
Foto Conny Kurth: Da ist es, das begehrte Peking-Ticket.
Die DVV-Männer haben sich ihren Traum von der Olympia-Teilnahme erfüllt: Die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu setzte sich bei der Olympia-Qualifikation in Düsseldorf im letzten Turnierspiel vor 4.830 Zuschauern gegen Europameister Spanien mit 3:2 (25-23, 25-23, 23-25, 22-25, 15-10) durch und blieb somit in allen drei Begegnungen ohne Niederlage. Damit nimmt nach 36 Jahren erstmals wieder eine deutsche Männer-Nationalmannschaft am wichtigsten sportlichen Wettbewerb teil. Die Spieler erhielten ein überdimensionales „Peking-Ticket“, und jubelten in T-Shirts mit dem Aufdruck „Erst Düsseldorf – jetzt Peking“. Punktbeste Spieler waren bei Deutschland Jochen Schöps (23), Marcus Popp (13) und Björn Andrae (je 10) sowie Manuel Sevillano (18) bei Spanien.
Startformation Deutschland: Simon Tischer, Jochen Schöps, Björn Andrae, Marcus Popp, Stefan Hübner, Ralph Bergmann, Markus Steuerwald
Startformation Spanien: Miguel Falasca, Iban Perez, Enrique de la Fuente, Israel Rodriguez, Jose Molto, Julian Garcia-Torres, Alexis Valido
Die deutsche Mannschaft fand perfekt in die Partie und lag nach guten Aktionen mit 9-5 in Führung. Doch wie im Spiel gegen Kuba sorgte eine Serie der Spanier für den Ausgleich, später geriet das DVV-Team gar mit drei Punkten in Rückstand. Erneut wechselte Moculescu mit Frank Dehne seinen zweiten Zuspieler für Tischer ein, und erneut zeigte diese Maßnahme Wirkung. Deutschland gewann sowohl den ersten als auch zweiten Satz – ohne zu glänzen – aber mit unbändigem Kampfeswillen. Doch wer geglaubt hatte, die Spanier würden sich – da ohne Qualifikationschance – ergeben, sah sich getäuscht: Der eingewechselte Sevillano war es vor allem, der mit Angriffen über die Position vier der deutschen Mannschaft zu schaffen machte. Und ein weiterer Aspekt veränderte das Spiel: Spanien servierte nun fast ausschließlich im Sprung-Flatteraufschlag, eine Maßnahme, die dem deutschen Annahmeriegel um den hervorragend spielenden Markus Steuerwald nicht so richtig schmeckte. Der fünfte Satz musste über die Peking-Teilnahme entscheiden, und das DVV-Team erwischte einen perfekten Start, lag vom ersten Ball an in Führung. Ein Ass von Kapitän Andrae sorgte für das komfortable 9-5, anschließend gelang es den Spaniern nicht mehr, die deutsche Mannschaft in Bedrängnis zu bringen. Schöps war es vorbehalten, mit seinem 23. Punkt das Peking-Ticket zu lösen.
