VNL: Aufholjagd wird nicht belohnt – DVV-Frauen unterliegen der Ukraine knapp

VNL: Aufholjagd wird nicht belohnt – DVV-Frauen unterliegen der Ukraine knapp Foto: volleyballworld Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Kanada haben die deutschen Volleyballerinnen in der Volleyball Nations League (VNL) eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Gegen VNL-Neuling Ukraine unterlag das Team von Bundestrainer Giulio Bregoli nach einer starken Aufholjagd mit 2:3 (21:25, 28:30, 25:14, 25:19, 13:15). Am Sonntag stehen die letzten beiden Partien der ersten Woche gegen Japan und die USA an.

Einen Tag nach dem überzeugenden Sieg gegen Kanada fanden die DVV-Frauen zunächst nicht ins Spiel. In Annahme und Abwehr fehlte die Stabilität, während die Ukraine deutlich stärker auftrat als bei ihrer Auftaktniederlage gegen die USA. Besonders schmerzhaft verlief der zweite Satz: Deutschland verspielte eine klare Führung und zwei Satzbälle, sodass die Ukrainerinnen mit 2:0 in Führung gingen.

Die deutsche Mannschaft zeigte jedoch eine starke Reaktion. Angeführt von Camilla Weitzel, Leana Grozer und Emilia Weske dominierte sie die Sätze drei und vier deutlich und erzwang den Tiebreak. Dort entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell, in dem die Ukraine in den entscheidenden Momenten die besseren Antworten fand und ihren ersten VNL-Sieg perfekt machte.

Deutschland verbuchte insgesamt elf Blockpunkte und acht Asse, leistete sich jedoch auch 26 Eigenfehler. Beste Scorerinnen waren Leana Grozer mit 22 Punkten und Emilia Weske mit 21 Zählern. Kapitänin Camilla Weitzel überzeugte mit 18 Punkten, darunter sechs direkte Blockpunkte.

Stimmen zum Spiel

Emilia Weske: „Die Ukraine hat mit unglaublich viel Energie und Leidenschaft gespielt. Darauf waren wir nicht gut genug vorbereitet und sind zu Beginn etwas überrollt worden. Trotzdem haben wir uns zurückgekämpft und alles versucht, das Spiel noch zu drehen. Es tut jetzt natürlich weh, aber wir können viel aus dieser Niederlage lernen. Wenn wir den zweiten Satz gewonnen hätten, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen.“

Bundestrainer Giulio Bregoli: „Natürlich sind wir mit unserer Leistung heute nicht zufrieden. Die Ukraine hat sehr gut gespielt und verdient gewonnen. Wir waren im Aufschlag nicht aggressiv genug und haben ihnen dadurch zu viele Möglichkeiten gegeben. Positiv ist, dass wir nach dem 0:2-Rückstand zurückgekommen sind und Charakter gezeigt haben. Wenn wir als Team den nächsten Schritt machen wollen, müssen wir lernen, solche Spiele auch für uns zu entscheiden.“

Spielbericht

Bregoli wechselte im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Kanada seine Startaufstellung nur auf der Außenposition: Romy Jatzko startete für Lina Alsmeier, zudem spielten Sarah Straube, Emilia Weske, Leana Grozer, Monique Strubbe, Camilla Weitzel sowie Annie Cesar von Beginn an. Die DVV-Frauen verschliefen jedoch etwas den Start und lagen direkt mit 1:5 hinten, ehe Weske den Lauf der Ukrainerinnen durchbrach. Straube ergriff selbst die Initiative und punktete mit einem zweiten Ball. Mit einem Pipe-Angriff von Grozer und einem Block von Jatzko glichen die Deutschen umgehend wieder aus (5:5) – im Spiel waren sie aber immer noch nicht. Mit zwei Assen zogen die Ukrainerinnen direkt wieder auf 6:9 davon. Die DVV-Frauen hatten keinen Zugriff im Block, wackelten in der Annahme und waren nicht konsequent genug im Angriff. Und so wuchs der Rückstand auf 9:15. Stautz kam für Grozer, servierte direkt ein Ass und wehrte anschließend stark ab, sodass Weitzel im Angriff punkten konnte. Mit einem weiteren Punkt brachte die Kapitänin ihr Team wieder auf zwei Punkte heran (14:16). Die Ukrainerinnen spielten fokussiert und druckvoll und erhöhten direkt wieder auf 15:19. Nach drei Fehlern der Ukrainerinnen – den einzigen im gesamten ersten Satz – war Deutschland plötzlich wieder auf einen Punkt dran (18:19). Die DVV-Frauen blieben zwar bis zum 20:21 dran, doch sie taten sich weiterhin schwer, während die Ukrainerinnen auch noch Glück mit einem Netzroller-Ass hatten. Letztlich nutzte der VNL-Neuling den zweiten Satzball zur verdienten 1:0-Führung.

