Berlin Recycling Volleys feiern zehnten Meistertitel in Folge
Die Berliner bestimmten den Auftaktsatz mit druckvollen Aufschlägen und variablem Angriffsspiel. Bereits früh setzte der Titelverteidiger die SVG unter Druck und zwang Lüneburgs Cheftrainer Stefan Hübner beim Stand von 3:7 zur ersten Auszeit. Dank Diagonalangreifer Jake Hanes und einem starken Blockspiel bauten die Gäste ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Mittelblocker Florian Krage-Brewitz verwandelte schließlich den Satzball zum 25:19.
Starke Berliner dominieren entscheidende Phasen
Im zweiten Durchgang zeigte die SVG Lüneburg zunächst eine starke Reaktion. Spektakuläre Abwehraktionen von Libero Sho Takahashi und ein Ass von Daniel Gruvaeus sorgten für eine frühe 4:0-Führung der Gastgeber. Die BERLIN RECYCLING Volleys arbeiteten sich jedoch Punkt für Punkt zurück in die Partie. Vor allem Jake Hanes übernahm in der ausschlaggebenden Phase Verantwortung und setzte wichtige Akzente im Angriff. Nach mehreren intensiven und umkämpften Ballwechseln verwandelte Moritz Reichert den entscheidenden Punkt zum 25:22, als sein Angriff vom Block ins Aus sprang. Damit sicherten sich die Berliner den zweiten Satz.
SVG Lüneburg kämpft sich zurück
Auch im dritten Durchgang erwischten die BERLIN RECYCLING Volleys zunächst den besseren Start und setzten sich früh mit 9:5 ab. Doch die SVG Lüneburg kämpfte sich mit großer Leidenschaft zurück in die Partie. Angeführt von Daniel Gruvaeus und Ethan Champlin drehten die Niedersachsen einen 13:15-Rückstand in eine 16:15-Führung und rissen die Fans in der LKH Arena mit. In einer intensiven Schlussphase verteidigte die SVG ihren Vorsprung konsequent. Den umjubelten Satzgewinn sicherten sich die Gastgeber schließlich mit einem starken Doppelblock gegen Jake Hanes zum 25:22 und verkürzten damit auf 1:2 nach Sätzen.
Berlin macht Titelgewinn souverän perfekt
Im vierten Satz demonstrierten die Hauptstädter dann ihre ganze Dominanz. Früh setzte sich Berlin mit starken Aufschlägen und konsequenter Blockarbeit ab. Ein Ass von Matthew Knigge sowie zahlreiche Punkte von Jake Hanes sorgten für eine deutliche Führung. Beim Stand von 24:12 erspielten sich die Berliner zwölf Meisterschaftsbälle. Den ersten verwandelte erneut Hanes – sinnbildlich für seine herausragende Leistung in der Finalserie.
BR Volleys-Trainer Markus Steuerwald hob nach dem Titelgewinn insbesondere die mannschaftliche Geschlossenheit und die klare Spielidee hervor und sagte im Interview bei Dyn: „Wir haben viel Wert auf Kommunikation gelegt und die Spieler eingebunden. Die Jungs haben die Erfahrung, sie wissen, wie man internationale Finalserien spielt. Mir war wichtig, dass jeder seine Meinung einbringen kann und wir gemeinsam Entscheidungen treffen. Die Ansage war klar: Wir müssen aggressiv sein. Es muss über den Aufschlag gehen, wir wollten konstant Druck erzeugen. Gleichzeitig war klar, dass wir Fehler akzeptieren müssen, genauso wie gute Aktionen des Gegners. Jeder hatte seine Rolle und die Spieler haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Steuerwald von der mentalen Stärke seines Teams in den entscheidenden Wochen der Saison: „Wir haben dieses Jahr häufiger erlebt, wie wir in Negativspiralen geraten sind. Deshalb haben wir viel darüber gesprochen, Vertrauen in unsere Stärken zu haben. Internationaler Volleyball ist ein Sideout-Spiel. Wir müssen dort stabil sein und gleichzeitig über Aufschlag sowie Block-Abwehr Druck erzeugen. Mein Gefühl war, dass die Jungs daran geglaubt haben, was wir ihnen vermittelt haben. Der Wille war da, der Glaube war da und die Mannschaft hat überragend gearbeitet.“
Der Berliner Kapitän Ruben Schott sprach nach der Partie von einem ganz besonderen Erfolg: „Es macht unheimlich Spaß, so einen Meistertitel zu feiern. Der Weg war dieses Jahr unheimlich schwer für uns. Wir hatten viele Aufs und Abs, gerade zu Beginn der Saison auch viele schwierige Momente. Ich glaube, einige haben es uns gar nicht mehr zugetraut, dass wir am Ende hier die Meisterschale hochhalten. Die zehnte Meisterschaft in Folge ist etwas ganz Besonderes.“
Trotz der Enttäuschung überwog bei der SVG Lüneburg auch der Stolz auf eine starke Spielzeit. Cheftrainer Stefan Hübner ordnete die Finalserie nach Spielende bei Dyn ein: „Es ist kein schönes Gefühl, wenn du die Saison mit einer Niederlage beendest. Aber ich glaube, dass in ein, zwei Tagen die positiven Gefühle und Emotionen und all das, was wir in dieser Saison erreicht haben, wieder mehr im Vordergrund stehen werden. Jetzt im Moment ist man natürlich enttäuscht. Wir hatten gehofft, die Serie enger und länger gestalten zu können.“ Als entscheidenden Faktor der Finalserie hob Hübner insbesondere die Berliner Aufschlagqualität hervor: „Ich glaube, über die gesamte Serie war der Aufschlag der Unterschied. Berlin hat konstant Druck gemacht, auch mit den Float-Aufschlägen. Wir standen permanent unter Druck.“
Ehrungen und emotionale Meisterfeier
Im Anschluss an die Partie wurden zunächst die Mitglieder des Schiedsgerichts geehrt.
Als Most Valuable Player der Saison 2025/26 wurden Florian Krage-Brewitz von den BERLIN RECYCLING Volleys sowie Sho Takahashi von der SVG Lüneburg ausgezeichnet. Beide Spieler erhielten im Saisonverlauf siebenmal die goldene MVP-Medaille.
Anschließend erfolgte die Ehrung des Vizemeisters SVG Lüneburg durch die VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema, VBL-Geschäftsführer Daniel Sattler sowie DVV-Vizepräsident Jörg Pelny. Unter großem Applaus nahmen die Spieler und Verantwortlichen der Niedersachsen die Silbermedaillen entgegen und wurden für ihre starke Saisonleistung gewürdigt.
Danach standen die neuen Deutschen Meister im Mittelpunkt. Kim Oszvald-Renkema, Daniel Sattler und Jörg Pelny überreichten den Spielern und dem Trainerteam der BERLIN RECYCLING Volleys die Goldmedaillen zur Deutschen Meisterschaft 2026.
Den emotionalen Höhepunkt des Abends bildete schließlich die Übergabe der Meisterschale. Unter dem Jubel der Berliner Mannschaft und der mitgereisten Fans nahm Kapitän Ruben Schott die Trophäe aus den Händen von VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema entgegen und stemmte sie gemeinsam mit seinem Team in die Höhe. Begleitet von Konfetti feierten die BERLIN RECYCLING Volleys anschließend ihren zehnten Meistertitel in Serie.
Mit dem erneuten Triumph bauen die Berliner ihre beeindruckende Erfolgsserie weiter aus und feiern ein versöhnliches Ende einer herausfordernden Saison. Seit 2016 geht die Deutsche Meisterschaft ununterbrochen in die Hauptstadt.