PotAS- Abschlussbericht für den olympischen Sommersport veröffentlicht – DVV mit erfolgreicher Platzierung und guten Aussichten für Paris 2024

Logo DVV Logo DVV Nach Ende der Olympischen Sommerspiele von Tokio hat die PotAS-Kommission den Abschlussbericht für die olympischen Sommersportverbände vorgelegt. Das Potenzialanalysesystem (PotAS) ist Kernelement der Förderreform im Leistungssport, an deren Ende ein effizienterer Einsatz der Geldmittel stehen soll.

Mit dem Abschlussbericht hat die PotAS-Kommission den Auftraggebern Bundesinnen-ministerium (BMI) und Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) ein Instrument zur potenzialorientierten Spitzensportförderung und zum Qualitätsmanagement der Verbände zur Verfügung gestellt. Bereits am 21. September wird die Potenzialanalyse Basis für Verhandlungen des BMI und des DOSB mit den Sommersportverbänden über Zuschüsse von 38 Millionen Euro sein.

Der Deutsche Volleyball-Verband kann einen bemerkenswerten 8.Platz (PotAS-Wert 72,53%) unter allen 26 Verbänden vorweisen und ist zweitbeste Teamsportart hinter dem Deutschen Hockey-Bund. Im Beach-, speziell aber im Hallen-Volleyball, blieben die großen Erfolge in den letzten zwei Jahren zwar aus, weshalb die Attribute „Erfolg“ (Erfolgswert 24,76%) eher durchschnittlich ausfielen, dafür konnte der DVV in den Attributen Potenzial (Potenzial und Entwicklungswert: 97,22%) und Struktur (Strukturwert 84,83%) überdurchschnittlich punkten. Das Ergebnis der PotAS-Analyse hat direkte Auswirkungen auf die Finanzierung der Jahresplanungen bis Paris 2024, den nächsten olympischen Sommerspielen.

DVV-Sportdirektor Christian Dünnes: "Das Ergebnis des Abschlussberichtes der PotAS-Kommission ist ein großer Erfolg, der uns in der Finanzierung des Leistungssportbereichs, im Hallen- und Beach-Volleyball, im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich, für den angebrochenen Olympiazyklus helfen wird. Der Grundstein für das gute Abschneiden wurde im Jahr 2019 in den Struktur-Attributen gelegt. Bei deren Bearbeitung haben alle Mitarbeiter des DVV,  Leistungssportpersonal und Mitarbeiter der Geschäftsstelle mitgeholfen. Ihnen gebührt großer Dank für die hervorragende Arbeit."

Detaillierte Informationen zur Rangfolge der Spitzenverbände und ihrer Disziplinen im PotAS-Abschlussbericht für den Sommersport 2019-2021 auf der Homepage der PotAS-Kommission.

PotAS-Werte

Volleyball-Verband 72,53%

  • Beach-Volleyball Frauen 75,61%
  • Beach-Volleyball Männer 77,54%
  • Volleyball Frauen 68,87%
  • Volleyball Männer 68,09%

Subanalyse: Erfolg

Deutscher Volleyball-Verband 24,76%

  • Beach-Volleyball Frauen 32,14%
  • Beach-Volleyball Männer 39,38%
  • Volleyball Frauen 14,38%
  • Volleyball Männer 13,13%

Subanalyse: Kaderpotenzial und Leistungsentwicklung

Deutscher Volleyball-Verband 97,22%

  • Beach-Volleyball Frauen 100%
  • Beach-Volleyball Männer 100%
  • Volleyball Frauen 94,44%
  • Volleyball Männer 94,44%

Subanalyse: Struktur

Deutscher Volleyball-Verband 84,83%

  • Beach-Volleyball Frauen 85,47%
  • Beach-Volleyball Männer 85,47%
  • Volleyball Frauen 84,70%
  • Volleyball Männer 83,68%

 

Pandemiebedingte Anpassungen

Während in dem im November 2019 veröffentlichten Zwischenbericht ausschließlich die Attribute 5 bis 13 (Verbandstrukturen und Leistungsentwicklung) bewertet wurden, ergänzen die Attribute 1-3 (vorolympische Erfolge, Qualifikation für die Olympischen Spiele, olympische Erfolge) von Tokio sowie das Attribut 4 (Kaderpotenzial) die Auswertung der PotAS-Kommission im Abschlussbericht.

Durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den olympischen Spitzensport hatten die AthletInnen bei der Leistungserbringung für die beiden Erfolgsattribute Qualifikation für die Olympischen Spiele und Olympische Erfolge mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Daher wurde nach Rücksprache mit den Auftraggebern BMI und DOSB die Gewichtung des Hauptattributs Vorolympische Erfolge (u.a. Welt- und Europameisterschaften), das als einziges Erfolgsattribut nicht von der Pandemie betroffen war, erhöht.

Die PotAS-Kommission

Die PotAS-Kommission wurde am 8. Mai 2017 durch den damaligen Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziére berufen. Ihre zentrale Aufgabe ist es, im Rahmen des 2016 von BMI und DOSB gemeinsam verabschiedeten Eckpunktepapiers „Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“ die Potenziale der olympischen Spitzenverbände zu evaluieren.

Die PotAS-Kommission setzt sich aus Expert*innen aus Sportwissenschaft und Sportpraxis zusammen. Sie besteht aus dem Vorsitzenden, Prof. Dr. Urs Granacher, Leiter der Professur für Trainings- und Bewegungswissenschaft an der Universität Potsdam, sowie vier ordentlichen und vier stellvertretenden Mitgliedern. Die vier ordentlichen Mitglieder setzen sich aus Dr. Mirjam Rebel (BISp), Reinhard Wendt, Prof. Dr. Dirk Büsch (Universität Oldenburg) und Britta Heidemann (DOSB) zusammen. Ihre jeweiligen Stellvertreter sind Prof. Dr. Carmen Borggrefe (Universität Stuttgart), Jörg Ziegler, Prof. Dr. Karen Zentgraf (Universität Frankfurt) und Uschi Schmitz (DOSB). Unterstützt wird die PotAS-Kommission in ihrer Arbeit von einem fünfköpfigen Team in der Geschäftsstelle unter Leitung von Daniela Hannemann.

Um das Potenzial der Spitzenverbände möglichst objektiv und transparent zu untersuchen, hat die PotAS-Kommission ein Attributesystem entwickelt. Dieses orientiert sich an aktuellen sportfachlichen und sportwissenschaftlichen Standards und wird seit seiner ersten Anwendung für die olympischen Wintersportverbände 2018 stetig weiterentwickelt. Dazu ist die PotAS-Kommission in engem Austausch mit den Auftraggebern der Kommission, BMI und DOSB sowie den Spitzenverbänden.

Das Attributesystem beschäftigt sich mit Faktoren, die für eine perspektivische Leistungserbringung („4-8 Jahre zum Podium“) und zur Gewährleistung eines humanen, werteorientierten und gesundheitlich unbedenklichen Leistungssports in den olympischen Disziplinen bzw. Disziplingruppen relevant sind. Medaillen und Karriereverläufe individueller Athletinnen und Athleten werden durch die PotAS-Kommission ausdrücklich nicht prognostiziert. Die Ergebnisse der Bewertung fließen als Grundlage in die Strukturgespräche und Förderentscheide ein. Weitere Informationen unter http://www.potas.de.

Ergebnisse der Leistungssport-Analyse (PotAS-Wert in Prozent)

  1. Deutscher Leichtathletik-Verband (80,73)
  2. Deutscher Tischtennis-Bund (80,40)
  3. Deutsche Reiterliche Vereinigung (79,40)
  4. Deutscher Kanu-Verband (78,70)
  5. Deutsche Triathlon Union (76,94)
  6. Deutscher Hockey-Bund (73,72)
  7. Deutscher Schützenbund (73,55)
  8. Deutscher Volleyball-Verband (72,53)
  9. Deutscher Segler-Verband (71,40)
  10. Deutscher Schwimm-Verband (70,45)
  11. Deutscher Handballbund (70,07)
  12. Bundesverband Deutscher Gewichtheber (69,84)
  13. Deutscher Verband für Modernen Fünfkampf (69,21)
  14. Deutscher Judo-Bund (67,82)
  15. Deutscher Badminton-Verband (65,05)
  16. Deutscher Tennis Bund (62,95)
  17. Deutscher Ringer-Bund (62,63)
  18. Deutscher Ruderverband (60,31)
  19. Bund Deutscher Radfahrer (60,22)
  20. Deutscher Boxsport-Verband (60,02)
  21. Deutscher Rugby-Verband (57,90)
  22. Deutscher Golf Verband (55,64)
  23. Deutscher Turner-Bund (54,78)
  24. Deutsche Taekwondo Union (54,73)
  25. Deutscher Fechter-Bund (54,37)
  26. Deutscher Basketball Bund (46,94)

Quelle: PotAS

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