Ausführlicher Spielbericht
1. Satz
Das Publikum, unter ihnen u.a. Hanball-Bundestrainer Heiner Brand, feiert das deutsche Team bereits beim Einschlagen mit rhythmischem Klatschen und Gesängen, ehe Schiedsrichter Guido Notaerts (BEL) das Spiel anpfeift. Schöps macht das 1-0, die Halle tobt, als wenn es das schon gewesen wäre. Andrae macht das 2-1, verzieht dann jedoch seinen Service, Perez, der überraschend für den etatmäßigen Diagonalangreifer Guillermo Falasca spiel, verschlägt ebenfalls. Hübner packt sich Perez im Block, Bergmann serviert ein Ass (5-2). Der deutsche Angriffsaufbau läuft bis dato perfekt, auch die gefürchteten spanischen Sprung-Flatteraufschläge werden entschärft (6-3). Popp wehrt einen Schnellangriff stark ab, Schöps nutzt die Punktchance, und es geht mit vier Zählern Vorsprung in die erste technische Auszeit (8-4). Andrae macht aus schwieriger Position mit Ur-Gewalt das 9-5, Schöps setzt seinen Angriff an die Antenne und Rodriguez schlägt ein Ass – Auszeit Deutschland (9-8). Rodriguez hämmert erneut einen Aufschlag über das Netz, doch Steuerwald pariert und Andrae punktet (10-8). Die Spanier sind jetzt besser in der Partie, Moltos Block gegen Schöps unterstreicht das (10-10), aber Popp hält per Rückraumangriff die Minimal-Führung. Dann erhöht das „Sprungwunder“ auf der Außenposition nochmals, leider vergibt Andrae die Punktchance im Anschluss (12-11). Molto, bester Blockspieler der EM 2007, packt sich erneut Schöps, anschließend holt Rodriguez die erste Führung für Spanien (13-14). Nach einem weiteren Zähler für Spanien wechselt Moculescu, Frank Dehne kommt für Tischer, doch Spaniens de la Fuente serviert ein Ass (13-16). Dehne bedient sensationell per Einhand-Zuspiel Schöps und der vollstreckt (14-16), Popp nutzt die Konfusion auf spanischer Seite zum wichtigen 15-17. Rodriguez setzt seinen Angriff ins Netz, nur noch ein Punkt Rückstand, ehe Garcia-Torres wieder auf Zähler erhöht (16-18). Ein Missverständnis zwischen Dehne/Popp lässt die Gäste wieder auf drei Punkte davon ziehen, Moculescu nimmt seine zweite Auszeit (17-20). Rodriguez und Dehne verziehen ihre Aufschläge, dann setzt der eingewechselte Suela seine Punktchance ins Netz (19-21). Bergmann macht gegen Molto die „Luke dicht“, nur noch ein Punkt Rückstand und Auszeit Spanien (20-21). Andrae setzt seinen Aufschlag hinter die Linie, Popp holt das Aufschlagrecht zurück. Mark Siebeck kommt für Bergmann zum Aufschlag, Robert Kromm für Popp zum Block (21-22). De la Fuente verzieht gegen den deutschen Dreierblock – Ausgleich und Auszeit Spanien (22-22). Das deutsche Team lässt den Ball nach einem Missverständnis ins Feld fallen, Moculescu tobt und bringt Bergmann zurück. Kromm macht den Ausgleich (23-23), Schöps holt den Satzball, nachdem Steuerwald zum wiederholten Mal in der Abwehr glänzt (24-23). Erneut funktioniert die deutsche Block- und Feldabwehr, Dehne passt zu Schöps und der drischt den Ball durch den spanischen Block – 1:0 (25-23).
