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Volleyball Talk

DVV-Männer "AUF DEM WEG NACH JAPAN": 2:3-Auftaktniederlage in der EM-Qualifikation gegen Bulgarien!

Die DVV-Männer haben das Auftaktspiel zur EM-Qualifikation verloren: Vor 2.225 Zuschauern in Münster unterlag die deutsche Mannschaft Bulgarien mit 2:3 (17-25, 25-21, 17-25, 28-26, 9-15). Der Hauptunterschied zwischen den beiden Teams an diesem Abend war der Bereich Aufschlag-Annahme. Während die Deutschen drei direkte Aufschlagpunkte erzielten, waren es auf bulgarischer Seite 15 (!). Punktbeste Spieler waren Marcus Popp und Jochen Schöps (je 14 Punkte) auf deutscher Seite und Matey Kazyiski (22) und Vladimir Nikolov (20) für die Bulgaren. Viel Zeit zum Grübeln bleibt der deutschen Mannschaft nicht, denn am 2. Juni (19.30 Uhr) steht in Oldenburg das nächste Spiel gegen Lettland an. Die Letten gewannen ihr Auftaktspiel gegen Rumänien, die vierte Mannschaft in der Gruppe, 3:1. Der Erstplatzierte qualifiziert sich für die EM-Endrunde 2007 in Russland, der Zweite bestreitet Play-off Spiele gegen den Qualifikations-Zweiten der Gruppe B, mit der Tschechischen Republik, Slowakei, Ungarn und Dänemark.

Foto Martin Weygardt: Christian Pampel im Angriff gegen den bulgarischen Doppelblock.

1. Satz

Bundestrainer Stelian Moculescu begann mit folgender Aufstellung: Frank Dehne im Zuspiel, Ralph Bergmann und Norbert Walter im Mittelblock, Björn Andrae und Marcus Popp im Außenangriff, Christian Pampel auf der Diagonalposition und Eugen Bakumovski als Libero. Zuspieler Simon Tischer musste aufgrund einer am Morgen zugezogenen Rückenverletzung zunächst mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen.

Sein Gegenüber Martin Stoev schickte aufs Parkett. Evgeni Ivanov, Hristo Tsvetanov, Andrei Zhekov, Matey Kaziyski, Vladimir Nikolov, Plamen Konstantinov, Teodor Salparov

Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel: Nach einem Annahmefehler von Andrae, egalisierte Pampel per direktem Aufschlagpunkt (3-3). Nachdem beide Mannschaften aus ihrer Annahme sicher punkteten, sorgte Walter per Schnellangriff für die erste deutsche 2-Punkte-Führung (8-6). Doch dann drehten die Bulgaren mächtig auf, namentlich Kazyiski. Der 21-jährige Super-Star von Moskau servierte mehrere Asse in Folge und drehte den Spielstand mehr als um (13-19). Die deutsche Annahme um "Not-Libero" Bakumovski, der für den aus privaten Gründen fehlenden Till Lieber als freier Mann agierte, geriet in dieser Phase mächtig ins Schwimmen. Symptomatisch für den ersten Durchgang, dass Konstantinov per Ass vollendete (17-25).

2. Satz

Der bis dahin etwas eingeschüchterten deutschen Mannschaft gelang auch zu Beginn des zweiten Satzes nicht allzu viel: Dehnes Zuspielen fehlte es etwas an Präzision, die Angreifer konnten dies nicht ausgleichen. Nach einem Angriff von Andrae in den bulgarischen Block reagierte Bundestrainer Stelian Moculescu und brachte Simon Tischer für Dehne (7-11). Der war aufgrund seiner Rückenverletzung nicht von Beginn am im Spiel, fügte sich aber gleich mit guten Aktionen ein. Doch die Bulgaren blieben vorne (12-15), dann griff Münsters Publikum ein: Alle Zuschauer erhoben sich von den Plätzen, und plötzlich lief es bei der DVV-Auswahl. Tischer blockte Super-Star Kazyiski, Andrae besorgte mit einem feinen "Roller" über den hohen Block die Führung (19-18). Nach zwei Zuspielfehlern auf bulgarischer Seite wurde die Führung weiter ausgebaut, der für Walter eingewechselte Siebeck setzte sie bulgarische Annahme weiter mit kurzen Sprungaufschlägen unter Druck. Schließlich war es Popp, der mit einem Trickschlag über den gegnerischen Block für den Satzausgleich sorgte (25-21).

