DVV stellt sich im Nachwuchs mit Bundesstützpunktreform neu auf
„Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen Weltstandard erreichen. Das bedeutet Ausbildung auf internationalem Spitzenniveau, professionellere Strukturen und eine engere Verzahnung mit unseren Nationalmannschaften“, sagt DVV-Vorstand Sport Jaromir Zachrich. „Uns ist dabei bewusst: Weltstandard entsteht nicht über Nacht – diese Reform ist ein langfristiger Entwicklungsprozess.“
Die bisherige Struktur basiert auf vielen engagierten Standorten, stößt jedoch angesichts begrenzter finanzieller Mittel und Trainerkapazitäten an ihre Grenzen. Gerade im Nachwuchsbereich hat sich die Lücke zur internationalen Spitze vergrößert. Künftig setzt der DVV daher stärker auf Qualität statt Quantität und bündelt die Eliteförderung an ausgewählten Standorten, um dort optimale Rahmenbedingungen für die Top-Talente zu schaffen. Diese Konzentration bedeutet keine Abwertung bestehender Standorte. Vielmehr bleiben sie ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems und tragen weiterhin zur Breite und Durchlässigkeit im deutschen Volleyball bei.
„Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit unseren Standorten“, betont Zachrich. „Man sieht bereits jetzt: An vielen Bundesstützpunkten hat sich viel bewegt, an einigen sogar sehr viel. Dieses Engagement ist eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte.“
Ein zentraler Baustein der Reform ist die deutliche Verbesserung der Trainings- und Betreuungsqualität. Dazu zählen ein spürbar verbesserter Betreuungsschlüssel, der eine individuellere Förderung ermöglicht, sowie der Ausbau sportwissenschaftlicher und medizinischer Strukturen.
Strukturell setzt der DVV auf Rollenklarheit in einem flächendeckenden System aus Bundesstützpunkten. Im Frauenbereich arbeitet der DVV weiterhin mit den Standorten Dresden, Schwerin, Münster und Stuttgart. Bei den Männern mit Berlin, Frankfurt und Friedrichshafen, ergänzt durch den herausgehobenen Förderstandort München. Im Beach-Volleyball bilden Hamburg, Berlin und Stuttgart das zentrale Fördersystem. Entscheidend ist dabei die gezielte Steuerung der Talententwicklung: Top-Talente werden früh identifiziert und systematisch an die jeweils passenden Bundesstützpunkte herangeführt.
Im Beachvolleyball wird die erfolgreiche Zentralisierung weiterentwickelt. „Gerade im Beachvolleyball sehen wir, dass das internationale Leistungsalter sinkt. Darauf reagieren wir mit einer früheren und gezielteren Förderung unserer größten Talente“, so Zachrich.
Die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen DVV und Standorten bilden künftig verbindliche Kooperationsvereinbarungen. Sie regeln einheitliche Qualitätsstandards, die sportliche Steuerung sowie die Ausbildungsinhalte und sorgen erstmals für eine gemeinsame Systematik über alle Bundesstützpunkte hinweg. Parallel investiert der DVV in die Weiterentwicklung der Trainerausbildung, zusätzliche Stellen und die individuelle Förderung von Top-Talenten.
Mit der Reform schafft der DVV die Basis für eine moderne und leistungsfähige Talentförderung. „Wenn es uns gelingt, unsere Kräfte zu bündeln, klare Qualitätsstandards zu etablieren und die Zusammenarbeit weiter zu stärken, schaffen wir die Grundlage für nachhaltigen internationalen Erfolg“, sagt Zachrich. „Wir sind auf einem guten Weg – aber noch nicht am Ziel.“