2. Satz
Beide Teams starten mit den Stammformationen des ersten Satzes, lediglich Dehne bleibt für Tischer auf dem Feld. Deutschland geht nach einem Perez-Fehler 3-1 in Führung und baut diese nach zwei Angriffsfehlern von de la Fuente aus (5-1). Bei Spanien kommen Suela und Sevillano (für Perez und de la Fuente), Andrae verzieht aus dem Rückraum (5-3). Die Eingewechselten vergeben ihre Aufschläge, jedoch auch Schöps (7-5). Nach einem weiteren Fehler, Angriff von Rodriguez ins Netz, geht es mit drei Zählern Vorsprung in die technische Auszeit (8-5). Das Spiel ist in dieser Phase von Fehlern auf beiden Seiten geprägt, aber solange die deutsche Führung hält…(10-7). Molto verkürzt per Block gegen Schöps (Ball war zu weit außen), es heißt nur noch 11-10, dann gar Ausgleich, weil Steuerwald einen Suela-Aufschlag nicht parieren kann (11-11). Hübner hält das deutsche Team per Aufsteiger in Front (13-12), ein Molto-Angriff neben die Seitenlinie führt zum 14-12. Dann vergibt Popp die Punktchance, darauf Andrae (15-14). Als der Kapitän seinen nächsten Angriff in den Block setzt, heißt es Ausgleich, glücklicherweise prallt der Aufschlag von Falasca gegen die Netzkante (16-15). Das Spiel bleibt umkämpft, beide Mannschaften punkten aus der Annahme, Schöps macht das 18-17. Bergmann vollendet einen starken Andrae-Aufschlag zum 19-17, Jaaaa schreit das Publikum – Auszeit Spanien. Suela macht es Andrae nach, serviert stark, Dehne kann den Ball nicht mehr kontrolliert zuspielen – Ausgleich und Auszeit Deutschland (19-19). Schöps punktet zur Führung, Moculescu führt wieder den Doppelwechsel Siebeck/Kromm für Bergmann/Popp durch (20-19). Sevillano, der nicht spektakulär aber effektiv spielt, gleicht aus, ehe Hübner (gegen Molto) die Punktchance zunichte macht (21-20). Spanien geht in Führung, weil Kromm den spanischen Block mit einem Drückversuch verfehlt (21-22). Ganz wichtig: Dehne pflückt sich Rodriguez, nachdem zuvor der Ball nur über das Netz gerettet werden konnte, dann setzt Suela seinen Rückraumball weit neben die Linie. Führung zurück, Auszeit Spanien (23-22). Spanien gleich durch Garcia-Torres aus, dann holt Hübner per Aufsteiger den Satzball (24-23). Christian Pampel kommt zum Block für Andrae, aber der Block muss nicht eingreifen, Suela setzt seinen Angriff um Zentimeter neben die Seitenlinie (25-23). Es fehlt noch ein Satz!

Foto Conny Kurth: Stelian Moculescu und die ganze Halle waren aus dem Häuschen.
3. Satz
Die Teams machen in den Aufstellungen weiter, in denen sie aufgehört haben, Sevillano schlägt mit Glück Schöps an, Spanien liegt vorne (1-3). Schöps gleicht aus, er ignoriert einfach den gut postierten Doppelblock (3-3). Dann greifen sich Dehne/Hübner Außenangreifer Rodriguez, der den nicht perfekten Ball mit links angreifen muss, zur Führung (5-4), kurz darauf macht es der Spanier besser, Führungswechsel (5-6). Ein Annahmefehler von Popp führt zum 5-7, ehe Schöps den sechsten deutschen Punkt unnachahmlich aus dem Rückraum erzielt. Mit zwei Zählern Rückstand liegt die DVV-Auswahl bei der ersten technischen Auszeit hinten (6-8). Die Spanier versuchen es nun verstärkt mit Sprung-Flatteraufschlägen, Popp macht aus dem Rückraum den Anschlusspunkt (7-8). Dann „schenkt“ Sevillano der deutschen Mannschaft den Ausgleich – sein Angriff landet im Netz (9-9). Aber Schöps revanchiert sich mit einem (seltenen) Angriffsfehler, dann punktet Spanien nochmals (9-12). Die deutsche Annahme „wackelt gegen die Flatterbälle, Schöps setzt einen weiteren Angriff nach Notball ins aus. Kromm kommt für Popp, Schöps punktet per Lob und Rodriguez verzieht (11-13). Bergmann versenkt den Zwei-Meter-Schuss, Suela schlägt den Hinterfeldangriff hinter die deutsche Grundlinie (13-14). Kromm punktet aus nicht optimaler Lage, dann