehme und einem Block von Röhrs mit 12:9 in Führung. Die Gastgeber blieben ruhig, servierten wieder stark und packten zudem im Block zu (12:12). Brand und Röhrs stellten wieder auf 15:13. Die DVV-Männer hielten dem gegnerischen Druck jetzt besser stand (18:15). Ein Block von Röhrs und ein Ass von Brehme ließen die Halle verstummen (22:17). Die Deutschen ließen zwar die Chance auf das 23:17 liegen, profitierten dann aber von zwei Fehlern der Bulgaren. Brand nutzte den ersten Satzball direkt mit einem Ass.
Der vierte Durchgang begann ausgeglichen. Den Bulgaren unterliefen nun zunehmend Fehler im Aufschlag – mit Ausnahme von Nikolov, der sein sechstes Ass servierte (6:8). Röhrs glich mit zwei Punkten direkt wieder aus (8:8), scheiterte aber kurz darauf am bulgarischen Block (11:13). Wieder erzielte Röhrs den Ausgleich (16:16), Krick blockte zur 17:16-Führung und der eingewechselte Tim Peter erhöhte mit einem Ass auf 20:18. Simon Torwie verstärkte den Block, sodass Röhrs punkten konnte. Nach einem weiteren Ass von Peter stand es 22:18. Doch auch die Bulgaren fanden in der entscheidenden Phase ihren Aufschlag wieder und standen gut im Block (22:21). Reichert durchbrach den Lauf der Bulgaren mit einem Block zum 23:21. Nach einem Aufschlagfehler der Bulgaren hatten die DVV-Männer zwei Satzbälle. Den ersten wehrten die Gastgeber ab, beim zweiten erwischte Brand die Finger des bulgarischen Blocks.
Der Tiebreak war nichts für schwache Nerven. Deutschland erspielte sich die erste Führung (4:2), doch die Bulgaren schlugen wieder gut auf (5:5). Nach einer starken Abwehr von Reichert packte Brand im Block zu (10:8), vergab aber anschließend die Chance auf das 12:9. Nach einem wilden Ballwechsel mit einer starken Pancake-Defense von Reichert berührte der bulgarische Block das Netz, sodass die DVV-Männer drei Matchbälle hatten. Den ersten wehrten die Bulgaren noch ab, dann landete ihr Aufschlag im Netz – und das deutsche Comeback war perfekt.