Im zweiten Durchgang schalteten die DVV-Frauen einen Gang höher. Strubbe und Grozer servierten stark, zudem stand der Block um Weitzel gut. Diesmal war es der ukrainische Coach, der beim 7:2 bereits früh seine Auszeit nahm. Weitzel packte erneut im Block zu und Grozer punktete aus dem Hinterfeld zur 9:3-Führung. Doch so richtig ließen sich die Ukrainerinnen nicht abschütteln. Nach einem Ass und einem Fehler von Grozer waren sie wieder auf drei Punkte dran (12:9). Alsmeier blieb aufmerksam und punktete zum 14:9, ehe die Ukrainerinnen wieder Glück mit einem Netzroller-Ass hatten (14:11). Strubbe erzielte noch das 17:12, dann schlichen sich ein paar Fehler ein, sodass Bregoli beim 17:15 seine Auszeit nahm. Die Deutschen ließen jedoch weitere Chancen liegen und so kam die Ukraine auf einen Punkt heran (19:18). Bregoli brachte Antonia Stautz, Hannah Kohn und Mia Kirchhoff. Nach einem unglücklichem Blocktouch gelang den Ukrainerinnen der 22:22-Ausgleich und kurz darauf hatten sie auch Satzball, den Weske zunächst abwehrte. Den zweiten Satzball wehrte Grozer ab und sorgte anschließend mit einem Block für den ersten Satzball der Deutschen. Die junge Außenangreiferin hatte beim 28:27 die Chance auf den Satzausgleich, doch ihr Angriff landete im Aus. Auch den vierten Satzball hatten die Deutschen nach einer wackeligen Annahme vermeintlich abgewehrt, doch die Challenge zeigte, dass Straube beim Zuspiel übergegriffen hatte und der Satz somit an die Ukraine ging.

Der dritte Durchgang begann zunächst ausgeglichen (6:6). Für Deutschland punkteten in dieser Phase vor allem Grozer und Weitzel. Mit zwei Punkten von Weske setzten sich die DVV-Frauen erstmals leicht ab (9:6). Cesar passte in der Blocksicherung zweimal gut auf, sodass Weske zum 11:7 verwandeln konnte. Alsmeier war am Netz aufmerksam, dann trat Strubbe beim 12:9 an die Aufschlaglinie und bereitete mit starken Aufschlägen sechs Breaks vor. In dieser Phase war es vor allem Kapitänin Weitzel, die voran ging und im Angriff und Block punktete (18:9). Die eingewechselte Stautz servierte ein Ass zum 22:12, die ebenfalls eingewechselte Jatzko versenkte ihren Angriff. Strubbe sorgte schließlich im dritten Anlauf für insgesamt elf Satzbälle. Beim ersten landete Weitzels Aufschlag noch im Netz, dann verwandelte Jatzko mit einem cleveren Tip zum 1:2.

Nun hatten die Deutschen das Spiel im Griff. Grozer verteidigte stark und Weske verwandelte zum 6:3. Die DVV-Frauen spielten nun druckvoll und konzentriert und bauten den Vorsprung weiter aus (14:8). Weitzel war im Block nicht zu überwinden und servierte ein Ass (16:9). Die Ukrainerinnen bäumten sich nochmal kurz auf, sodass Bregoli beim 17:14 seine Auszeit nahm. Doch der Block stand weiterhin gut und die Angreiferinnen punkteten verlässlich (21:14). Doch in der Schlussphase wurden die Deutschen etwas nachlässig. Letztlich brauchte ein Fehler der Ukrainerinnen, aufgedeckt durch die Challenge, fünf Satzbälle. Den zweiten verwandelte Alsmeier und erzwang so den Tiebreak.

Die Deutschen wollten nun unbedingt den Sieg und kämpften weiterhin um jeden Ball. Doch auch die Ukraine gab alles für ihren ersten VNL-Sieg (5:6). Alsmeier versuchte voranzugehen und punktete zweifach zum 8:7. Es ging hin und her, Straube suchte vermehrt Weske, doch die scheiterte am Block (10:11). Insgesamt hatten die deutschen Angriffe ihre Effektivität verloren. Zwar stand der Block gut, doch die Ukrainerinnen warne an allen Bällen noch dran (11:13). Bregoli brauchte Stautz, Schölzel und Kohn, die direkt ein Ass zum 13:13-Ausgleich servierte. Schölzel scheiterte jedoch im Block und bescherte so den Ukrainerinnen den ersten Matchball. Nach einem langen Ballwechsel war es erneut der ukrainische Block, der gegen Grozer zupackte und den ersten Sieg der Ukraine in der VNL besiegelte.

Spielplan VNL Woche 1

Donnerstag, 4. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Kanada

Livestream beim volleyballworld.tv

Donnerstag, 4. Juni, 22:30 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Ukraine

ZDF Livestream

Sonntag, 7. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Japan

Livestream beim volleyballworld.tv

Sonntag, 7. Juni, 20:30 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. USA

ZDF Livestream