verschlägt Rodriguez nach einem langen Ballwechsel den Angriff – Ausgleich (15-15). Mit einem Zähler Rückstand geht es in die technische Auszeit, dann parieren die Spanier Dehnes Finte (15-17). Punktgarant Schöps sorgt für den Anschluss, Kromms guter Aufschlag setzt den spanischen gleich zweimal so unter Druck, dass Rodriguez beide Male weit verzieht, der dritte Punkt in Folge, Führung und Auszeit Spanien (18-17). Dehne vergibt die große Punktchance und scheitert am spanischen Block, Kapitän Andrae macht es besser (19-18). Ein Annahmefehler von Andrae dreht das Spiel erneut (19-20), dann hämmert der Kapitän seinen Angriff krachend ins Feld und schreit seine Freude heraus (20-20). Moculescu nimmt eine Auszeit, weil die nächsten beiden Zähler an den Gegner gehen: Dehne hatte seinen Aufschlag „versiebt“, Bergmann scheiterte am Block von Molto (20-22). Doch auch der nächste Punkt erhöht das Konto der Spanier, Moculescu nimmt sofort die zweite Auszeit (20-23). Schöps schlägt erfolgreich den spanischen Block an, dann packt Kromm im Einerblock gegen den eingewechselten Perez zu – Auszeit Spanien (22-23). Andrae vergibt seinen Service, Satzbälle Spanien, Schöps wehrt den ersten ab (23-24). Siebeck wird für Bergmann zum Aufschlag geschickt, Sevillano nutzt die Chance und macht den spanischen Satzgewinn perfekt (23-25).
4. Satz
Popp kehrt zurück aufs Feld. Fakt ist, dass die deutsche Mannschaft das Spiel gewinnen muss, denn bei einer Niederlage wäre Kuba nach Ballpunkten auf jeden Fall besser! Und der Start gelingt, Popp punktet aus dem Rückraum, Rodriguez setzt seinen Angriff ins Netz (2-0). Popp macht mit viel Glück (vom Block springt der Ball neben die Seitenlinie) das 4-2, Spanien legt nach (4-4). Nach Angriffsfehler Hübner sind die Spanier erstmals vorne (5-6), die der deutschen Annahme um Steuerwald große Probleme mit ihren Flatteraufgaben bereiten. Hübner gleicht mit einem Aufsteiger (hinter Dehne) aus, dann serviert „die Wade“ stark, Schöps holt aus dem Rückraum die Führung zurück (8-7). Dann trifft Rodriguez seinen Angriff überhaupt nicht, der Ball schlägt an der Bande ein (9-7). Bergmann erhöht auf 10-8 und ist auch für das 11-9 zuständig. Das deutsche Team muss um jeden Punkt kämpfen, vor allem die Annahmespieler sind jetzt gefordert. Andrae vergibt aus dem Rückraum, Ausgleich Spanien (11-11), dann ist der deutsche Dreierblock (Popp) zur Stelle (12-11). Wichtig: Molto setzt seinen Aufsteiger hinter die Grundlinie, die ganze Halle schreit den Ball ins aus (13-11). Erneut Ausgleich, weil Perez die Lücke im deutschen Block findet (13-13). Nach Block gegen Popp kommt Tischer für Dehne im Zuspiel (13-14) und bedient Hübner zum Ausgleich (14-14). Popp blockt Perez senkrecht runter (15-14), Rodriguez kontert per Diagonalangriff (15-16). Schöps schießt aus allen Lagen und trifft. Sein Hammer aus dem Rückraum schlägt zum 17-17 ein, dann funktioniert die deutsche Blockarbeit prächtig, und Rodriguez vergibt im dritten Versuch entnervt – Auszeit Spanien (18-17). Schöps macht das 19-17, nur noch sechs Punkte bis Peking, Suela kommt für Perez aufs Feld. Schöps hält per Rückraumangriff den Zwei-Punkte-Vorsprung (20-18), dann scheitert er am Dreierblock (20-20). Als die Spanier einen Ball sensationell retten und Sevillano durch den deutschen Block vollendet, heißt es Rückstand und Auszeit Deutschland (20-21). Popp misslingt ein Feldzuspiel (20-22), das Publikum skandiert „Deutschland, Deutschland“. Doch ausgerechnet jetzt patzt Schöps, Dehne kommt zurück (20-23). Kromm ist da für Popp (21-23), und der punktet nach sensationeller Abwehr von Steuerwald – Auszeit Spanien (22-23). Sevillano holt Satzbälle für Spanien (22-24), Moculescu nimmt nochmals eine Auszeit, doch es hilft nicht: Sevillano macht das 22-25.
