Neuer Chef-Bundestrainer Paul Becker setzt auf klare Strukturen und Leistung

Neuer Chef-Bundestrainer Paul Becker setzt auf klare Strukturen und Leistung Foto: Detlef Gottwald Mit Paul Becker hat ein vertrautes Gesicht die Position des Chef-Bundestrainers Beach-Volleyball beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) übernommen. Der bisherige Nachwuchs-Bundestrainer folgt auf Christoph Dieckmann und will die in den vergangenen Jahren angestoßenen Entwicklungen fortführen – mit klaren Strukturen im Nachwuchs und mehr Individualisierung im Spitzenbereich.

„Christophs Weggang ist für uns natürlich ein großer Verlust“, sagt Paul Becker. „Er hat mir in den vergangenen zwei Jahren extrem geholfen und war für mich eine Art Mentor. Gleichzeitig ist klar: Wir haben unterschiedliche Profile. Ich kann und werde den Job nicht genauso machen wie er.“ Der 35-Jährige will seine neue Rolle deshalb bewusst anders ausfüllen. Während im Nachwuchsbereich klare Strukturen und gemeinsame Leitlinien im Mittelpunkt stehen sollen, setzt er im Spitzenbereich stärker auf individuelle Lösungen für die Teams.

„Im Nachwuchs geht es darum, ein klares System zu schaffen – mit transparenten Regeln und einer hohen Ausbildungsqualität“, erklärt Paul Becker. „Gleichzeitig sollen sich die Athletinnen und Athleten immer über Leistung durchsetzen. Es darf keine Käseglocke über Talenten geben.“ In den vergangenen Jahren habe sich im deutschen Beach-Volleyball-Nachwuchs bereits viel entwickelt. Mehrere deutsche Teams konnten bei Europa- und Weltmeisterschaften Medaillen gewinnen.

Diese Entwicklung will der neue Chef-Bundestrainer weiter vorantreiben. „Wir müssen die wenigen extremen Talente, die wir haben, bestmöglich fördern – aber sie auch früh an Leistung messen“, sagt er. „Der Weg nach oben führt über Wettbewerb.“ Die Nachwuchsarbeit liegt Paul Becker sehr am Herzen, daher wird er zunächst auch weiterhin in Teilen im Nachwuchsbereich aktiv bleiben und dort eng mit dem Trainerteam zusammenarbeiten.

Im Spitzenbereich sieht Paul Becker seine Rolle künftig stärker als koordinierend und unterstützend. Die Verantwortung für die sportliche Entwicklung der Teams soll vor allem bei den jeweiligen Trainerinnen und Trainern liegen. „Ich sehe mich im Erwachsenenbereich eher als Manager des Systems“, sagt der ehemalige Profi-Spieler, der sich bei einem Top-Team aber auch aktiv im Sand einbringen wird „Die Verantwortung für die Performance liegt bei den Trainern der Teams. Meine Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie bestmöglich arbeiten können.“

Ein besonderes Anliegen ist Paul Becker außerdem die Entwicklung von Trainerinnen und Trainern. Dabei setzt er bewusst auf junge deutsche Coaches. „Wir brauchen Trainerpersönlichkeiten, die wir früh an uns binden und langfristig entwickeln“, sagt er. „Viele meiner eigenen Entwicklungsschritte waren möglich, weil erfahrene Trainer früh an mich geglaubt haben. Genau solche Mentoring-Strukturen wollen wir auch künftig stärken.“

Ein weiteres Ziel ist es, Entscheidungen im Leistungssport transparenter zu machen. Klare Kriterien sollen künftig noch stärker im Mittelpunkt stehen – etwa bei Qualifikationen oder Nominierungen. „Leistung muss im Zentrum stehen“, sagt Paul Becker. „Wenn jemand Ergebnisse liefert, soll das auch unmittelbar Auswirkungen auf seine Möglichkeiten haben. Gleichzeitig müssen wir als Verband offen kommunizieren, wie Entscheidungen zustande kommen.“

Auch organisatorisch stellt sich Paul Becker auf seine neue Aufgabe ein: Im Mai zieht er nach Hamburg, um am Bundesstützpunkt präsent zu sein. „Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit unserem Trainerteam den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“, so der 35-Jährige. Christoph Dieckmann wird dem Verband weiterhin beratend zur Seite stehen. „Durch seine Erfahrung auf absolutem Top-Niveau, seine klare Vorstellung vom Anforderungsniveau und von Entwicklung sowie seine internationale Vernetzung machen Christoph in seiner beratenden Rolle extrem wertvoll für uns", sagt Paul Becker.