Foto
Foto Martin Weygardt: Frank Dehne und Norbert Walter im Zusammenspiel.

3. Satz

Moculescu beließ natürlich die gleichen Spieler auf dem Feld, doch leider lieferten sie nicht die gleiche Leistung ab. Vor allem im Aufschlag funktionierte nicht mehr viel, serienweise flogen die deutschen Aufschläge ins Netz oder aus, sodass sich die Bulgaren frühzeitig absetzen konnten (4-8). Denn ihre Aufschläge flogen mit gleich hohem Risiko, aber deutlich höherer Quote über das Netz und setzten den deutschen Annahmeriegel gehörig unter Druck. Moculescu wechselte mit Georg Wiebel (für Walter) und Jochen Schöps (für Pampel) frische Leute ein, doch diese konnten dem Ganzen keine Wende geben, im Gegenteil: Die Bulgaren setzten sich weiter ab und hatten beim 15-24 mehrere Satzbälle. Zwei konnten die deutschen Volleyballer abwehren, doch der dritte brachte den Bulgaren den Satz und die 1:2-Satzführung (17-25).

4. Satz

Wiebel und Schöps blieben auf dem Feld, und vor allem der Friedrichshafener sorgte im Zusammenspiel mit seinem Vereins-Zuspieler Tischer für eine Belebung des deutschen Spiels. Schöps punktete im Angriff und sorgte auch mit seinem Aufschlag für Punkte. Nach einer Finte von Tischer hieß es 9-7 aus deutscher Sicht, doch starke Aufschläge der Bulgaren brachten Andrae und Popp in Verlegenheit und die Bulgaren in Führung (13-15). Doch Tischer, dem man die Verletzung nicht anmerkte, war gleich an drei Blockpunkten in Folge beteiligt, die das Spiel kippten (17-15). Der Vorsprung hielt und wurde gar etwas ausgebaut (21-18), doch die Bulgaren glichen nach einem Block gegen Schöps erneut aus (22-22). Bergmann war es, der per Schnellangriff den ersten Satzball besorgte, doch dieser wie drei weitere wurden jeweils vom Gegner abgewehrt. Moculescu wechselte den 2,12 Meter großen Robert Kromm für Andrae zum Block ein, und der "Lange" bedankte sich mit einem famosen Diagonalangriff zum Satzausgleich (28-26).

5. Satz

Nach einem "Monsterblock" von Tischer, der insgesamt fünf Bälle im Spiel blockte und mit dieser Quote erfolgreichster Spieler auf dem Feld war, ging die deutsche Mannschaft unter dem Jubel der stehenden Zuschauer 2-1 in Führung. Doch die Bulgaren schlugen - wie in den Sätzen zuvor - gnadenlos mit ihren Aufschlägen zurück. Dieses Mal war es Nikolov, der vom 4-4 auf 4-8 servierte. Als auch noch Konstantinov mit der ersten Ballberührung erfolgreich war, war die Entscheidung gefallen (5-12). Beim Stand von 9-14 schickte Moculescu Pampel für Bergmann zum Aufschlag, und der setzte seinen Service mit viel Risiko knapp hinter die Grundlinie (9-15).

Stimmen zum Spiel

Stelian Moclescu: "Der Komplex Aufschlag-Annahme war entscheidend, da waren die Bulgaren besser. Es hat uns viel Energie und Kraft gekostet, die ständigen Rückstände aufzuholen. Ich bedanke mich bei Simon Tischer, der trotz seiner Rückenprobleme gespielt hat, und dies auch noch gut."

Jochen Schöps: "Wir haben schwer ins Spiel gefunden. Bulgarien hat sehr gut aufgeschlagen. Schade, dass wir verloren haben, aber abgerechnet wird am Ende."

Martin Stoev (Trainer Bulgarien): "Es war ein gutes Spiel für das Publikum, aber beide Teams haben nicht das gezeigt, was sie können. Wahrscheinlich, weil es das erste offizielle Spiel war. Beide Teams sind favorisiert in der Gruppe, und ich glaube, dass sich beide Mannschaften für die EM qualifizieren."

Plamen Konstantinov (Kapitän Bulgarien): "Wir wussten, dass es schwer wird, aber das wichtigste ist, dass wir einen Weg gefunden haben, zu gewinnen. Nun haben wir die große Chance, die Gruppe zu gewinnen, da das letzte Spiel gegen Deutschland in Varna ist."



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