5. Satz
Peking oder nicht, das ist die Frage? Gewinnt Deutschland den Satz, erfüllt es sich den Traum, verliert es, jubeln die zuschauenden Kubaner. Denn selbst ein 15-0 würde den Spaniern nicht mehr reichen… Dehne ist wieder auf der Zuspielposition, Popp macht das 1-0 gegen den Dreierblock. Dann verzieht Rodriguez bei einer (nicht guten) Punktchance (2-1), und Andrae hält den Minimal-Vorsprung (3-2). Rodriguez holt die spanische Führung, das deutsche Team hat Probleme mit seinen Aufschlägen, während die Spanier weiterhin nahezu nur im Flatteraufschlag agieren. Andrae gleicht per Longline-Angriff aus (4-4), ehe Perez ein technischer Fehler unterläuft (5-4). Schöps greift sich Rodriguez im Einerblock, Bergmann strahlt übers ganze Gesicht, und Trainer Mendez nimmt eine erste Auszeit (6-4). Molto setzt seinen Aufschlag hinter die Linie, Andraes Aufschlag ist Grundlage für das 8-5. Alle Zuschauer stehen und feuern das DVV-Team an. Andrae serviert ein Ass, endlich! „Das war Spitze“ skandiert das Publikum, angepeitscht von Hallensprecher Micky Wippermann (9-5). Falasca verzieht seinen Service, Siebeck kommt für Bergmann zum Aufschlag (10-6), doch Spanien verkürzt durch Garcia-Torres (10-7). Auch Rodriguez vergibt den ersten Ball, Kromm kommt für Popp zum Block (11-7), Spanien macht den achten Punkt. Schöps aus dem Rückraum (12-8), Moculescu und Co-Trainer Stewart Bernard peitschen die Zuschauer nach vorne – Auszeit Spanien. Popp ist zurück auf dem Feld (12-9), Suela verschlägt den Aufschlag (13-9). Pampel rückt für Hübner zum Aufschlag aufs Feld, Bergmann macht den Block zu Matchbällen, ach was zu Peking-Bällen (14-9). Pampel vergibt per Service, Hübner kommt zurück. Matchball Nummer zwei, Andrae nimmt an, dehne spielt zu, Andrae scheitert am Block. Wiederaufbau und Schöps hämmert den Ball ins Feld (15-10). Alle Dämme brechen, die Spieler liegen auf dem Boden, die Zuschauer toben, Spielern wie Bergmann oder Steuerwald laufen die Freudentränen übers Gesicht – Deutschland ist nach 36 Jahren wieder bei Olympischen Spielen.

Foto Conny Kurth: Prost. Simon Tischer und Björn Andrae mit dem Sieger-Sekt und Peking-Shirts.
Stimmen zum Spiel
Stelian Moculescu: „Es ist sehr schwer, etwas zu sagen. Es war ein sehr langer Weg über neun Jahre. Ich danke, dass mir die Jungs in dieser Zeit gefolgt sind, ich meine immer, wenn man gut arbeitet, hat man Erfolg. Ich danke dem Herrgott, dass er eine Einsicht hatte, weil die Jungs es einfach verdient haben. Für die Jungs freue ich mich gewaltig. Ich hatte nach dem 2-2 keine Angst, dass wir verlieren, es war aber ein Spiegelbilder der vergangenen Jahre. Wir sind 1999 mit einem 0:3 in Belgien gestartet, wir hatten die Geduld und Ausdauer, zwei Olympia-Zyklen abzuwarten, weil es so lange einfach braucht. Ich will mich jetzt erst freuen, bevor ich über Peking nachdenke.“
Björn Andrae: „Alle Sätze waren hart umkämpft. Wir sind gut ins Spiel gekommen, doch es war die ganze Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was sehr anstrengend war. Im fünften Satz wussten wir, jetzt geht es bei Null los. Wir hatten einen guten Start, anschließend hat alles geklappt. Es war wie im Rausch, das Publikum war super. Es ist einfach schön, bei Olympia dabei zu sein. Die Olympia-Qualifikation war das i-Tüpfelchen der ganzen Jahre, die wir investiert haben.“
Stefan Hübner: „Es war ein Herzschlag-Finale, die Halle war voll, wir hatten eine super Stimmung, was will man mehr? Im fünften Satz war es eine Kopfsache, und ich bin froh, dass wir das so gemeistert haben. Außerdem bin ich froh, dass wir das Turnier hier in Deutschland spielen konnten.“
Marcus Popp: „Es ist eine Sensation für den deutschen Volleyball. Ich bin sehr erleichtert, dass wir es geschafft haben. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“
Simon Tischer: „Alles, was jetzt zählt, ist dass wir erfolgreich waren. Ich bin sehr glücklich, dass ich zu dieser großartigen Mannschaft gehöre. Endlich haben wir unser größtes Ziel erreicht. Ich bin froh, dass wir endlich all unseren Kritikern bewiesen haben, dass wir in engen Situationen auch die Nerven bewahren können. Ich würde mich freuen, wenn wir nun endlich ein wenig aus dem Schatten der Volleyballerinnen heraus treten könnten und man erkennt, dass auch die deutschen Männer Volleyball spielen können.“
Markus Steuerwald: “Ich bin überwältigt davon, gewonnen zu haben. Wir haben immer gekämpft und geglaubt, dass wir es schaffen. Meine Gefühlslage ist unbeschreiblich, ich glaube, ich habe noch nie so viel geheult.“
Marcelo Mendez (Trainer ESP): „Zunächst gratuliere ich der deutschen Mannschaft. Ich wünsche ihr in Peking das Beste, vielleicht können sie eine Medaille gewinnen. Wir haben unser Bestes gegeben, auch aus Respekt vor den anderen Teams, auch wenn wir nach dem 0:2 wussten, dass wir kaum noch eine Chance hatten, uns zu qualifizieren.“
Miguel Falasca (Kapitän ESP): „Glückwunsch an Deutschland, sie haben das Turnier und Ticket verdient gewonnen. Deutschland hat ein gutes Spiel gegen uns gemacht, wir haben aus Respekt vor Kuba alles gegeben. Ich wünsche der deutschen Mannschaft alles Gute bei den Olympischen Spielen.“
Das Team, das die Olympia-Teilnahme perfekt gemacht hat: Christian Pampel, Markus Steuerwald (beide VfB Friedrichshafen), Ralph Bergmann (Moerser SC), Marcus Böhme (SCC Berlin), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Marcus Popp (Montichiari/ITA), Stefan Hübner (Treviso/ITA), Robert Kromm (Perugia/ITA), Björn Andrae, Frank Dehne (beide Olsztyn/POL), Mark Siebeck (Ankara/TUR), Simon Tischer (Thessaloniki/GRE)
Bundestrainer: Stelian Moculescu
Co-Trainer: Stewart Bernard
Delegationsleiter: Hartmut Giebels
Teamarzt: Dr. Dieter Heinold
Physiotherapeut: Hans-Joseph Groth
Spielbeobachter: Steffen Busse, Dr. Bernd Zimmermann
Athletiktrainer: Christian Verona
Psychologe: Dr. Wolfgang Klöckner
Betreuer: Ulf Quell
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